Fußball

Ausreden beim Frauenfußball Schult kritisiert "Stoppschild" der Topklubs

imago40768817h.jpg

"Es würde helfen, wenn Klubs flächendeckend Interesse zeigen und nicht gleich ein Stoppschild ausgefahren wird": Almuth Schult.

(Foto: imago images / DeFodi)

Warum kümmert sich zum Beispiel Borussia Dortmund nur um die Männer, aber nicht um den Frauenfußball? Almuth Schult kann es nicht verstehen. In einem Interview klagt die deutsche Nationaltorhüterin die Klubs an. "Ich glaube, den Vereinen ist gar nicht bewusst, was da für ein Potenzial drinsteckt."

Die deutsche Nationaltorhüterin Almuth Schult kann und will nicht verstehen, dass sich einige Traditionsvereine gegenüber dem Frauenfußball verweigern. "Ich glaube, wenn Dortmund mal ein Probetraining anbieten würde, um ein Frauenteam zu gründen, würden sich innerhalb weniger Wochen Hunderte melden", sagte Schult der "Süddeutschen Zeitung" im Interview. "Ich kenne Nationalspielerinnen, die sagen: Wenn der BVB eine Frauenmannschaft gründet, will ich dieses Trikot tragen. Ich glaube, den Vereinen ist gar nicht bewusst, was da für ein Potenzial drinsteckt."

imago42766006h.jpg

"Was man bisher oft hört, sind für mich Ausreden."

(Foto: imago images/foto2press)

Die vermeintlichen Argumente gegen eine professionelle Frauenfußball-Abteilung, wie sie zum Beispiel der FC Bayern, ihr VfL Wolfsburg und Bayer 04 Leverkusen unterhalten, seien "Ausreden, wenn man sieht, wie viel Geld von vielen Bundesligisten in die Infrastruktur gesteckt wird", sagte die 28-Jährige, die beim Jahresabschluss des DFB-Teams an diesem Samstag (ab 18.30 Uhr bei Eurosport) vor 90.000 Zuschauern im Londoner Wembley-Stadion gegen England nach ihrer Verletzungspause nicht auf dem Rasen stehen wird.

Ohne die die großen Vereine, "die polarisieren und die Fans mitnehmen, wird es nicht funktionieren", sagte Schult. "Es würde helfen, wenn Klubs flächendeckend Interesse zeigen und nicht gleich ein Stoppschild ausgefahren wird." Zwar spüre sie auch beim DFB eine "Aufbruchsstimmung", und "vielleicht gehören Fußballerinnen in ein paar Jahrzehnten ganz selbstverständlich dazu. Aber was man bisher oft hört, sind für mich Ausreden, und das macht mich traurig, weil wir Fußballerinnen dadurch deutlich merken, dass wir nicht gewollt sind".

Quelle: n-tv.de, sgi/dpa

Mehr zum Thema