Fußball

Zweitligist verpasst Pokalsensation Bayern zu cool für Braunschweig

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Bayer des Spiels: Thomas Müller ließ sich zweimal im Strafraum foulen und einmal nicht am erfolgreichen Torschuss hindern.

(Foto: AP)

Rekordgewinner FC Bayern bleibt dem DFB-Pokal erhalten. Zum Abschluss der ersten Runde vermeiden die Münchner gegen Zweitliga-Spitzenreiter Eintracht Braunschweig eine Blamage und siegen souverän. Herausragender Akteur gegen verzagte Braunschweiger ist Thomas Müller.

Der FC Bayern München hat sich zum Abschluss der 1. Runde im DFB-Pokal nicht in die Reihe der Blamierten gestellt. Beim Pflichtspiel-Debüt von Trainer-Rückkehrer Jupp Heynckes löste der Rekordmeister seine Erstrunden-Aufgabe bei Zweitliga-Spitzenreiter Eintracht Braunschweig glanzlos, aber routiniert. Nach zwei Elfmetertoren von Mario Gomez (9.) und Bastian Schweinsteiger (39.) vor der Pause setzte Thomas Müller in der 83. Minute den Schlusspunkt zum 3:0 (2:0)-Erfolg in Braunschweig.

Damit blieben die Erstligisten Bayer Leverkusen, das gegen Dynamo Dresden als erste Mannschaft in der Pokalgeschichte eine 3:0-Führung verspielt hatte, Werder Bremen, der SC Freiburg und der VfL Wolfsburg die prominentesten Opfer der 1. Pokalrunde. Die Paarungen der 2. Runde werden am 6. August ausgelost.

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An der Stimmung in Braunschweig lag es nicht, dass die gastgebende Eintracht nie ins Spiel fand.

(Foto: dpa)

"Meine Mannschaft hat ein Klassespiel gemacht, die Abwehr hat nichts zugelassen. Wir haben viel Geduld gehabt und das hat sich am Ende ausgezahlt", sagte Heynckes nach einseitigen 90 Minuten. "Es war wichtig, dass wir einen guten Auftakt hatten", betonte Manuel Neuer, in der abgelaufenen Spielzeit mit Schalke Pokalsieger. Braunschweigs Dennis Kruppke erkannte die Überlegenheit des Gegners neidlos an: "Wir brauchen da nicht groß drumherum reden: Wir haben heute die Grenzen aufgezeigt bekommen. Die Bayern waren mindestens eine Klasse besser als wir."

1982 reloaded? Diesmal nicht

Die Eintracht-Fans unter den 23.645 Zuschauern hofften in Braunschweig vergebens auf eine Wiederholung der Pokalsensation von 1982, als die Münchner in Braunschweig mit 0:2 gescheitert waren. Einen ähnlichen Spielausgang verhinderte diesmal die bayerische Effizienz. Sechs Tage vor dem Bundesliga-Auftakt gegen Borussia Mönchengladbach nutzte der Rekordmeister seine wenigen Chancen gegen den lange Zeit gehemmten Zweitligisten eiskalt. Ohne die Flügelzange mit Arjen Robben und Franck Ribéry fehlte den Aktionen der Münchner zwar häufig der Esprit. Dafür kurbelten Schweinsteiger an seinem 27. Geburtstag und Müller, zwei von gleich acht deutschen Nationalspielern in der Bayern-Startelf, das Offensivspiel mit großem Laufpensum wirkungsvoll an.

Der Plan der Braunschweiger, den Münchnern mit dem Selbstbewusstsein eines Zweitliga-Tabellenführers Paroli zu bieten, war schon nach dem ersten gelungenen Spielzug der Bayern Makulatur. Als sich Ken Reichel im Zweikampf mit dem von Toni Kroos wunderbar freigespielten Müller nur noch durch ein Foul im Strafraum zu helfen wusste, zeigte Schiedsrichter Felix Zwayer zu Recht auf den Punkt. Nationalstürmer Gomez ließ Marjan Petkovic im Eintracht-Tor keine Chance. Holger Badstuber verpasste in der 21. Minute per Kopf die große Möglichkeit, die Führung auszubauen - und verärgerte damit auch Mitspieler Schweinsteiger. Der war noch besser postiert als Badstuber, kam aber nicht an den Ball.

Neuer kaum gefordert

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Manuel Neuer musste nicht einen Torschuss der Braunschweiger abwehren, stellten die Statistiker fest.

(Foto: dpa)

Auf der Gegenseite verbrachte Manuel Neuer einen weitgehend ruhigen Abend. Gefährlich wurde es vor dem Tor des frischgebackenen Fußballers des Jahres erstmals in der 27. Minute, doch Dennis Kruppke wusste mit der Kopfballchance nach Freistoß von Nico Zimmermann nichts anzufangen. Dafür trafen wieder die cool und clever auftretenden Münchner: Nach einem ungeschickten Rempler von Mirko Boland an Müller im 16-Meter-Raum verwandelte Schweinsteiger den zweiten Strafstoß der Partie eiskalt zum 0:2.

Nach der Pause gaben die Niedersachsen ihre vorsichtige Haltung auf, doch zu einer echten Bedrohung für die Bayern-Abwehr wurden ihre Angriffsaktionen nicht. Die Neuzugänge Rafinha und Jerome Boateng, der für ein Foul an Dominick Kumbela Gelb sah, hatten wenig Gelegenheit, sich auszuzeichnen. Die Münchner vergaben durch David Alaba (54.) zunächst noch die Chance, den Vorsprung auszubauen. Das dritte Tor gelang erst in der Schlussphase Müller mit einem Heber über Torhüter Petkovic hinweg. Schiedsrichter Zwayer hätte hier auch auf hohes Bein entscheiden können. Doch es war an diesem Abend einfach nicht das Spiel der Braunschweiger.

Quelle: ntv.de, cwo/dpa

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