Fußball

Viele Millionen Dollar flossen Blazer spionierte Fifa-Spitze fürs FBI aus

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Im Jahr 2005 lief für Chuck Blazer (l.) noch alles blendend.

(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Chuck Blazer war bis 2013 Mitglied des Fifa-Exekutivkomitees. Weil der New Yorker als Chef des Fußball-Kontinentalverbandes Concacaf zwielichtige Geldgeschäfte in Millionenhöhe abwickelt, erpresst ihn die US-Steuerbehörde. Er wird zum Topspion des FBI.

Das FBI hat offenbar schon vor mehreren Jahren einen prominenten Spitzel in der Führung des Fußball-Weltverbandes Fifa installiert. Einem Bericht der "New York Daily News" zufolge spionierte seit 2011 das ehemalige Fifa-Exekutivkomitee-Mitglied Chuck Blazer für die US-Bundespolizei seine Kollegen in der "Regierung des Weltfußballs" aus.

Den Informationen der Zeitung zufolge soll der frühere Generalsekretär des Kontinentalverbandes für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik Concacaf aufgrund eines Deals mit der US-Steuerbehörde IRS zur Kooperation mit dem FBI eingelassen haben. Angeblich soll die IRS Blazer für den Fall seiner Ablehnung mit einer Klage wegen Steuerhinterziehung in Höhe von 29 Millionen Dollar gedroht haben.

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Chuck Blazer soll einen exzessiven Lebensstil pflegen. Er ist an Darmkrebs erkrankt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Bei den Olympischen Spielen 2012 in London organisierte Blazer laut "New York Daily News" im Rahmen seiner Kundschafter-Tätigkeit beispielsweise in seinem Hotel eine Reihe von Meetings mit anderen Mitgliedern der Fifa-Spitze und weiteren hochrangigen Fußball-Funktionären. Die Konferenzen soll Blazer per Wanzenmikrofon, das in einem Schlüsselanhänger versteckt war, mitgeschnitten haben. Offen sind derzeit noch die Hintergründe für das damalige FBI-Interesse an den internen Fifa-Vorgängen.

Blazers Katzen wohnen im Trump Tower

Blazer werden in dem Artikel zahlreiche zwielichtige Geschäfte unter dem Banner des Concacaf zugeschrieben. Dabei soll er etwa eine Wohnung im berühmten Trump Tower nur für seine Katzen gemietet haben. Millionen Dollar flossen dem Bericht zufolge vom Verband über mehrere Stationen auf Konten von Blazers Firmen oder in sein Privatvermögen. Zwischen 1996 und 2011 soll der New Yorker über Briefkastenfirmen mehr als 15,3 Millionen US-Dollar an Provisionen für Sponsorverträge und andere Geschäfte im Namen des Concacaf erhalten haben.

Ob die US-Amerikaner schon zum Zeitpunkt von Blazers Anwerbung wegen des Verdachts der Manipulation bei der Vergabe der WM 2022 an Katar, für die sich auch die USA beworben hatten, ermittelten, ist unbekannt. Ebenfalls nicht klar ist, ob und in welchem Umfang der US-Fifa-Ermittler Michael J. Garcia bei seinen Ermittlungen zu den Umständen der Vergabe der WM-Turniere 2018 an Russland und 2022 auf die Erkenntnisse des FBI zurückgreifen konnte. Aufgrund seiner früheren Tätigkeit als Staatsanwalt werden dem US-Amerikaner hervorragende Kontakte zur US-Bundespolizei nachgesagt.

Quelle: n-tv.de, rpe/sid

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