Technik

Google will's abstellen Android schickt heimlich Standortdaten

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Android-Smartphones haben über Monate ohne Wissen der Nutzer Verbindungen zu Mobilfunkmasten aufgezeichnet.

(Foto: picture alliance / Christoph Der)

Auch wenn Nutzer die Standortdienste deaktiviert haben, senden Android-Smartphones Positionsdaten an Google. Das hat einen guten Grund, aber das Unternehmen will die heimliche Ortung abstellen.

Nachforschungen des Magazins "Quartz" haben ergeben, dass Android-Smartphones seit Anfang 2017 auch dann die Position des Geräts ermitteln und an Google senden, wenn die Standortdienste in den Einstellungen deaktiviert sind. Der Nutzer wird darüber weder informiert, noch hat er die Möglichkeit dies zu unterbinden. Ein Google-Sprecher hat dies bestätigt. Sein Unternehmen nutze seit Januar die Verbindungsdaten zu Mobilfunkmasten, um Push-Benachrichtigungen und -nachrichten besser zu managen. Google weiß also, wann ein Smartphone sich mit welcher Sendeanlage verbunden hat und kann so theoretisch fast ebenso genau den Standortverlauf ermitteln wie über die GPS-Ortung.

Google reagiert

Der Unternehmenssprecher betont, dass die Daten weder gespeichert noch für die Standortdienste verwendet werden. Außerdem sollen die Informationen verschlüsselt übermittelt werden. "Quartz" weist allerdings darauf hin, dass die via Mobilfunkzellen unter Umständen von Dritten abgegriffen werden könnten, wenn beispielsweise eine App mit Spyware installiert werde.

Möglicherweise ist die Praxis nicht allzu problematisch, aber in Googles Datenschutzerklärung steht ausdrücklich, die Position eines Smartphones werde nur dann über Mobilfunkmasten ermittelt, "wenn Sie den Standortdienst von Google verwenden". Insofern ist die Vorgehensweise des Unternehmens nicht korrekt. Das sieht wohl auch Google ein, dass "Quartz" versichert hat, künftig keine Adressen von Mobilfunkmasten mehr zu ermitteln, wenn die Standortdienste abgeschaltet sind.

Verlauf kontrollieren

Wer wissen möchte, was Google bei aktivierten Standortdiensten aufgezeichnet hat, kann dies ganz einfach sehen, wenn er sich im Browser mit seinem Google-Konto anmeldet, Google Maps besucht und im Menü Meine Zeitachse anklickt. Um die Informationen zu löschen, klickt man auf Verlauf, dann auf Mehr und schließlich auf Aktivitäten löschen nach. Dort kann man dann festlegen, ob man nur einen bestimmten Zeitraum oder den gesamten Verlauf entfernen möchte. Unter Verlauf - Aktivitätseinstellungen kann man sehen, welche Daten zum persönlichen Alltag man Google zur Verfügung stellt und kann sie abstellen beziehungsweise pausieren.

Quelle: ntv.de, kwe