Technik

Präzedenzfall E-Book-Hacker vor Gericht

Der russische Computer-Programmierer Dimitri Sklyarow muss sich seit Donnerstag vor einem US-Bundesgericht in Kalifornien verantworten. Ihm wird Verstoß gegen das Raubdruck-Gesetz vorgeworfen. Er soll ein Softwareprogramm verteilt haben, mit dem E-Books kopiert werden können. Der 27-jährige Mitarbeiter einer russischen Softwarefirma war im Juli auf einer Hacker-Tagung in Las Vegas vom FBI verhaftet worden.

Er ist nach Medienberichten die erste Person, die wegen Verletzung des "Digital Millennium Copyright Acts" (DMCA) aus dem Jahr 1998 angeklagt wurde. Zu Prozessbeginn plädierte er auf nicht schuldig. Dem Programmierer drohen bei einer Verurteilung bis zu fünf Jahre Haft und eine Geldstrafe in Höhe von 250.000 Dollar.

Zahlreiche elektronische Bücher im Adobe-Acrobat-Format sind mit einem Schutz-Code ausgestattet, der das Kopieren der Bücher verhindern soll. Mit der russischen Software kann dieser Code geknackt und die Seiten beliebig vervielfältigt werden.

Nach Angaben von US-Urheberrechtsexperten könnte Sklyarows Fall über die Rechtmäßigkeit des DMCA entscheiden. Der DMCA verbietet die Herstellung oder Verbreitung von Werkzeugen, die zur Umgehung des Urheberschutzes verwendet werden könnten.

Das 1998 erlassene Gesetz ist auch bei der Debatte über die Vervielfältigung von digitaler Musik im Internet wiederholt zitiert worden. Allerdings verstößt es nach Ansicht von Bürgerrechtlern gegen die in der US-Verfassung garantierte Meinungsfreiheit. Die von dem Gründer der Computerfirma Lotus Mitchell Kapor und dem Texter der Rock-Band "Grateful Dead", John Perry Barlow, gegründete Electronic Freedom Foundation (EFF) hat eine Verfassungsbeschwerde eingereicht.

Quelle: ntv.de

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