Sport
Dienstag, 17. August 2010

Vuvuzelas in der Bundesliga: Vereine verbieten Tröten

Während der Weltmeisterschaft hat ein kleines Plastikrohr die Fußball-Welt gespalten: Für die einen war die Vuvuzela südafrikanisches Kulturgut, für die anderen nerviges und monotones Getöse. In der Bundesliga sind die Tröten teilweise verboten.

"Der aufdringliche Sound der Tröten würde die gewohnte Stimmung in unserer Arena extrem negativ verändern." Sagt Werder Bremens Vereinschef Klaus Allofs.
"Der aufdringliche Sound der Tröten würde die gewohnte Stimmung in unserer Arena extrem negativ verändern." Sagt Werder Bremens Vereinschef Klaus Allofs.(Foto: dpa)

Wenn an diesem Freitag die Fußball-Bundesliga in die Saison 2010/2011 startet, bleiben die Vuvuzelas in den meisten deutschen Stadien still. Einige Vereine haben klare Verbote ausgesprochen, andere setzen auf die Vernunft der Fans. "Der aufdringliche Sound der Tröten würde die gewohnte Stimmung in unserer Arena extrem negativ verändern", sagte Werder Bremens Vereinschef Klaus Allofs über die Vuvuzela-Verbannung aus dem Weserstadion. "So wie wir die afrikanische Fan-Kultur akzeptieren, möchten wir auch, dass Fußball bei uns weiterhin mit all seinen Emotionen so rüberkommt, wie wir ihn lieben", betonte Allofs.

Während der Weltmeisterschaft in Südafrika hat das Plastik-Instrument die Fußball-Welt gespalten: Symbol für ein großartiges Spektakel und irgendwie auch südafrikanisches Kulturgut für manche, für viele aber einfach nur nerviges und monotones Getöse. Droht die Vuvuzela nun auch der höchsten deutschen Spielklasse? Müssen die TV-Sender wie schon während der WM einen erheblichen technischen Aufwand betreiben, um die akustische Qualität der Live-Übertragungen zu gewährleisten? Eher nicht, glaubt Kölns Fan-Sprecher Rainer Mendel. "Die Vuvuzelas haben eine Tradition in Südafrika, die man für vier Wochen ertragen kann", sagte er. Aber auch ohne Verbot würden sie sich in Deutschland nicht durchsetzen.

Na klar, der Schalldruckpegel

Dennoch haben die Vereine in Bremen, Mönchengladbach, Stuttgart, Freiburg, Nürnberg und Dortmund klare Regeln ausgesprochen. Kein Zutritt für Vuvuzela-behängte Fans. In Stuttgart hat das Ordnungsamt der Stadt ein Verbot für die Heimspiele des VfB und des Regionalligisten Kickers erlassen. Begründung: Vuvuzelas können einen derart hohen "Schalldruckpegel" erzeugen, dass "bei deren Gebrauch Verletzungen von Personen nicht auszuschließen sind".

Auch beim Nachbarn in Freiburg sind die Plastikrohre nicht erlaubt. Pressesprecher Rudi Raschke begründet das mit "Sicherheitsbedenken". Die Blasinstrumente könnten genauso wie Flaschen als Wurfgeschosse missbraucht werden. In Mönchengladbach hat der Verein sogar seine Stadionordnung erweitert und lässt "mechanisch betriebene Lärminstrumente und Geräte zur Geräusch- oder Sprachverstärkung" nicht zu. Unter das Verbot fallen somit auch Fanfaren, luft- oder gasbetriebene Hörner und Megafone.

Bayern setzen auf die Vernunft

Dagegen verzichten Clubs wie Hannover 96 und der VfL Wolfsburg auf ein offizielles Verbot. "Ich halte nichts von Verboten und glaube nicht, dass das Thema in der Bundesliga eine große Rolle spielen wird", sagte 96-Clubchef Martin Kind. Auch in Wolfsburg geht man nicht davon aus, dass "plötzlich 5000 Fans mit Vuvuzelas zu den Spielen auftauchen", wie es ein Vereinssprecher formulierte.

Und beim großen FC Bayern? Auch hier glaubt man nicht an Südafrika-Stimmung im ersten Saisonspiel gegen Wolfsburg. Man setze auf die Vernunft der Leute, heißt es beim deutschen Rekordmeister. Zu kaufen gibt es die Vuvuzela im Bayern-Shop jedenfalls nicht.

Quelle: n-tv.de