Fußball

Mittelfuß gebrochen, Saison vorbei Mlapa tritt Franz kaputt

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Abstiegskampf ohne Abwehrchef: Für Maik Franz von Eintracht Frankfurt ist die Saison vorbei.

(Foto: dpa)

Mario Gomez und Maik Franz werden im Fußball keine Freunde mehr, Franz und Peniel Mlapa auch nicht. Denn immer dann, wenn Frankfurts eisenharter Verteidiger Franz auf den jungen Hoffenheimer Angreifer trifft, zieht "Iron Maik" den Kürzeren. Im Sinne des Fair Play ist das nicht.

Zwei personelle Nackenschläge sorgen beim abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt für schlechte Stimmung: Das Team von Trainer Christoph Daum muss für den Rest der Saison auf Abwehrchef Maik Franz und Jungstar Sonny Kittel verzichten. Bei Ersatzkapitän Franz wurde in der Frankfurter BG-Unfallklinik ein Mittelfußbruch festgestellt, bei Kittel sogar ein Kreuzbandriss.

Damit muss Daum die Eintracht-Defensive im Heimspiel gegen Rekordmeister Bayern München am Samstag (15.30 Uhr/im n-tv.de Liveticker) definitiv erneut umbauen. Kittel hatte den Kreuzbandriss, der ihn zu einer Zwangspause von rund sechs Monaten zwingt, im Training erlitten. Bei Franz, der vier Wochen ausfällt, ist der Mittelfußbruch die Folge eines Zweikampfs mit Hoffenheims Peniel Mlapa am vergangenen Samstag in der Rhein-Neckar-Arena.

Einfach die Sohle drauf

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Fataler Tritt für den Treter: Franz krümmt sich nach Mlapas üblem Foul am Boden.

(Foto: dapd)

Mlapa hatte bei einem Zweikampf mit Franz in der 62. Minute einfach die Sohle draufgehalten und den Frankfurter dabei schwer verletzt. Bereits im Hinspiel war Franz nach einem Foul von Mlapa mit einem Bauchmuskelabriss mehrere Wochen ausgefallen. "Auf eine Entschuldigung von Mlapa kann ich in diesem Fall verzichten. Das war jetzt bereits das zweite Mal, da kann sich jeder denken, was das bedeutet", kommentierte Verteidiger Franz die Diagnose, nachdem er schon direkt nach dem Foul Mlapas Entschuldigungsversuch nicht angenommen hatte. Weil er die Hand des Hoffenheimers wegschlug, sah Franz wie Mlapa Gelb.

Für Franz kommt die Verletzung bei nur vier Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz zur Unzeit. "Das ist natürlich richtig heftig. Jeder der mich kennt, der weiß, wie schlimm das Zuschauen für mich die nächsten vier Wochen sein wird. Denn in den letzten vier Spielen geht es richtig um die Wurst. Und da wäre ich natürlich gerne dabei gewesen", sagte Franz.

"Zeitgenössischen Grobian"

Für "Iron Maik", wie der eisenharte Abwehrspieler in seiner Zeit beim Karlsruher SC von den Fans getauft wurde, gehen damit zweieinhalb turbulente Wochen äußerst unglücklich zu Ende. Wochen, in denen Franz für seine Verhältnisse zu Hochform aufgelaufen war. Der Verteidiger rühmte sich selbst einst als "meistgehasstester Spieler" der Liga, er gilt als Schrecken der Bundesliga. An diesem Ruf hat er über Jahre so hart gearbeitet wie an seinen Gegenspielern. Bayern-Stürmer Mario Gomez nannte Franz ob seiner immer kompromisslosen, bisweilen überharten und oft jenseits der Fairnessgrenzen angesiedelten Spielweise einst unverblümt ein "Arschloch".

Die "Süddeutsche Zeitung" fand jüngst schönere Worte, um Franz' oft hässliches Treiben auf dem Platz zu beschreiben. Sie nannte den Verteidiger einen "zeitgenössischen Grobian", weil er spielt, als sei sein Vorbild als Fußballer Bret "The Hitman" Hart. Zuvor hatte sich Franz wieder einmal in den Fokus der Öffentlichkeit gerüpelt.

Platzverweis und Jochbeinprellung

Zweieinhalb Wochen ist es her, da provozierte Franz, der den fiesen Tritt ebenso schätzt wie die Verbalinjurie, einen Platzverweis gegen Wolfsburgs Arne Friedrich. Das Schöne daran war aus Sicht des Frankfurters, dass zuvor Friedrich im Eintracht-Strafraum elfmeterreif gefoult worden war.

In der vergangenen Woche prellte Franz dann Bremens Denni Avdic bei einem Zweikampf das Jochbein, mit seinem Ellenbogen, unabsichtlich natürlich. Bremens Coach Thomas Schaaf gab anschließend zu Protokoll: "Franz tritt die Fairness mit großen Schuhen." Sein Kapitän Torsten Frings sekundierte: "Maik Franz spielt immer an der Grenze. Wenn der Schiri es zulässt, haut er auch mal einen ins Krankenhaus."

Über den üblen Tritt von Mlapa - gegen Franz und das Fair Play im Fußball - hat sich in der Bundesliga außerhalb Frankfurts niemand aufgeregt.

Quelle: n-tv.de, cwo/sid