Technik

Schwedischer Ort startet die Zukunft Erstklässler erhalten Computer

Weil ihnen nach Ansicht der Schulbehörde noch die Feinmotorik zum analogen Schreiben fehlt, bekommen Erstklässler in einem schwedischen Ort künftig kostenlos einen Tablet-PC. Bis 2013 sollen alle Gesamtschüler ausgestattet werden. Im schwedischen Schulministerium regt sich allerdings scharfe Kritik.

17671889.jpg

Ob Tablet oder Laptop - die Schüler sollen technisch gefördert werden.

(Foto: picture alliance / dpa)

Zur Einschulung für alle ein iPad und erst in der zweiten Klasse Stift und Papier zum Schreibenlernen: In drei Schulen der Stockholmer Vorort-Gemeinde Sollentuna hat die digitale Zukunft für sechs- und siebenjährige Erstklässler schon begonnen. Stadträtin Maria Stockhaus sagte der Zeitung "Dagens Nyheter" über die bis 2013 im gesamten Stadtgebiet geplante Ausstattung aller frisch eingeschulten Mädchen und Jungen mit einem Tablet-PC: "Den Kindern fehlt noch die Feinmotorik, sie können nur schwer sauber mit einem Stift schreiben."

Es sei leichter für sie, das Lesen zu lernen, wenn sie auf die (virtuellen) Tastaturen der Tablets drückten. Die Schulverwaltung in Sollentuna will ebenfalls bis 2013 alle Schüler sowie Lehrer der Gesamtschulen mit je einem Tablet oder Laptop ausrüsten. Im Gegenzug soll es keine Schulbücher mehr geben.

Kritik vom Schulminister

Die Schulen können jeweils selbst entscheiden, ob sie iPads, Tablets mit dem Android-System oder Laptops für ihre Schüler und Lehrer anschaffen. Der schwedische Schulminister Jan Björklund sprach sich in "Dagens Nyheter" gegen diese Pläne aus: "Ich fühle mich provoziert, wenn kommunale Schulpolitiker meinen, dass Bücher der Vergangenheit angehören."

Man könne auch nicht sagen, dass man mit dem Schreibenlernen aufhören soll, nur weil das den Kindern schwerfalle. "Ich mache mir schon sehr Sorgen, wenn ich höre, dass manche so denken", sagte Björklund weiter. Auch in Zukunft müssten alle selbst Schreiben und Rechnen können: "Man kann nicht immer einen Computer bei der Hand haben."

Quelle: ntv.de, dpa