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Marco Reus hat es eiskalt erwischt.
Marco Reus hat es eiskalt erwischt.(Foto: picture alliance / dpa)
Donnerstag, 18. Dezember 2014

Schicke Autos, kein Führerschein: Reus erhält Strafbefehl über halbe Million

Mehrmals geblitzt - mehrmals Glück gehabt: Doch bei einer Polizeikontrolle kann Fußballprofi Reus seine Fahrerlaubnis nicht finden. Schnell stoßen die Beamten auch auf den Grund: Für den Aston-Martin-Fahrer in Diensten des BVB wird das teuer.

Der Dortmunder Fußball-Nationalspieler Marco Reus ist jahrelang ohne Führerschein Auto gefahren. Nach der Entdeckung durch die Polizei habe er einen Strafbefehl über 540.000 Euro für sechs Fälle von Fahren ohne Führerschein bekommen, bestätigte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Dortmund einen Bericht der "Bild"-Zeitung. Der Strafbefehl ist rechtskräftig, wie die Sprecherin sagte.

Dem "Bild"-Bericht zufolge meldete Reus sich zwar mit 18 Jahren bei einer Fahrschule an, eine Fahrprüfung habe er aber nie gemacht und sich stattdessen ohne Führerschein ins Auto gesetzt. "Ich habe mich damals leider entschieden, diesen Weg zu gehen. Die Gründe kann ich heute selbst nicht mehr nachvollziehen", sagte der Fußballer der Zeitung.

Reus war dem Bericht zufolge im März nach dem Training mit seiner Mannschaft Borussia Dortmund in der Ruhrgebietsstadt mit seinem Auto in eine Verkehrskontrolle geraten und konnte keinen Führerschein vorweisen. Bei der Kontrolle habe sich gezeigt, dass er gar keine Fahrerlaubnis besitzt.

Reus nicht vorbestraft

Im Zuge der weiteren Ermittlungen ergab sich laut Staatsanwaltschaft, dass Reus aus den vergangenen Jahren schon fünf Verkehrsvergehen auf dem Konto hatte, vor allem Fahren mit überhöhter Geschwindigkeit. Daraus habe sich dann die im Strafbefehl aufgeführte Zahl von sechs Fällen vorsätzlichen Fahrens ohne Führerschein in den Jahren 2011 bis 2014 ergeben.

Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft konnte keine Angaben machen, warum nicht bei den früheren Vergehen schon aufgefallen war, dass Reus gar keinen Führerschein besaß. Laut einem Bericht des WDR, dem der Strafbefehl gegen Reus nach eigenen Angaben vorliegt, soll der 25-Jährige bei einer Verkehrskontrolle im Jahr 2009 einen gefälschten holländischen Führerschein vorgezeigt haben.

Der Fußballer bekam einen Strafbefehl über 90 Tagessätze zu je 6000 Euro netto. Die Höhe errechnete sich aus dem von den Ermittlern angenommenen Gehalt des Fußball-Stars. Mit 90 Tagessätzen gilt Reus nicht als vorbestraft, dies wäre ab 91 Tagessätzen der Fall. Reus sagte der "Bild"-Zeitung: "Ich war in dieser Situation viel zu naiv, das war eine Dummheit. Ich habe meine Lehren daraus gezogen. So etwas passiert mir nie wieder."

Trotz der Verkehrsvergehen verhängte die Staatsanwaltschaft keine Führerscheinsperre gegen den Dortmunder. Ihm solle nicht die Möglichkeit verbaut werden, das Ablegen einer Fahrprüfung nachzuholen, begründete dies die Sprecherin der Ermittlungsbehörde.

Verein: "Marco sieht Fehler ein"

Laut dem Zeitungsbericht will sich der Nationalspieler nun bei einer Fahrschule anmelden und seinen Führerschein machen, um dann auch legal Auto fahren zu können.

Sein Arbeitgeber Borussia Dortmund reagierte mit Zurückhaltung auf die Schlagzeilen. "Wir haben mit Marco gesprochen. Er sieht seinen Fehler ein, spricht selbst von einer großen Dummheit", sagte Sascha Fligge, Direktor Kommunikation beim Fußball-Bundesligisten.

"Er hat versprochen, dass so etwas nicht wieder vorkommt", sagte Fligge. "Weil wir Marco nicht nur als Sportler, sondern auch als Mensch sehr schätzen, sehen wir keinen Grund, an seinen Worten zu zweifeln." Ob Reus disziplinarische Maßnahmen seitens des Vereins zu erwarten hat, wurde nicht mitgeteilt.

Quelle: n-tv.de