Technik

5 Millionen Dollar für "Dota 2" Chinesen kassieren riesige Siegprämie

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Defense of the Ancients war ursprünglich eine Modifikation des Echtzeitstrategiespiels Warcraft 3.

(Foto: Valve Software)

Spielen, siegen, Millionär sein - das gelingt fünf Chinesen, die "The International 4", das bislang höchstdotierte E-Sport-Turnier überhaupt gewinnen. Und das Preisgeld? Das wurde vor allem mit Hilfe der Popularität von "Defense of the Ancients 2" generiert.

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(Foto: Valve Software)

Mehr als 10 Millionen US-Dollar Preisgeld für den Sieg in einem Spiel? Das klingt wie aus eine Parallelwelt - und ist es auch. Denn in Seattle ist das bislang lukrativste Turnier in der Geschichte des E-Sports zu Ende gegangen. Veranstaltet wurde "The International 4" von der dort ansässigen Spieleschmiede Valve Software. Die Disziplin war "Defense of the Ancients 2", kurz Dota 2, und damit wenig überraschend ein hauseigenes Produkt. Gewonnen hat Team Newbee aus China, das im Finale die landeseigene Konkurrenz von Vici Gaming in die Schranken wies.

Der Name des Gewinnerteams Team Newbee ist ironisch zu verstehen - denn was in der Musik als Supergroup bezeichnet wird, also eine Band, zusammengestellt aus den Besten anderer Formationen, wurde hier erfolgreich auf den E-Sport übertragen: Das Team wurde erst im Februar und eigens für das Turnier zusammengestellt. Für ihren Sieg erhalten die Fünf insgesamt über 5 Millionen US-Dollar. Jeder von ihnen ist nun auf einen Schlag Millionär. Die Verlierer des Finales erhalten 1,5 Millionen Dollar, der Rest wird auf die nachfolgenden Teams verteilt.

Verkauf beeinflusst Dotierung

Das Preisgeld kommt nur zu einem kleinen Teil von Valve selbst - etwa 1,6 Millionen Dollar -, sondern wurde vor allem durch den Verkauf einer virtuellen Broschüre gesammelt, die verschiedene Gegenstände für Spieler enthält. Zudem erhöhen Eintrittskarten für Online-Wettkämpfe die Dotierung. Die Popularität des Spiels erhöht also wiederum die Attraktivität des Turniers.

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Einer der wählbaren Figuren in Dota 2 - in aufgehübschter Screenshot-Version.

(Foto: Valve Software)

Dota 2 ist eine sogenannte Moba, Abkürzung für Mu ltiplayer Online Battle Arena. Das Genre ähnelt einem Echtzeitstragiespiel, bei dem allerdings einige klassische Elemente wegfallen: Die Spieler müssen keine Gebäude, Verteidigungsanlagen oder Truppen bauen, sondern konzentrieren sich auf eine von ihnen gewählte und aus der Vogelperspektive gesteuerte Heldenfigur mit bestimmten Fähigkeiten. Mehr als 9 Millionen unterschiedliche Spieler hatte Dota 2 im vergangenen Monat, gibt Valve an.

Die gewählte Kombination unterschiedlicher Charaktere innerhalb der Fünferteams ist ebenso entscheidend wie die Koordination auf dem Kampfschauplatz. Der besteht im Gegensatz zur Echtzeitstrategie immer aus der gleichen Karte. Ziel ist es, mit den eigenen Helden an fest installierten gegnerischen Verteidigungsanlagen vorbei in das Herz der anderen Hälfte vorzudringen und die dortige Basis zu zerstören.

Valve hatte mit "Free to Play" im März eine Dokumentation über drei Teilnehmer der vorherigen "International"-Turniere veröffentlicht und erhielt dafür hervorragende Kritiken. Der Film wurde mehr als 5,5 Millionen Mal angesehen, wie das US-Unternehmen wenige Wochen später bekanntgab.

Quelle: ntv.de, rpe