Fußball

Neun Absagen, ein Neuling kommt Lazarett hemmt Löws Kontinuität

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Löws Sorgenfalten werden angesichts von acht Verletzten vor der EM-Quali tiefer.

(Foto: dpa)

Die Torwart-Hierarchie klärt Fußball-Bundestrainer Joachim Löw am vergangenen Freitag eindeutig. Doch kaum ist das eine Problem abgehakt, tritt das nächste auf: Aufgrund zahlreicher Verletzungen gehen Löw für die EM-Qualifikation gegen Estland die Spieler aus - weshalb er einen Neuling nachnominiert.

Joachim Löw verzichtet an diesem Sonntag auf einen Stadionbesuch - und sucht stattdessen den Kontakt zur medizinischen Abteilung um Prof. Dr. Tim Meyer. Erst die Verletzung des Mittelfeld-Chefs Toni Kroos, dann die Absage von Jonas Hector: Die Sorgenfalten auf der Stirn des Bundestrainers werden immer tiefer. "Das hemmt die Entwicklung und das Einspielen", sagte Löw über die neun Ausfälle für den Klassiker am Mittwoch in Dortmund gegen Argentinien und das EM-Qualifikationsspiel vier Tage später in Estland (beide 20.45 Uhr bei RTL sowie im Liveticker bei n-tv.de). Dabei seien "Kontinuität und Konstanz" doch so wichtig für seine verjüngte Nationalmannschaft.

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Aber anstatt sich weiter finden zu können, ist Löw mehr denn je zum Improvisieren gezwungen. Der Kölner Hector sagte wegen neuromuskulärer Probleme ab. Kroos musste tags zuvor beim 4:2 von Real Madrid gegen den FC Granada wegen einer Blessur am linken Oberschenkel ausgewechselt werden (34.). Der Deutsche sei schlicht "geplatzt", schrieb die Zeitung "AS" über den Mann mit den meisten Pflichtspielminuten bei Real in dieser Saison. "Es wäre besser für uns, Toni hier zu behalten, damit er sich erholen kann", sagte Madrids Trainer Zinedine Zidane, "aber das liegt nicht in unserer Macht."

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bestätigte am Nachmittag, dass Kroos nicht zur Nationalmannschaft reisen werde. Als Ersatz nominierte Löw den Neuling Suat Serdar vom FC Schalke 04 nach. Der 22-Jährige hatte am Samstag im Spiel gegen den 1. FC Köln getroffen. In Dortmund empfängt Löw dennoch nur ein Rumpfteam. In Leroy Sané, Julian Draxler, Leon Goretzka, Thilo Kehrer, Antonio Rüdiger, Nico Schulz, Kroos und Hector fehlen ihm acht fest eingeplante Profis, auch Torhüter Kevin Trapp musste passen.

Drei Punkte sind "fest eingeplant"

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Erschwert wird die Lage durch die knappe Vorbereitungszeit auf die Neuauflage der WM-Finals von 1986, 1990 und 2014 gegen ein Argentinien ohne die Topstars Lionel Messi (gesperrt), Sergio Agüero und Angel di Maria: Mehr als zwei Trainings sind nicht möglich, das erste am Montag auf dem BVB-Gelände dürfte für viele eher regenerativen Charakter haben. Vor dem wichtigen Qualispiel in Estland, in dem der Tabellenführer der Gruppe C laut Löw drei Punkte "fest eingeplant" hat, gibt es nur zwei weitere Einheiten - alles andere als optimal.

In Dortmund bekommt Torhüter Marc-André ter Stegen die versprochene Bewährungschance, für Löw steht dort "nicht nur das Ergebnis im Vordergrund". Sollte Kroos nicht fit werden, könnte Jungstar Kai Havertz oder Ilkay Gündogan zum Zuge kommen. Gündogan warb zuletzt mit starken Leistungen und in Interviews für sich. Er fühle sich "ein wenig unterschätzt", sagte er: "Ich glaube schon, dass ich die Qualität habe, der Mannschaft noch mehr zu helfen." Das soll auch Kapitän Manuel Neuer, der in Estland zwischen die Pfosten zurückkehren wird. Löw erwartet "einen klaren Sieg" beim Fußball-Zwerg - Verletzte hin oder her.

Quelle: n-tv.de, Marco Mader, sid

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