Fußball

FC Bayern bangt um Königsklasse Blamieren oder kassieren

Alarmzustand beim FC Bayern: Die Münchner machen sich arge Sorgen, dass sie in der kommenden Saison nicht in der Champions League mitspielen dürfen. Warum eigentlich? Weil's da viel Geld zu verdienen gibt. Sehr viel Geld - mehr als der FSV Mainz für eine ganze Saison zu Verfügung hat.

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Macht sich Sorgen: Karl-Heinz Rummenigge.

(Foto: dapd)

Karl-Heinz Rummenigge guckt böse und macht sich Sorgen. Uli Hoeneß grummelt und sieht sein Lebenswerk bedroht. Und Trainer Louis van Gaal muss im Sommer gehen. Was ist nur los beim FC Bayern? Nun ja, die Münchner sind auf dem besten Weg, die Qualifikation für die Champions League zu verspielen. Huch. Die Bayern nicht in der Königsklasse des Fußballs - was ist daran eigentlich so schlimm?

Klar, es geht um den Anspruch, stets zu den Besten zu gehören. Und es geht immer noch um Sport, und da ist es halt spannender, gegen Manchester United oder Inter Mailand zu spielen als gegen Sheriff Tiraspol. Aber es geht auch und vor allem, Sie ahnen es, ums Geld. Das schießt zwar unbestätigten Gerüchten zufolge keine Tore, aber die Vereine, die es haben, können sich damit gute Spieler leisten. Die dann womöglich dafür sorgen, dass ihr Klub in der Champions League spielt. Da schließt sich der Kreis – und der FC Bayern möchten nur allzu gerne dabei bleiben.

Bayern kassieren 58 Millionen Euro

Was den Münchnern in der kommenden Spielzeit entgehen könnte, zeigt das Beispiel der vergangenen Saison. Nämlich 58 Millionen Euro. Allein als Antrittsgeld zahlte die Europäische Fußball-Union Uefa jedem der 32 Starter 7,1 Millionen Euro. Für das Erreichen des Finales gab's 5,2 Millionen Euro. Hätten die Bayern das Endspiel gegen Inter Mailand gewonnen, wären noch einmal 3,8 Millionen Euro hinzu gekommen.

Aber auch so kassierten die Münchner allein an Preisgeld 25,4 Millionen Euro. Plus über 20 Millionen Euro aus dem so genannten Marketingpool und die Erlöse aus den Ticketverkäufen - noch einmal gut zwölf Millionen Euro. Im Gegensatz dazu gibt es in der Europaliga nur Erdnüsse. Genauer gesagt: Eine Million Euro Antrittsgeld.

Mainz hat einen Gesamtetat von 32 Millionen Euro

Zum Vergleich: Der FSV Mainz, der in der Tabelle der Bundesliga vor den Bayern auf Platz vier steht, kommt mit einem Gesamtetat von 32 Millionen Euro aus. Nur vier Punkte hinter Hannover 96 auf Platz drei, der zur Champions-League-Qualifikation berechtigt. Allein vom Startgeld der Uefa könnten die Mainzer ihren Anteil am neuen Stadion begleichen, das im Sommer fertig sein soll, insgesamt 60 Millionen Euro kostet und 34.000 Zuschauern Platz bietet. Das aber bleibt ein Traum, schließlich sind noch neun Runden zu spielen.

Der "Frankfurter Rundschau" versicherte Manager Christian Heidel: "Wir bleiben im Konzert der Großen eine kleine Nummer. Nur Freiburg, Pauli und Kaiserslautern haben einen kleineren Etat als wir." Aber selbst für die kleinen Mainzer ist die Europaliga nur bedingt attraktiv. "Der DFB-Pokal ist wirtschaftlich lukrativer", sagt Heidel. Von den Prämien der Uefa "bezahlen wir nicht mal die Punktprämien". Jetzt wissen wir also, warum Rummenigge und Hoeneß so böse gucken.

Wer kassiert wieviel im europäischen Fußball?

Saison 2010/2011Champions LeagueEuropaliga
Startgeld7,1 Mio Euro1,0 Mio Euro
Siegpprämie Gruppenspiel800.000 Euro140.000 Euro
Remis pro Gruppenspiel400.000 Euro70.000 Euro
Runde der letzten 32gibt's nicht200.000 Euro
Achtelfinale3,0 Mio Euro300.000 Euro
Viertelfinale3,3 Mio Euro400.000 Euro
Halbfinale4,2 Mio Euro700.000 Euro
Verlierer Finale5,6 Mio Euro2,0 Mio Euro
Titelgewinner9,0 Mio Euro3,0 Mio Euro
    Quelle: Uefa

Quelle: ntv.de

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