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Die "Glatze" ist zurück Miriuta soll Energie aus der Krise führen

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Neues Trainergespann in Cottbus: Vasile Miriuta (r.) und Co-Trainer René Rydlewicz.

imago/Matthias Koch

Vasile Miriuta ist eine wahre Cottbuser Klublegende. Unvergessen bleiben seine Pässe, Freistöße und Tore. Nun soll der Rumäne die Kehrtwende in der Lausitz schaffen. Im Ostderby beim 1. FC Magdeburg wartet gleich der erste Härtetest.

Die "Glatze" ist zurück: Klub-Ikone Vasile Miriuta soll Energie Cottbus in der 3. Fußball-Liga aus der Krise führen und am besten gleich im Ostderby beim 1. FC Magdeburg damit anfangen. Der frühere Spieler der Lausitzer setzt dabei auffallend stark auf den Cottbuser Mythos, an dem er selbst mitgestrickt hat.

"Ich sitze jetzt auf dem Platz, den früher Eduard Geyer innehatte. Allein das ist schon eine große Ehre für mich", sagte der 47-Jährige beim Dienstantritt. Sein legendärer Vorgänger hatte den kleinen Klub von der polnischen Grenze von 2000 bis 2003 sensationell in der höchsten deutschen Spielklasse gehalten.

Eduard Geyer als Vorbild

"Wie er uns in die Bundesliga geführt und drei Jahre gehalten hat - das war fantastisch. Und es waren meine schönsten Jahre", erklärte der Rumäne und kündigte an, Kontakt zu "Eduardo" aufzunehmen. "Disziplin, Kampfgeist, Siegermentalität - das sind die Tugenden, die er uns vermittelt hat. Und genau die fehlen gegenwärtig der Mannschaft", sagte der neue Coach.

Geyer selbst hatte Miriuta Ende der 90-er Jahre für 300.000 D-Mark als Schnäppchen aus Rumänien in die Lausitz geholt, wo der technisch versierte Mittelfeldspieler mit seinen Zuckerpässen schnell auffiel. In der Bundesliga brachte er es in zwei Spielzeiten auf 15 Treffer und 22 Vorlagen und spielte sich in die Herzen der Zuschauer.

Nach der Talfahrt unter Stefan Krämer bis in die Abstiegszone der 3. Liga strahlte die Cottbuser Klubführung, als man die "Glatze" mit einem Vertrag bis Saisonende plus Option ausstatten konnte. Sportdirektor Roland Benschneider war nahezu aus dem Häuschen. "Nach Ede Geyer ist Miriuta das Beste, was Energie je passiert ist. Wir hoffen, dass die Faszination Miriuta greift. Der Junge ist heiß, das haben wir gemerkt."

Wieder "schnörkellosen Fußball" spielen

Auf dem Rasen wird es wieder etwas "dreckiger" zugehen. Miriuta, der in den letzten Jahren als Trainer in seiner Heimat arbeitete, hält nicht viel von Schönspielen. "So können vielleicht Barcelona und Bayern München auftreten. In Cottbus brauchen wir schnörkellosen Fußball", sagte der neue Coach.

Angetan ist Miriuta vom umstrittenen Regisseur Torsten Mattuschka, mit dem er selbst noch für Energie kickte. "Einen solchen Spieler wie Tusche brauchen wir." Dass sich die Cottbuser Spieler auf harte Zeiten einstellen müssen, wenn sie ausscheren sollten, deutete der einstige Offensivspieler vorsorglich an: "Wer den Ernst der Lage nicht begreift, kann auch gern mal für ein paar Wochen nach Rumänien reisen. Dort wird er schnell begreifen, wie gut es ihm bei Energie geht."

Quelle: n-tv.de, Nikolaj Stobbe, sid

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