Technik
Es geht wieder los: Die Spielewelt trifft sich in Köln.
Es geht wieder los: Die Spielewelt trifft sich in Köln.(Foto: picture alliance / dpa)
Dienstag, 20. August 2013

Die Spielewelt blickt nach Deutschland: Die Gamescom, Microsoft und das Ass

Von Roland Peters

Wie ein Bienenstock mutet die Gamescom jedes Jahr an, wenn in Köln Spieler, Journalisten und Aussteller aufeinandertreffen. Dieses Mal biegt die Branche auf die Zielgerade der neuen Konsolengeneration ein. Xbox One oder Playstation 4? Das ist nicht nur eine Glaubensfrage. 400 Neuheiten sollen vorgestellt werden. Und ein mögliches Ass von Microsoft.

"Wir haben für die Gamescom noch etwas im Ärmel" - das ist wohl das Zitat, was die Spannung vor der Spielemesse in Köln am besten erklärt. Es kommt aus Microsoft-Kreisen, ausgesprochen während der E3 in Los Angeles. Da war beim US-Konzern die Selbstsicherheit über die kommende Xbox One bereits gewichen, weil Sony sich mit einer spektakulären Pressekonferenz zur Playstation 4 in den Mittelpunkt der Branche katapultiert hatte. Seither ist das Image des Konkurrenten in Fankreisen arg angekratzt.

Bekommt die Xbox One noch eine Hardware-Erweiterung?
Bekommt die Xbox One noch eine Hardware-Erweiterung?(Foto: dpa)

Nun hält Microsofts Phil Spencer die Keynote der wichtigsten Spielemesse in Europa, der im Rahmen einer Bühnenpräsentation über eine "exklusive und einzigartige Sache sprechen" will, wie er sagt. Vom 21. bis 25. August trifft sich die Spielewelt in Köln. Was hat Microsoft im Ärmel? Falls es lediglich um einen weiteren Exklusivtitel geht, wäre das nicht mehr als ein Bonbon. Bereits vor zwei Monaten wurden einige vorgestellt und reihten sich in ein wahres Feuerwerk aus Spielen für die neuen Konsolen.

Viele in der Branche vermuten vielmehr eine zusätzliche Hardware-Erweiterung für die Xbox One. Ein heißer Kandidat wäre hier "IllumiRoom", ein bereits von Microsoft vorgestelltes Projekt, das bislang keine Marktreife erlangt hat - zumindest ist davon nichts bekannt.

Umgebung verändern

Mit Hilfe eines Beamers sollen gewöhnliche Wohnzimmerwände künftig zu Riesen-Bildschirmen werden. In zwei unterschiedlichen Video-Zusammenschnitten ist das Konzept bereits seit Anfang des Jahres zu sehen: Während auf dem Fernsehschirm das Bild eines Videospiels zu sehen ist, werden auf den Rest des Raumes Bilder projiziert oder die Umgebung verändert.

Die dritte Erweiterung für die Xbox One nach Gesten- und Sprachsteuerung würde auch zu der Strategie passen, die Konsole zur Unterhaltungszentrale des Wohnzimmers zu machen, statt - wie Sony sagt - vor allem die Spieler im Blick zu haben. Möglich ist auch, dass Microsoft noch ein komplett neues Ass auf den Tisch legt. Was auch immer es ist: Sony bekommt eine weitere Chance, zurückzuschlagen - auf der Tokyo Game Show im September.

Die Konkurrenten versuchen, mit der neuen Konsolengeneration ihre Unterschiedlichkeit zu betonen. Bislang war die Frage "Xbox oder Playstation" eher eine Geschmacks- oder Glaubensfrage. Auch vor den Kulissen wird die Gamescom in diesem Jahr spannend: Spieler können erstmals die neuen Konsolen, Exklusiv- und zahlreiche Next-Gen-Titel testen.

Warten auf die neue Hardware

Es ist das spannendste Jahr in der Spielebranche seit Langem, auch wirtschaftlich. Zwar rechnet der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware für das aktuelle Jahr "nur" mit einer Umsatzsteigerung 3,5 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro in Deutschland. Aber die Käufer halten sich zurück, weil sie wissen: Im Weihnachtsgeschäft kommen Xbox One und Playstation 4. Im kommenden Jahr wird dann fast sicher ein weiterer Umsatzrekord folgen.

Erstmals sind die Ausstellungsflächen der Gamescom komplett ausgebucht, mehr als 600 Unternehmen sind 2013 vor Ort. Etwa 400 Neuheiten wollen sie vorstellen. Hinter den Kulissen informieren sich ab Mittwoch, 21. August rund 25.000 Fachbesucher über die Zukunft des Spielens. Durch die Messehallen in Köln-Deutz schieben sich ab 22. August bis zum folgenden Sonntag voraussichtlich eine Viertelmillion Neugierige durch die Gänge. Auch sie wollen wissen, was Microsoft "noch im Ärmel" hat - womöglich ein Hardware-Ass.

Quelle: n-tv.de

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