Fußball

Dortmund, Bayern und Schalke führen Eintracht findet ihren Meister

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Reus bejubelte seinen zweiten Saisontreffer.

(Foto: REUTERS)

Englische Woche in der Fußball-Bundesliga: Zur Halbzeit führt Borussia Dortmund mit 2:0 gegen Eintracht Frankfurt. In Führung liegt auch die Konkurrenz aus München und Gelsenkirchen. Im Duell der Aufsteiger steuert die Düsseldorfer Fortuna gegen Fürth unterdessen souverän auf ihren zweiten Saisonsieg zu.

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Vier Siege, dann kam der BVB: Die Frankfurt hatten in der ersten Halbzeit ihre Probleme.

(Foto: REUTERS)

Der deutsche Fußball-Meister Borussia Dortmund scheint postwendend in die Erfolgsspur zurückzufinden. Der BVB, der am Samstag beim Hamburger SV (2:3) die erste Niederlage nach 31 ungeschlagenen Partien hinnehmen musste, führt am 5. Bundesliga-Spieltag zur Pause 2:0 bei Aufsteiger Eintracht Frankfurt. Der Eintracht droht dagegen das Ende des Rekord-Siegeszugs (vier Erfolge in Serie). Lukasz Piszczek (24.) und Marco Reus (28.) trafen für Dortmund.

Die 51.500 Zuschauer in der ausverkauften Frankfurter Arena sahen einen guten Beginn beider Mannschaften. Die Gastgeber, bei denen der angeschlagene Kapitän Pirmin Schwegler (Platzwunde an der Augenbraue) auflaufen konnte, bewegten sich auf Augenhöhe mit dem Titelträger. Die spielerische Überlegenheit der Borussen glichen die Frankfurter, die ohne Stürmer Oliver Occean auskommen mussten, durch hohes Engagement und Laufbereitschaft aus.

Die Dortmunder hatten nach Vorarbeit von Piszczek durch Moritz Leitner die erste gute Möglichkeit - Eintracht-Torwart Kevin Trapp reagierte glänzend (8.). Im Gegenzug vergab der Japaner Takashi Inui eine gute Schusschance. Nach rund einer Viertelstunde war der Anfangselan auf beiden Seiten verpufft. Die Defensivreihen hatten in dieser Phase das Spiel im Griff. Auch die stark besetzte Dortmunder Offensive um Reus und Robert Lewandowski hatte nicht viel mehr als gute Ansätze zu bieten. Das änderte sich erst beim energischen Vorstoß Piszczeks, dessen abgefälschter Schuss über Umwege den Weg ins Tor fand. Nur kurz darauf war es wieder Piszczek, der Reus in Szene setzte. Der frühere Gladbacher traf per Direktabnahme zum zweiten Mal in dieser Saison, für Piszczek war es bereits die dritte Torvorlage. Danach verwaltete Dortmund zunächst den Vorsprung.

Wölfe unter Druck

Bayern München ist unterdessen auf dem besten Weg, seine Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga auszubauen. Die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes führt gegen Lieblingsgegner VfL Wolfsburg zur Pause völlig verdient 1:0 und peilt damit den fünften Sieg im fünften Spiel an. Der grandiose Bastian Schweinsteiger traf bereits zum dritten Mal in dieser Saison für die Münchner (24.), die gegen hoffnungslos unterlegene Gäste deutlicher führen müssten.

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Magath trifft auf seinen Ex-Verein aus München.

(Foto: AP)

Angetrieben von den überragenden Schweinsteiger und Franck Ribéry begannen die Bayern im ICE-Tempo, Wolfsburg war das viel zu schnell. Der VfL lief nur hinterher, vor allem das von Trainer Felix Magath erstmals in dieser Formation aufgestellte defensive Mittelfeld mit Josué und Robin Knoche bekam keinen Zugriff auf den Gegner. Bereits in der dritten Minute hätte Schweinsteiger den Sturmlauf belohnen müssen, doch sein Schuss aus der Drehung aus einem (!) Meter ging an den rechten Pfosten. In der 18. Minute schoss wieder Schweinsteiger den Ball aus rund 25 Metern an den linken Außenpfosten.

Zu diesem Zeitpunkt war das Übergewicht der Bayern für Wolfsburg erdrückend. Die Bilanz nach rund 15 Minuten: 85 Prozent Ballbesitz, 6:0 Ecken für den FC Bayern. Die Wölfe hatten kaum einmal vier, fünf Ballkontakte am Stück, zumal sie in Ballnähe meist in Unterzahl auf den Gegner trafen. Und so war das 1:0 überfällig. Ribéry kombinierte sich auf der rechten, eigentlich von Arjen Robben für den kranken Thomas Müller besetzten Seite durch, legte zurück auf Schweinsteiger - und der hatte aus vier Metern keine Mühe, einzuschieben. Der frühere Wolfsburger Mario Mandzukic verpasste in der Folge bei Gegenstößen gleich zwei Mal das mögliche 2:0 (jeweils 33.). In der 37. Minute hatte erneut Mandzukic die Chance, doch Torwart Diego Benaglio war mit starker Parade zur Stelle. Der Schweizer hatte nach einem Zusammenprall mit Robben (19.) eine dicke Beule an der Stirn.

Fortuna eiskalt

Fortuna Düsseldorf hat seine Torlos-Serie beendet und steuert dem zweiten Saisonsieg entgegen. Nach zuletzt drei 0:0 in Serie führt der zweimalige DFB-Pokal-Sieger im Aufsteigerduell bei der SpVgg Greuther Fürth durch ein Kopfball-Tor von Oliver Fink (26.) und einen Treffer von Ken Ilsö (33.) völlig verdient mit 2:0. Vier torlose Unentschieden in Serie hätten ein Novum in der fast 50-jährigen Geschichte der Bundesliga bedeutet. Vor 16.500 Zuschauern in Fürth zeigten sich zunächst beide Mannschaften recht bemüht, ohne dabei aber nennenswerte Torgefahr zu entwickeln.

Mit der Zeit übernahmen die Gäste gegen schwache Fürther aber immer mehr das Kommando, zeigten sich deutlich zielstrebiger und wurden mit der Führung belohnt. Nach einer Flanke von Johannes van den Bergh ließ Fink mit einem wuchtigen Kopfball von der Strafraumgrenze dem Fürther Torwart Max Grün keine Chance. Fürth hatte seine besten Chancen durch Edu, der allerdings zweimal verzog (28./32.). Auf der Gegenseite vollendete Ilsö eine sehenswerte Kombination zum 2:0. Fortunas Torhüter Fabian Giefer erlebte eine recht ruhige Halbzeit und war damit auch nach 405 Bundesliga-Minuten ohne Gegentor.

Beide Trainer hatten ihre Startelf gegenüber dem Samstag auf jeweils einer Position verändert. Bei der Fürthern kam Tayfun Pektürk für Edgar Prib zu seinem ersten Startelf-Einsatz in der Bundesliga. Fortuna-Coach Meier bot im Sturm für den zuletzt enttäuschenden Altstar Andrej Woronin den Dänen Ilsö auf.

Farfan trifft vom Punkt

Auf dem Weg zurück in die Erfolgsspur ist Schalke 04. Drei Tage nach dem ernüchternden 0:2 gegen Bayern München führen die Königsblauen zur Halbzeit gegen den FSV Mainz 05 durch einen verwandelten Foulelfmeter von Jefferson Farfán (21.) mit 1:0. Die Gelsenkirchener kamen von Beginn an zu hochkarätigen Torchancen. Einen Kopfball von Kyriakos Papadopoulos kratzte Elkin Soto von der Linie (4.), eine Direktabnahme von Marco Höger parierte Torwart Christian Wetklo glänzend (12.), ebenso einen Schuss von Ibrahim Afellay (20.).

Die Gäste spielten indes munter mit und stellten die nicht immer sattelfeste Schalker Abwehr durchaus vor Probleme. Die beste Chance zur Führung hatte Andreas Ivanschitz nach einem Solo über das halbe Spielfeld, doch Schalkes Verteidiger Atsuto Uchida rettete für seinen bereits geschlagenen Torhüter Lars Unnerstall (19.). Zum 1:0 benötigten die Königsblauen allerdings einen Elfmeter: Nach einem Foul von Soto an Benedikt Höwedes verwandelte Farfán für den etatmäßigen Strafstoßschützen Klaas-Jan Huntelaar, der beim 2:1 in der Champions League bei Olympiakos Piräus vor einer Woche nur den Pfosten getroffen hatte. Mainz antwortete mit einem Schuss von Soto, den Unnerstall parierte (31.).

Gegenüber der Heimniederlage gegen Bayern hatte Schalke-Trainer Huub Stevens sein Team auf drei Positionen verändert. Die schwachen Youngster Joel Matip und Julian Draxler mussten auf die Bank, außerdem fehlte der angeschlagene Jermaine Jones (Sprunggelenk). Kapitän Benedikt Höwedes rückte in die Abwehrzentrale, der Japaner Atsuto Uchida auf die rechte Außenbahn, Marco Höger ins defensive Mittelfeld. Sein Startelfdebüt vor heimischem Publikum gab Barcelona-Leihgabe Afellay.
Der Mainzer Trainer Thomas Tuchel stellte auf nur eine Sturmspitze um, hinter Adam Szalai verstärkten Julian Baumgartlinger und Nikita Rukavytsya das Mittelfeld, Nicolai Müller saß draußen.

Quelle: ntv.de, sid