Fußball

Götze bleibt beim BVB Bayern, hört die Signale!

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Die Zeiten sind vorbei: Mario Götze bleibt in Dortmund.

(Foto: REUTERS)

Mario Götze, eines der größeren Talente in der Fußball-Bundesliga, bleibt bei Borussia Dortmund. Das hilft dem BVB in sportlicher Hinsicht. Der Deutsche Meister sendet mit dieser Personalie aber auch ein Zeichen an die Konkurrenz vom FC Bayern: Seht her, ihr kriegt nicht mehr jeden!

Nun bleibt Mario Götze also bei Borussia Dortmund. Das mutmaßlich größte Talent im deutschen Fußball hat seinen eh schon bis 2014 gültigen Vertrag beim Deutschen Meister verlängert und sich bis 2016 an den Verein gebunden. Weil er sich so wohl fühlt. Weil die Fans so toll sind. Und weil sie in Dortmund so schön spielen. Klingt einleuchtend.

Die "Bild"-Zeitung hat jetzt allerdings aufgedeckt, dass der 19 Jahre alte Nationalspieler sogar Geld dafür bekommt. Angeblich 4,6 Millionen Euro pro Jahr, also 3,6 Millionen Euro mehr als bisher. Das macht, einschließlich der drei Monate in dieser Saison, knapp 20 Millionen Euro in den kommenden vier Jahren. Auch ein Argument. Das vor allem eines zeigt: Der Ballspielverein ist auf bestem Weg, dem Branchenführer FC Bayern ein auch mittelfristig ebenbürtiger Konkurrent zu werden. Dass sie einen ihren Jungstar nicht ziehen lassen, hat sportliche Gründe, klar. Es ist aber auch ein Signal an die Münchner: Die Zeiten sind vorbei, in denen ihr euch einfach die besten Spieler der Konkurrenz kaufen konntet.

"Möchte Teil dieser Entwicklung sein"

Der Weg eines guten Fußballers führt nicht mehr - früher oder später - fast zwangsläufig zum FC Bayern. Und so bildet der Mönchengladbacher Marco Reus, 22 Jahre alt und mutmaßlich zweitgrößtes Talent im deutschen Fußball, in der kommenden Saison beim BVB mit Mario Götze und Shinji Kagawa, der ebenfalls seinen bis 2013 gültigen Kontrakt verlängern soll, das mutmaßlich aufregendste Mittelfeld der Liga. Auch Marco Reus ist ein Spieler, den die Bayern gerne gehabt hätten, auch Marco Reus entschied sich anders und wechselt für eine Ablösesumme von 17,5 Millionen Euro nach Dortmund. Es geht also auch, aber nicht nur ums Geld, wenn Mario Götze darauf verweist, wie rosig die Dortmunder Aussichten scheinen. "Und ich möchte Teil dieser Entwicklung sein."

Die könnte kurzfristig zur zweiten Deutschen Meisterschaft hintereinander führen. Verteidigen die Dortmunder, mit fünf Punkten vor den Münchnern an der Tabellenspitze, ihren Titel in dieser Spielzeit erfolgreich, wäre es das erste Mal seit 1996, dass das eine Mannschaft schafft, die nicht FC Bayern heißt. Damals war es ebenfalls der BVB, der in der Geldvernichtungsära unter Präsident Gerd Niebaum und Manager Michael Meier zweimal den Titel gewann. Die Dortmunder mussten ihre Triumphe teuer bezahlen. Schulden in Höhe von fast 100 Millionen Euro belasteten schließlich den Verein, der im März 2005 denkbar knapp vor der Insolvenz stand und um seine Existenz bangte.

Sie haben wieder Geld - und geben es auch aus

Nun haben sie in Dortmund offenbar wieder Geld, und Sportdirektor Michael Zorc, Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Trainer Jürgen Klopp geben es auch aus. Allerdings bemühte sich Watzke, der den Verein saniert hat, dem Eindruck entgegenzutreten, da wolle jemand an unselige alte Zeiten anknüpfen. Im Gespräch mit der Tageszeitung "Die Welt" sagte er in Sachen Götze: "Einen Spieler, der wie kaum ein anderer im Fokus der Öffentlichkeit steht, so lange an uns zu binden, ist auch ein Signal dafür, was wir hier vorhaben. Natürlich mussten wir dafür Geld in die Hand nehmen, aber für uns ist und bleibt es wichtig, diesbezüglich die Hygiene im Team zu erhalten." Immerhin soll halb Europa sich um die Verpflichtung des feinen Technikers bemüht haben, der FC Arsenal 40 Millionen Euro für Mario Götze geboten haben. Aber er hat sich anders entschieden.

In München jedenfalls dürften sie diese Entwicklung mit gemischten Gefühlen beobachten. Auch die Bayern wissen, wie gut es fürs Geschäft ist, wenn ihnen in der Bundesliga ein ernsthafter Gegner dauerhaft die Stirn bietet. Andererseits: Meister würden sie trotzdem gerne werden. Die Chance dazu haben sie auch in dieser Saison noch, am 11. April kommt es zum Gipfeltreffen in Dortmund. Vermutlich mit Mario Götze. Der arbeitet nach seiner Schambeinentzündung fleißig an seiner Wiederkehr. Im Hinspiel hatte er übrigens das entscheidende Tor erzielt.

Quelle: ntv.de