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Rot und Strafstoß statt Abseits Hertha darf sich verpfiffen fühlen

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Vor, während und nach der Entscheidung von Referee Michael Weiner kam es im Nürnberger Strafraum zur Rudelbildung.

(Foto: imago/Michael Schulz)

Tor? Aktives Abseits? Passives? Elfmeter? Herthas nicht gegebener Treffer zum 2:2 gegen Nürnberg und die folgende Abseitsentscheidung sind der Aufreger des 19. Bundesliga-Spieltags. Auch der DFB analysiert die "komplexe Situation" - und stellt nun klar: Referee Weiner lag falsch.

Die Entscheidung von Schiedsrichter Michael Weiner, die Rote Karte wegen absichtlichen Handspiels und den Elfmeter im Bundesligaspiel von Hertha BSC gegen den 1. FC Nürnberg (1:3) in der Schlussphase zurückzunehmen, war ein Fehler. Zu diesem Schluss kommt das Schiedsrichterportal des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Dort heißt es: "Diese Bewertung ist nicht richtig. Hier findet kein Zweikampf um den Ball statt."

Was war passiert? Berlins Ronny hatte am Sonntag den Ball Richtung FCN-Tor geschossen. Auf der Linie stand der Nürnberger Ondrej Petrak, der den Ball mit der Hand abwehrte. Das Spielgerät landete dann vor den Füßen von Herthas Adrian Ramos, der zuvor den Laufweg mit Nürnbergs Torhüter Raphael Schäfer gekreuzt hatte. Ramos traf zum vermeintlichen 2:2, doch dem Treffer verweigerte der Unparteiische die Anerkennung.

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Die Rote Karte gegen Nürnbergs Ondrej Petrak nahm Weiner später zurück - und entschied auf Abseits gegen Hertha.

(Foto: imago/Zink)

Weiner entschied stattdessen auf Rote Karte und Handelfmeter. Dann besprach er sich mit seinem Assistenten Norbert Grudzinski und revidierte sich: Abseits. Kein Tor. Kein Elfmeter. Keine Rote Karte. Angeblich habe Ramos Schäfer im Laufduell behindert und damit aktiv ins Geschehen eingegriffen.

Kein Zweikampf, kein Foulspiel

Eine Fehlentscheidung. Im Schiedsrichterportal des DFB wird erläutert, dass Schäfer keine Möglichkeit mehr gehabt habe, noch an den Ball zu kommen. Der Kontakt zwischen Ramos und Schäfer stelle keine Zweikampfsituation dar, "weil sie in die Spielsituation nicht eingreifen können". Auch ein Foulspiel von Ramos liege nicht vor. Wenn Petrak "den Ball nicht mit den Händen abgewehrt hätte und der Ball direkt in das Tor gegangen wäre, wäre der Treffer korrekt erzielt worden".

Nach der Entscheidung von Weiner war bundesweit heftig diskutiert worden: Kam Ramos aus dem Abseits? Hat er Torhüter Raphael Schäfer behindert und damit strafwürdig ins Spiel eingegriffen? Waren deswegen alle anderen Handlungen irrelevant? Nun stellt der DFB klar, dass dem Referee ein Fehler unterlaufen ist. Konsequenzen hat das nicht. Es handelt sich um eine Tatsachenentscheidung, die nicht revidiert werden kann. Der glückliche 3:1-Sieg der Nürnberger hat damit Bestand.

Quelle: n-tv.de, cwo/sid

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