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Sport
Donnerstag, 29. Oktober 2009

Wegen versuchten Mordes: Polizist zeigt Hooligans an

Ein Polizist geht in die Offensive: Wegen versuchten Mordes hat ein Beamter nach gewalttätigen Ausschreitungen im Zusammenhang mit einem Fußballspiel in Halle an der Saale Strafanzeige gestellt. Das bestätigte Uwe Petermann, Landeschef der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Sachsen- Anhalt. "Es ist ein deutlicher Hinweis an die Staatsanwaltschaft, auch den Tatbestand des versuchten Mordes zu erwägen."

(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Bei der Staatsanwaltschaft in Halle an der Saale sei die Anzeige allerdings noch nicht eingegangen, sagte ein Sprecher der Behörde. "Wir ermitteln gegen Unbekannt wegen schweren Landfriedensbruchs. Zum Stand der Ermittlungen sagen wir aus ermittlungstaktischen Gründen nichts", hieß es.

Präsident Werner Georg vom Fußball-Verband Sachsen-Anhalt sieht die Probleme vor allem außerhalb der Fußball-Arenen. "Die Vereine tun alles für die Sicherheit, sprechen sich im Vorfeld mit der Polizei und den Ordnungskräften ab. Sie sind aber machtlos, wenn es außerhalb des Stadions zu Ausschreitungen kommt." Unbestritten sei, dass die Gewalt eine neue Qualität erreicht hat. Deshalb sei, "wenn es um die Gefährdung der Gesundheit und des Lebens geht, auch die Politik gefragt", betonte Georg. "Sie muss konkrete gesetzliche Grundlagen schaffen, um die Chaoten schnell und wirkungsvoll zu bestrafen."

Fans locken Polizei in Hinterhalt

Vor einem Monat hatten beim Regionalliga-Spiel zwischen dem Halleschen FC und dem 1. FC Magdeburg rund 40 vermummte Gewalttäter im Vorfeld der Partie Mülltonnen mit Pflastersteinen und Zaunlatten gefüllt. Nach dem Spiel lockten sie die Polizei in den Hinterhalt, indem sie eine Auseinandersetzung rivalisierender Fangruppen vortäuschten. 16 Beamte wurden dabei verletzt. "Strategien werden genauestens geplant, um dem Feindbild Polizei zu schaden. Dabei wird mit viel Intelligenz vorgegangen. Diese Personen setzen sich intensiv mit der Polizeitaktik auseinander und schmieden ihre Pläne", erklärte der Dresdener Polizeidirektor Uwe Kilz.

Kilz betonte zudem, dass sich "Menschen mit einem ganz normalen Beruf am Wochenende prügeln." Darunter seien viele Akademiker, wie Rechtsanwälte oder Ingenieure. Während die Politik an Runden Tischen händeringend bis hilflos Lösungen sucht, sieht Fanforscher Gunter A. Pilz von der Universität Hannover "Selbstbehauptung" als Motiv: "Diese Dimension nimmt immer mehr zu. Jugendliche ab 14 Jahren aufwärts suchen das Abenteuer, das man mit keiner Frau oder Droge erleben kann", meinte der Professor.

Null Toleranz

Da die neuen, modernen Fußball-Arenen aufgrund der Sicherheits- Standards den Gewalttätern nur wenig Möglichkeiten für ihre Krawall- Aktionen bieten, weichen sie oft auf Dorfplätze aus. Das zeigte zuletzt der Angriff von Neonazis beim achtklassigen Fußball-Spiel FSV Brandis gegen Roter Stern Leipzig.

Die sächsische Polizei, die im Freistaat 1400 Gewalttäter im Sport registriert hat (620 in Sachsen-Anhalt), ermittelt mit höchster Anstrengung, nachdem rund 50 noch unbekannte rechtsextreme Angreifer mit Eisenstangen, Holzlatten und Pflastersteinen den Sportplatz in Brandis gestürmt hatten. Drei Menschen wurden dabei verletzt. "Ich bin sehr optimistisch, dass wir die brutalen Schläger ermitteln und ihrer gerechten Strafe zuführen können", sagte Landespolizeipräsident Bernd Merbitz und betonte: "Für dieses brutale und heimtückische Vorgehen kann es nur heißen: Null Toleranz." Verstärkung haben die 16 Beamten der Polizeidirektion Westsachsen inzwischen durch die "Soko Rex" bekommen, die sächsische Rechtsextremismus-Sonderkommission.

Quelle: n-tv.de