Technik

Online-Musik von Fesseln befreit Bitkom und Gema einigen sich

Es sieht wie ein Durchbruch aus: Der deutsche Hightech-Verband Bitkom und die Musik-Verwertungsgesellschaft Gema einigen sich nicht nur auf neue Lizenzgebühren für Online-Musik, sondern auch auf die Lizenzierung von Streaming-Angeboten. Eine Regelung für Portale wie Youtube ist zwar noch offen, aber immerhin wahrscheinlicher geworden.

Der Hightech-Verband Bitkom und die Verwertungsgesellschaft Gema haben eine Vereinbarung für Online-Musikanbieter erzielt. Der Vertrag regelt die Höhe der Urhebervergütungen, die von den Betreibern von Internet-Musikportalen abgeführt werden müssen. Die Lizenzgebühren betragen pro Musikstück jetzt in der Regel zwischen 6 und 9 Cent netto, Bitkom-Mitgliedsunternehmen erhalten einen Rabatt.

1321808745.jpg7902322979401052081.jpg

Das Album "21" der britischen Sängerin Adele wurde in Deutschland über 140.000 Mal heruntergeladen - legal.

(Foto: AP)

Auch für die Kunden von Online-Musikanbietern ergeben sich Vorteile. Sie können die Songs künftig länger im Internet vorhören. In Download-Shops sind künftig Hörproben von 90 statt bisher 30 Sekunden möglich.

Noch interessanter für Nutzer könnte aber dieser Punkt sein: Der neue Vertrag, der rückwirkend zum 1. Januar 2002 gilt, enthält auch eine Lizenzierung von Urheberrechten für Streaming-Angebote, also die Direktübertragung von Musikstücken über das Internet. "Einzelne Dienste, die bisher im Ausland erfolgreich sind, finden jetzt auch in Deutschland ähnliche Lizenzierungsbedingungen vor. Wir gehen deshalb davon aus, dass es künftig noch mehr Musikdienste in Deutschland geben wird, bei denen Nutzer für eine monatliche Pauschalgebühr alle Titel vollständig online hören können", sagt BITKOM-Vizepräsident Smid. "Dadurch werden Online-Geschäftsmodelle im Musikbereich für Anbieter und Nutzer sehr viel attraktiver als bisher."

Youtube-Nutzer müssen sich gedulden

Inwiefern sich die Vereinbarung auf Angebote wie Youtube auswirkt, ist noch offen. Rein werbefinanzierte Musikdienste und Musikvideos werden von dem Vertrag bisher noch nicht abgedeckt. Dazu werde man die Verhandlungen mit der Gema weiter fortsetzen, teilt Bitkom mit. Ebenso liefen noch Verhandlungen für Online-Videoangebote.

Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien vertritt mehr als 1600 Unternehmen, davon über 1000 Direktmitglieder mit etwa 135 Milliarden Euro Umsatz und 700.000 Beschäftigten.

Die Gema vertritt in Deutschland die Urheberrechte von mehr als 64.000 Mitgliedern (Komponisten, Textdichter und Musikverleger) und von über zwei Millionen Rechteinhabern aus aller Welt. Sie ist weltweit eine der größten Autorengesellschaften für Werke der Musik.

Quelle: ntv.de, kwe