Fußball

Reise zur Nationalmannschaft Merkel intervenierte wohl für Lewandowski

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Angela Merkel sprach Lewandowski nach dem verlorenen Champions-League-Finale 2013 mit dem BVB Mut zu - nun kreuzten sich ihre Wege wohl erneut.

(Foto: imago sportfotodienst)

Lange sieht es so aus, als würde der FC Bayern Robert Lewandowski die Reise zum Spiel seiner polnischen Nationalmannschaft in England verweigern, wegen der Quarantäne-Regeln. Dann interveniert der polnische Ministerpräsident persönlich bei Angela Merkel - und die Kanzlerin soll dem Trip zugestimmt haben.

Eigentlich hätte er nicht fahren dürfen: Am 31. März spielt die polnische Nationalmannschaft in London gegen England und Stürmer-Star Robert Lewandowski hätte nach dem Stand vom Wochenende die Reise an die Themse nicht mitmachen dürfen, weil sein Verein, der FC Bayern, den Trip verboten hatte. Denn Reiserückkehrer aus Großbritannien mussten sich bislang wegen der Corona-Regeln in Deutschland in eine Quarantäne begeben. Nur drei Tage nach dem Länder- steht das Spitzenspiel bei RB Leipzig an, Lewandowski hätte es verpasst.

Gemäß den FIFA-Bestimmungen haben Klubs die Möglichkeit, die Entsendung eines Spielers abzulehnen, wenn nach seiner Rückkehr zum Verein die Gefahr einer Quarantäne besteht. Der Reise nach England "werden wir nicht zustimmen", sagte deshalb Bayerns Trainer Hansi Flick. "Wenn es so bleibt, dass die Rückkehrer aus England in Quarantäne müssen, werden wir Lewa nicht abstellen können", fügte Sportvorstand Hasan Salihamidzic an. Nun, es blieb nicht so, am Sonntag wurden die Regeln geändert. Für Reisende aus Großbritannien besteht keine Quarantänepflicht mehr, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) erklärte.

Ministerpräsident ruft Merkel an

Soweit so gut, für Lewandowski vor allem. Doch kurios wurde es hinter den Kulissen bereits vor der Regeländerung. Polnische Medien berichten, dass die polnische Diplomatie vergangene Woche unkonventionelle Maßnahmen auf höchster Ebene ergriffen hatte, um die Teilnahme von Robert Lewandowski und Krzysztof Piatek von Hertha BSC am Spiel gegen England zu ermöglichen.

Ministerpräsident Mateusz Morawiecki habe persönlich bei Bundeskanzlerin Angela Merkel interveniert, sagte Pawel Jablonski, der stellvertretende Leiter des Außenministeriums. Eine solche Situation sei sehr speziell, aber aufgrund der Bedeutung der Angelegenheit für die polnische Nationalmannschaft und die Fans hätte man als Staat beschlossen, auf höchster politischer Ebene einzugreifen.

Anfangs sollen laut Jablonski die Signale von deutscher Seite eher negativ gewesen sein, aber nach einer Intervention sei eine Einigung erzielt worden. "Der Kapitän der Weißen und Roten wird in Wembley spielen", verkündete die Online-Zeitung "onet". Jablonski verwies auf Ausnahmefälle, in denen in Deutschland auf die allgemein auferlegten Corona-Regeln verzichtet werden kann. "Wir werden mit vollem Kader nach London fahren", jubelte der Präsident des polnischen Fußballverbands, Zbigniew Boniek, anschließend bei Twitter: "Ich möchte mich bei allen bedanken, die uns geholfen haben. Besonderer Dank an das Büro des Premierministers." Auch Regierungssprecher Piotr Müller bestätigte den Kontakt Morawieckis mit Merkel in dieser Angelegenheit.

Es ist in Deutschland offiziell Sache der Regionalregierungen, Quarantäne-Ausnahmen zu gewähren. Deutsche Regierungskreise äußerten sich zu dem Thema bisher nicht. Unklar ist außerdem, wann genau die Regierung zusammen mit dem RKI die am Sonntag verkündete Regeländerung für Großbritannien beschlossen hat.

Quelle: ntv.de

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