Olympia

Die Party nach der Hochzeit London will es krachen lassen

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Die Eröffnungsfeier war die Hochzeit, das wird jetzt die Hochzeitsparty: sagt der musikalische Leiter der Schlussfeier David Arnold.

(Foto: REUTERS)

Leise, still und wehmütig? Nicht mit London! Die Olympiastadt will bei der Schlussfeier noch einmal richtig auf den Putz hauen. Stars gibt es bei der großen Party satt - von den Spice Girls bis The Who.

Wehmut? Später vielleicht. Bevor der nacholympische Blues einsetzt, will es London noch mal richtig krachen lassen. Der Gastgeber rüstet sich für eine Abschiedsparty der Superlative. "Wir werden nicht verzweifelt auf tiefgründig machen. Das wird Spaß, und es wird ganz groß", sagte OK-Chef Sebstian Coe vor der Schlussfeier am Sonntagabend (22.00 Uhr MESZ). Und "groß" könnte noch höflich untertrieben gewesen sein.

Im olympischen Finale schießen die Macher der Spiele noch einmal aus allen Rohren, jagen die größten Pop-, Rock- und Showstars durch das Olympiastadion, von den Spice Girls bis The Who. "Es soll die großartigste After Show der Welt werden. Die Eröffnungsfeier war die Hochzeit, das wird jetzt die Hochzeitsparty", sagt David Arnold. Der musikalische Leiter der Schlussfeier ist ein Mann fürs Dramatische, hat den Soundtrack zu fünf James-Bond-Filmen geschrieben. Was nun unspektakulär mit "A Symphony of British Music" betitelt ist, soll sein Meisterwerk werden - spektakulär, überbordend und bis an die Schmerzgrenze emotional.

Nur die Rolling Stones kommen nicht

Die Generalprobe bot einen ersten Eindruck von dem, was über 80.000 Zuschauer im Stadion und mehr als eine Milliarde weltweit hereinbrechen wird - auch wenn auf dem Gelände des Ford-Werkes in Dagenham vom Journalisten bis zum iPhone alles ausgeschlossen und verboten war, was Fakten an die Öffentlichkeit bringen könnte. Im Osten Londons übten die Spice Girls um Beckham-Gattin Victoria und Ginger Spice Geri Halliwell auf fahrenden Autos stehend für ihr Comeback, das gleichzeitig auch ihr letzter Auftritt werden soll. Die Pet Shop Boys waren da, George Michael auch, Queen-Gitarrist Brian May, Eurythmics-Frontfrau Annie Lennox, die Kaiser Chiefs, Kate Bush, Fat Boy Slim und Monty-Python-Ikone Eric Idle, den Gassenhauer "Always look on the Bright Side of Life" schmetternd.

Das war aber wohl nur die Vorhut: Am Sonntag wird wie bei der Eröffnungsfeier Paul McCartney singen, The Who sind dabei, Take That womöglich, Muse auf jeden Fall, Ex-Oasis-Rüpel Liam Gallagher ebenso wie Madness, Pink Floyd werden durch Drummer Nick Mason vertreten. Nur die Rolling Stones haben schon abgesagt. Und Coldplay spielen erst bei den Paralympics.

Weil das alles vielleicht doch noch nicht genug Glamour sein könnte, werden 4100 Laiendarsteller im Einsatz sein, Londons Sehenswürdigkeiten nachgebaut, die Symphoniker aufspielen, und zahlreiche Topmodels durchs Olympiastadion gescheucht - angeführt von Naomi Campbell und Kate Moss. "Die ganze Show muss etwas sein, wo jeder, auch die Athleten, Dampf ablassen kann", sagt Arnold. Ach ja: Athleten. Da war doch was. Um Sport muss es schließlich auch gehen. IOC-Präsident Jacques Rogge wird die Spiele für beendet erklären, Londons Bürgermeister Boris Johnson die olympische Flagge an Eduardo Paes, seinen Amtskollegen aus Rio de Janeiro, übergeben. Ein großer englischer Buchmacher bietet Wetten darauf an, dass Johnson den Brasilianer dabei mit dem Banner k.o. schlägt, Quote 33:1. In puncto Showeffekt könnten da auch die Spice Girls nicht mehr mithalten.

Quelle: n-tv.de, Christoph Leuchtenberg, sid