Technik

High-Tech Autos im Test Fahrer durch Informationsflut überlastet

Die virtuelle Fahrt auf einer Landstraße fängt ruhig an. Doch plötzlich schert ein LKW aus, und das Kollisions-Warnsystem piepst schrill. Beim Abbremsen ertönt eine Stimme mit der Mitteilung “Neue Internet Nachrichten.” Beim flüchtigen Durchlesen der Schlagzeilen auf einem Computer-Bildschirm am Armaturenbrett klingelt das Mobiltelefon. Gleichzeitig meldet sich das GPS-Navigationssystem: “Nach links abbiegen!” - Alles in Allem zu viel des Guten.

Dieses ist Teil eines Simulatorprogramms, das im Auftrag des US-Verkehrsministeriums durchgeführt wurde. Die Ablenkungen stammen allerdings von schon vorhandener Technologie, die in einer wachsenden Anzahl moderner Autos auftaucht. Tests am Simulator deuten darauf hin, was viele von uns schon vermuten: Das menschliche Gehirn wird durch diesen Übermaß an Technologie stark belastet.

Vorläufige Untersuchungsergebnisse von den “virtuellen Autofahrten” wiesen auf, dass einer von sechs Fahrern die Vielzahl der Informationen nicht mehr überblickten. Einige ignorierten das Telefon, andere behielten die Internet-Nachrichten nicht oder sind nicht rechtzeitig abgebogen. Fazit: Es sei bei einer Flut von Informationen viel schwieriger, die sich mit der Verkehrssituation allgemein zu befassen, so der Forschungsleiter Philip Spelt. Als die gleiche Anzahl Informationen zeitlich ausgebreitet wurde, fiel es den Test-Fahrern bedeutend leichter, die Lage zu überblicken.

An Hand dieser Erkenntnis ergibt sich schon den Vorschlag für die Autoindustrie: Ein Art Bordcomputer könnte die Aufgaben und Meldungen so regulieren, dass sie der Fahrer der Reihe nach verarbeiten könnte. Der Handy-Anrufer müsste zum Beispiel so lange warten, bis der Autofahrer sicher in die Seitenstraße abgebogen ist.

Quelle: n-tv.de