Technik

OLEDs zum Biegen und Falten? Das kommt nach dem iPhone 7

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Nicht nur gewölbt, sondern richtig gebogen: In Zukunft setzt Apple wie Samsung auf OLED-Displays.

(Foto: jwa)

In Kürze zeigt Apple das iPhone 7, Experten schauen längst weiter: In Zukunft wird Apple auf die OLED-Technologie setzen, womit auch faltbare Displays möglich sind - doch bei der Umsetzung gibt die Konkurrenz den Takt vor.

Wenn Apple in Kürze sein iPhone 7 vorstellt, wird sich die Spannung der meisten Zuschauer in Grenzen halten - schon jetzt ist das Allermeiste zu Apples Nachwuchs bekannt. Experten und Analysten schauen längst weiter, ins kommende Jahr und darüber hinaus. Einig sind sich die Kenner in einem Punkt: Richtig spannend wird's bei Apple erst mit der nächsten Generation, zum zehnjährigen Jubiläum des iPhones. Dann soll unter anderem ein Umstieg auf OLED-Displays anstehen. Was man vom kalifornischen Hersteller in den kommenden Jahren erwarten kann, hat Display-Experte David Hsieh der "Nikkei Asian Review" verraten.

Dass OLEDs sich in Zukunft immer mehr durchsetzen und vor allem in der Premium-Klasse mittelfristig die LCDs ersetzen werden, ist kein Geheimnis mehr. Samsung macht es mit seinen Premium-Geräten vor, die anderen Hersteller hängen hinterher. Daran wird sich erst einmal auch nichts ändern. Samsung dominiert laut Nikkei derzeit den OLED-Markt: 95 Prozent aller OLEDs stammen demnach von den Koreanern. Chinesische Hersteller wie BOE Technology, Tienma Micro-Electronics, Visionox, Everdisplay Optronix und China Star Optoelectronics Technology holen auf, sie halten derzeit aber nur rund 3 Prozent des Marktes und bieten nur starre, keine biegsamen OLEDs an.

Samsung beeinflusst Apples Kurs

Samsungs Dominanz wirkt sich auch auf Apples Pläne aus, erklärt Hsieh. Im kommenden Jahr plane Apple drei Smartphones, zwei davon mit herkömmlichen LC-Displays. Nur ein iPhone-Modell werde bereits 2017 mit OLED-Bildschirm ausgestattet - gefertigt von Samsung. Apple müsse bis 2018 warten, bis es alle neuen Geräte mit OLEDs ausstatten könne, zitiert Nikkei den Display-Experten von IHS Technology. Der Grund: Apple ist laut Hsieh auf Samsung als einziger Display-Lieferant angewiesen und die Koreaner liefern keine ausreichend hohen Stückzahlen.

Erst 2018 seien die Konkurrenten LG und Japan Display technisch auf einem ähnlichen Stand und könnten Apple ebenfalls mit OLEDs versorgen. Dann werde Apple beim Design der neuen iPhones mehr Spielraum haben. Wie das aussehen könnte? Hsieh spekuliert: "Das iPhone könnte 2018 ein an allen vier Seiten gebogenes Display haben und der Home-Button wird dann verschwunden sein."

Kommt das Falt-iPhone?  

Richtig abenteuerlich werden Hsiehs Prognosen aber erst für 2019. Dann nämlich könnte Apple zwei faltbare iPhones auf den Markt bringen, orakelt der Experte - ein 4,7-Zoll-Smartphone, das sich in ein iPad Mini verwandelt. Und ein größeres 5,5-Zoll-iPhone, das zum vollwertigen iPad wird, wenn man es ausklappt. Die Idee eines faltbaren Smartphones ist nicht neu, Samsung arbeitet bereits seit Jahren an der Umsetzung eines Klapp-Handys. Bis zur Marktreife hat es aber noch kein Gerät geschafft.

Beim Einsatz der OLED-Technologie hängt Apple hinterher. Selbst das in Deutschland wenig bekannte Unternehmen Oppo, nach Lieferungen weltweit der viertgrößte Smartphone-Hersteller, werde laut Hsieh wahrscheinlich vor Apple ein Gerät mit gebogenem OLED-Display auf den Markt bringen - laut Hsieh bereits Ende 2016 oder Anfang 2017. Das iPhone 7 wird dagegen wie seine Vorgänger noch ein LCD bekommen. Wie das iPhone 6s und das 6s Plus wird auch die neue Generation mit Flüssigkristallbildschirmen aus der Fertigung von LG Display, Japan Display und Sharp ausgestattet.

Quelle: n-tv.de, jwa

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