Technik

Galaxy Tab 10.1 ein Verführer Apple hat Angst vor Samsung

Man muss nicht alles für bare Münze nehmen, was Anwälte in einem Prozess vom Stapel lassen. Aber was Apples Jurist in Australien über Samsungs Galaxy Tab 10.1 sagt, ist schon beachtlich. Das koreanische Tablet sei so verführerisch, dass die iPad-Verkäufe drastisch sinken könnten, warnt er.

Es ist schon erstaunlich, mit welcher Energie und Wut Apple Samsungs Galaxy Tab 10.1 bekämpft. Einer der zahlreichen Prozesse wegen Patentrechts- oder Geschmacksmusterverletzung findet in Australien statt, wo Apple wie in Deutschland den Verkauf des iPad2-Konkurrenten verhindern möchte. Und dort hat der Anwalt des Unternehmens die Katze aus dem Sack gelassen: Bei einer Anhörung in Sydney sagte er laut "The Sydney Morning Herald", dass das Galaxy Tab 10.1 so verführerisch sei, dass viele Kunden Apples iOS-Plattform für immer den Rücken kehren könnten.

Langfristige Einbußen

Zum Verwechseln ähnlich: Ein Apple iPad (r) und ein Galaxy Tab von Samsung.

Links das Galaxy Tab 10.1, rechts das iPad2

Ein Verkaufsstart des Geräts würde den Markt mit ungeheurer Wucht treffen und Apple bis zu einer endgültigen Entscheidung der Patentklage schwere Verluste zufügen, sagte der Anwalt weiter. Einerseits würden die iPad2-Verkäufe drastisch sinken, andererseits verkaufe man künftig weniger Apps, wenn Apple-Nutzer "Android-Leute" würden.

Apple versucht in Australien eine einstweilige Verfügung gegen den geplanten Verkaufsstart am 30. September zu erwirken. Die vorsitzende Richterin vertagte aber ihre Entscheidung. Sie hoffe, in der kommenden Woche ein Urteil sprechen zu können, sagte sie. "Ich mache so schnell wie möglich." Samsung hat zugesagt, bis dahin seinen Tablet-Computer weder zu bewerben, noch zu verkaufen. Auf die Frage der Richterin, warum Apple keine anderen Android-Tablets verklage, antwortete der Apple-Anwalt, das Samsung Galaxy Tab 10.1 sei der Haupt-Konkurrent des iPad 2.

Patent-Weltkrieg

Apple führt schon seit dem Frühjahr einen Patent-Feldzug gegen Samsung und versucht in mehreren Ländern den Verkauf des Galaxy Tab 10.1 zu verhindern oder zumindest durch einstweilige Verfügungen auszubremsen. In Deutschland war Apple damit erfolgreich, Anfang Dezember entscheidet das Düsseldorfer Landgericht über Samsungs Berufung. Auch in den USA versucht Apple eine einstweilige Verfügung zu erwirken. Dort findet in Kalifornien am 13. Oktober eine Anhörung statt.

Samsung wehrt sich mit Gegenklagen und führt unter anderem seine 3G-Patente ins Feld. Es verlangt von Apple hohe Lizenzgebühren. Wie die Webseite "Webwereld" berichtet, hat Samsung vor einem Gericht in Den Haag pro Patent 2,4 Prozent des Chip-Preises verlangt. Apple bezieht seine 3G-Chips von Intel und sagt, die Gebühren seien bereits vom Hersteller bezahlt worden. Die Verhandlung in Den Haag wird am 14. Oktober fortgesetzt.

Quelle: n-tv.de, kwe

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