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Verspielte Webseite und Rätsel-App Die NSA zeigt Kindern, wie cool sie ist

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Auf CryptoKids macht die NSA Kindern mit lustigen Comic-Figuren Appetit auf Agenten-Jobs.

(Foto: Screenshot)

Früh übt sich, wer ein digitaler Superspion werden möchte: Die NSA sucht mit Smartphone-Apps und einer bunten Webseite nach talentiertem Nachwuchs für ihren gigantischen Spionage-Apparat.

Die National Security Agency (NSA) ist jetzt schon eine Monster-Organisation mit geschätzten 40.000 Mitarbeitern. Doch die wachsende Datenkrake benötigt weiteres Menschenmaterial, ist stetig auf der Suche nach jungen Talenten, die einen gut bezahlten Job in der zukunftsträchtigen Spionage-Branche suchen. Um sie zu finden, zeigt die NSA auch ihre verspielte Seite, verteilt kostenlose Knobel-Apps und lockt im Internet Kinder mit lustigen Comic-Tieren an.

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Die App CryptoChallenge sieht zwar schrecklich aus, das Dechiffrieren macht aber tatsächlich Spaß.

(Foto: n-tv.de)

Schon im Dezember 2011 hat die US-Behörde die App "NSA CryptoChallenge" für iOS- und Android-Geräte vorgestellt. Laut Pressemitteilung wurde sie für junge Erwachsene entwickelt, um die besten und hellsten Köpfe für den IT-Sicherheitsdienst zu interessieren. Bei dem Versuch die jungen Hochbegabten für eine Geheimdienst-Karriere zu begeistern, setzt die NSA weniger auf Design als auf kniffligen Rätselspaß, der auch die fähi gsten Gehirne noch herausfordern soll. Die schlichte App bietet chiffrierte Texte in verschiedenen Schwierigkeitsstufen an, die die Nutzer entschlüsseln müssen. Dabei kann man auch Multiplayer-Partien gegen Online-Gegner spielen oder seine Ergebnisse teilen. Hat man Geschmack am Entschlüsseln gefunden, gibt's bei den Zusatz-Funktionen auch einen Link zur App mit den NSA-Jobangeboten.

Dies sei die Technologie, die Collegestudenten heutzutage am häufigsten verwendeten, um  zu kommunizieren und wichtige Entscheidungen zu treffen, schrieb die Chefin der NSA-Rekrutierung. Man müsse daher diese Werkzeuge einsetzen, um die talentiertesten Bewerber für Führungsposten bei der NSA zu finden.

Kryptologie ist total cool

Auch Kinder haben die Talentsucher der NSA bereits im Visier: "CryptoKids" ist die Webseite für "Verschlüssler und Dechiffrierer der Zukunft". Kryptologie sei total cool, heißt es dort. "Wir machen Codes, um unseren Freunden geheime Botschaften zu schicken. Und wir versuchen herauszufinden, was andere Leute schreiben, indem wir ihren Code knacken. Das macht eine Menge Spaß."

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Der zackige Militär-Adler Sam bringt Kindern das Morsealphabet bei.

(Foto: Screenshot)

Wie cool die Jobs bei der NSA sind, erklären lustige Comic-Tiere. Crypto Cat beispielsweise hat als Kind die S prache der Navajo-Indianer gelernt, was sie schon in der Schule benutzt hat, um einen Code zu entwickeln, den die Lehrer nicht entschlüsseln konnten. Sergeant Sam vom Central Security Service ist natürlich ein amerikanischer Weißkopfadler. Der zackige Militär hatte beste Noten in Sport, Mathe, Naturwissenschaften und Sprachen. Weil er mehr vom Leben erwartete, meldete er sich sofort bei der Army, nachdem er sein Highschool-Diplom in der Tasche hatte. "Die folgenden Jahre waren voller Abenteuer. Das Militär hat mich stark gemacht und gelehrt, was Pflicht, Ehre und Integrität bedeuten."

Ebenso "cool" sind die Geschichten der Hörnchen-Ingenieurin Joule, des Dechiffrier-Hunds D-Dog oder die Storys von Rosetta, der Sprachfüchsin, dem Mathe-Hasen Slate, T.Top, der  Computerwissenschaftler-Schildkröte oder den Schneeleoparden Cy und Cyndi, die alles über IT-Sicherheit wissen.

Nichts fürs iPad

Spiele bietet die NSA auf CryptoKids natürlich auch. Beispielsweise können Kinder das Morsealphabet lernen und trainieren, verschlüsselte Texte knacken, Mathe-Aufgaben oder Buchstabenrätsel lösen und Dechiffrier-Schablonen basteln. Besonders "realitätsnah" ist ein Spiel, bei dem man gefälschte Ausweise erkennen muss. Geschichtsfans lernen, wie die Skytale, die Verschlüsselungsmaschine der Spartaner, funktionierte.

Natürlich beantwortet CryptoKids auch die Frage, wie man einen Job bei der NSA findet. iPad-Kids wird die NSA mit ihrer PR-Webseite aber kaum erreichen. Ohne Flash-Player sehen die Kinder nur öde Text-Seiten.

Quelle: n-tv.de

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