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Früher ein Hit, heute ein Risiko 10 Jahre Windows XP

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Windows XP wird zunehmend zum Sicherheitsrisiko.

Microsoft

Microsoft feiert den zehnten Geburtstag von Windows XP, aber will damit eigentlich deutlich machen, dass es endlich Zeit wird, dem betagten Betriebssystem Lebewohl zu sagen. Das System funktioniert zwar immer noch wie geschmiert, ist aber nicht mehr sicher. Trotzdem ist Windows XP immer noch auf rund 40 Prozent aller Computer installiert.

Für ein Computer-Betriebssystem ist Windows XP schon unglaublich alt: Am 25. Oktober 2001 brachte Microsoft den Nachfolger von Windows 2000 auf den Markt. Damals ahnte der kalifornische Software-Riese vermutlich nicht, wie langlebig XP (eXPierence) werden würde. Denn eigentlich sollte es schon Ende 2003 durch Vista abgelöst werden. Doch das als Projekt Longhorn gestartete Betriebssystem wurde immer wieder verschoben und entpuppte sich nach der Veröffentlichung im November 2006 als unausgereiftes, resourcenfressendes Wackel-System. Vista wurde ein Riesen-Reinfall und die meisten Nutzer blieben Windows XP treu. Auch ein Verkaufsstopp für XP im Dezember 2008 änderte daran kaum etwas. Erst am 22. Oktober 2009 konnte Microsoft mit Windows 7 einen würdigen Nachfolger präsentieren.

450 Millionen Mal verkauft

Insgesamt verkaufte Microsoft mehr als 450 Millionen XP-Lizenzen, von denen auch heute noch viele genutzt werden. Laut Statistik-Dienst "Statcounter" hat Windows 7 seinen zehn Jahre alten Ahnen erst in diesem Oktober überholt. Demnach erreicht Microsofts aktuelles Betriebssystem derzeit einen weltweiten Marktanteil von 40,7 Prozent, Windows XP 38,51 Prozent. Windows Vista ist lediglich auf 11,2 Prozent der Rechner installiert. Apples OSX läuft auf 7,2 Prozent der Computer, die mobile Version iOS (iPad) erreicht bei den installierten Betriebssystemen immerhin schon einen Marktanteil von 1,12 Prozent.

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Immer noch ist Windows XP weltweit auf 40 Prozent der Computer installiert.

(Foto: Microsoft)

Betrachtet man nur die Desktop-Computer, spielt Windows XP anscheinend sogar noch die erste System-Geige. Denn laut Zahlen von "Netmarketshare" erreichte hier das uralte OS im September dieses Jahres einen Marktanteil von sage und schreibe 50,5 Prozent. Windows 7 folgt mit 32,42 Prozent, Vista kommt auf 9,09 Prozent,  OSX ist auf 4,68 Prozent der Schreibtisch-Rechner installiert.

Microsoft ist zwar stolz auf die Bilanz von Windows XP, möchte aber, dass es möglichst bald komplett durch Windows 7 ersetzt sein wird. Zum einen spielt natürlich ein kommerzielles Interesse eine große Rolle. Würden alle XP- durch Windows-7-Lizenzen ersetzt, bedeutete dies für den Konzern Milliarden-Einnahmen.

XP-Rechner sind Virenschleudern

Andererseits bereitet XP nicht nur Microsofts Sicherheitsexperten Kopfzerbrechen. Laut einer Avast-Studie sind Computer, auf denen das alte Windows installiert ist, wahre Virenschleudern. Rund 74 Prozent aller auf den untersuchten Rechnern entdeckten Rootkits wurden auf XP-Rechner gefunden. Rootkits können sich besonders gut tarnen und Angreifern unbemerkt Hintertürchen (Backdoors) zum System öffnen.

Bei Windows 7 fand Avast "nur"12 Prozent der Schädlinge, Vista ist mit 17 Prozent Rootkit-Befall ebenfalls vergleichsweise sicher. Die hohe Infektionsrate ist dabei nicht nur auf eine grundsätzliche Schwäche des Systems zurückzuführen. "Ein Problem mit Windows XP ist auch die hohe Zahl der Raubkopien, besonders wenn Nutzer die Software durch Microsoft Update nicht aktualisieren können", sagt Avast-Experte Przemyslaw Gmerek.

Microsoft stellt für legale XP-Lizenzen mit installiertem Service Pack 3 (SP3) noch bis 8. April 2014 Sicherheitsaktualisierungen zur Verfügung. Dann ist endgültig Schluss mit dem Oldtimer-Betriebssystem. Wer XP bis dahin noch nutzen möchte, sollte unbedingt darauf achten, es aktuell zu halten. Übrigens: Auch wer eine illegale Version installiert hat, muss nicht zur Gefahr für die Allgemeinheit werden. "Winfuture" und andere Webseiten bieten Service Packs mit allen wichtigen Patches zum Download an.

Quelle: n-tv.de

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