Technik

Internet-Krise Ex-HP-Chef bleibt optimistisch

Eine Krise der Computer-Branche wie in den USA kann Deutschland verhindern, glaubt Ex-Hewlett-Packard-Chef Menno Harms: "Das Gewitter hat uns noch nicht erreicht."

Harms, der heute Vize-Präsident des Branchenverbandes BITKOM ist, geht davon aus, dass auch in einem Jahr zumindest einstellige Wachstumsraten in dem Wirtschaftszweig zu erwarten sind. "Mittel- und langfristig ist mir überhaupt nicht bange", sagte der 61-Järige. Die Unternehmen der Branche lieferten die Hilfsmittel, um die gesamte Wirtschaft für die digitale Zukunft umzurüsten.

Trotzdem müssten die politischen Rahmenbedingungen verbessert werden. So sollte seiner Ansicht nach in Deutschland die für das Jahr 2005 geplante Stufe der Steuerreform bereits 2003 umgesetzt und der Arbeitsmarkt flexibler gestaltet werden.

Junge Unternehmen müssten jetzt allerdings auch ihre Strukturen und Geschäftsmodelle überdenken und nicht nur an der Kostenschraube drehen. "Es gab sicher Vorstandschefs, die während des Börsen-Booms den Blick für die Realität verloren hatten und glaubten, sie seien im Paradies", meinte Harms. "Unsere Branche neigt zur Übertreibung." Einer der Auslöser des gebremsten Wachstums zum Beispiel im Mobilfunk sei gewesen, dass noch zu wenige Anwendungen für neue Technologien existiert hätten.

Aufsichtsräte hätten keine unbegrenzten Möglichkeiten, fehlerhafte Entwicklungen bei jungen Unternehmen zu verhindern, sagte Harms. Er selbst habe die negative Entwicklung des vergangenen Jahres auch nicht vorhersehen können, gestand er, der unter anderem bei den Software-Unternehmen Brokat, CAA und Intershop im Aufsichtsrat vertreten ist.

Quelle: ntv.de

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