Technik

4-Zoll-Display ändert Verhältnis Apple streckt iPhone 5

Äußerlich gibt es zwischen iPhone 4 und iPhone 4S kaum einen Unterschied. (Bild: dpa)Die neueste Version des Apple-Smartphones hat eine schnelleren Chip und eine bessere Grafik - wichtig für alle, die ihr Gerät als mobile Spielkonsole nutzen. (Bild: dpa)Innovationen gibt es vor allem bei der Software - etwa Siri, den intelligenten Assistenten, der menschliche Sprache versteht. (Bild: dpa)

Diesmal wird man beim neuen iPhone den Unterschied zum Vorgänger sofort sehen können.

Es scheint so gut wie sicher zu sein, dass Apple das Display des neuen iPhone von 3,5 auf rund 4 Zoll anwachsen lässt. Offen ist allerdings noch, wie der neue Bildschirm vergrößert wird. Einiges deutet darauf hin, dass Apple das Seitenverhältnis von 3:2 auf 16:9 ändert und das iPhone damit in die Länge streckt.

Spätestens seit Mitte Mai gilt als gesichert, dass Apple im kommenden iPhone erstmals kein 3,5 Zoll großes Display einbaut, sondern den Bildschirm voraussichtlich auf 4 Zoll vergrößert. Die Chef-Gerüchteköche von "MacRumors" haben Fotos einer angeblichen Frontblende eines neuen iPod touch zugespielt bekommen, das die vermutete Displaygröße offenbar bestätigt. Die Aussparung für den Bildschirm soll 4,1 Zoll messen. Berücksichtigt man, dass das eingefasste Display nicht nahtlos abschließt, sind 4 Zoll oder etwas weniger realistisch. iPod touch und iPhone haben aktuell die gleichen Retina-Bildschirme und es gibt keinen Grund anzunehmen, dass Apple bei der kommenden Generation daran etwas ändern wird.

Ja klar, dann ist das "iPhone 5" halt größer - und? So einfach ist die Sache eben nicht. Denn Apple will auf keinen Fall eine Fragmentierung seiner iOS-Geräte wie sie unter Googles Android üblich ist. Deshalb müssen Apps, die auf dem kommenden iPhone laufen, auch auf älteren Geräten problemlos funktionieren. 1:1 wäre dies aber nur realisierbar, wenn Apple den Bildschirm vergrößert, ohne das Seitenverhältnis von 3:2 und die Auflösung von 960 x 640 Pixeln zu ändern.

Kein Pixel wird aufgegeben!

Eine unveränderte Auflösung (die Gesamtzahl der verwendeten Pixel) würde bei einem größeren Bildschirm eine Reduzierung der Punktdichte ppi ( Anzahl der Pixel pro Inch) bedeuten. Das kommende iPhone würde dann zwar mit 288 ppi immer noch das neue iPad (264 ppi) hinter sich lassen - was völlig ausreichen würde. Es bedeutete aber einen für Apple untypischen Rückschritt gegenüber den aktuellen 326 ppi des iPhone 4/4S-Displays.

Geht man also davon aus, dass Apple die Punktdichte beibehalten möchte, ergibt sich das Problem, die Kompatibilität der Apps zu gewährleisten. "9to5Mac" berichtet, dass Apple sich dafür entschieden haben soll, die Anzahl der Pixel in der Breite mit 640 beizubehalten und die zusätzlichen Pixel oben und/oder unten anzufügen. Das Ergebnis soll eine Auflösung von 1136 x 640 Pixeln sein, was ein Seitenverhältnis von fast genau 16:9 ergäbe. Zwei Prototypen sollen es ins Test-Finale geschafft haben, an denen möglicherweise auch ein kleinerer Dock-Connector ausprobiert wird.

Der zusätzliche Platz könnte auf dem Homescreen durch eine weitere Reihe Apps genutzt werden, vorinstallierte und neu geschriebene Apps mehr Informationen zeigen. Das kommende Betriebssystem iOS 6 soll die neue Auflösung unterstützen. Wie "alte" Apps auf dem neuen iPhone dargestellt werden, lässt "9to5Mac" aber offen.

Vermutlich werden aktuelle Apps auf dem "iPhone 5" mit 960 x 640 Pixeln unverändert bleiben. Welche Inhalte dann den zusätzlichen Platz füllen werden, kann man nur spekulieren. Grauer Hintergrund, Uhrzeit, Wetter oder Infos? Und wie sieht es bei künftigen Apps aus - müssen Entwickler ab jetzt zwei Versionen schreiben? Es wird interessant zu sehen, wie Apple dieses Problem löst.

Quelle: n-tv.de, kwe