Technik

Smartphone zum Selbstreparieren Fairphone 2 wird besser und lebt länger

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Das Fairphone 2 soll nicht nur fairer, sondern auch besser als sein Vorgänger werden.

(Foto: Fairphone)

Das zweite Fairphone soll besser werden als sein Vorgänger. Der Hersteller verspricht potente Hardware und ein großes, scharfes Display. Die Produktionskette wird transparenter, das Smartphone ist modular zusammengebaut. Doch der Sprung hat seinen Preis.

Mit dem Fairphone gelang dem gleichnamigen Amsterdamer Unternehmen ein Achtungserfolg. 60.000 Einheiten wurden vom ersten Fairphone verkauft, nur ein Bruchteil des Absatzes von Riesen wie Samsung oder Apple. Doch das "Sozialunternehmen" Fairphone bekam mit seinem Ansatz, ein möglichst faires Smartphone zu bauen, die Aufmerksamkeit einer breiten Öffentlichkeit. Jetzt wurde der Nachfolger vorgestellt. Das Fairphone 2 wird nicht nur leistungsstärker und seine Produktionskette laut Hersteller noch transparenter, es soll auch eine besonders lange Lebensdauer haben.

Ein hundertprozentig faires Smartphone zu bauen, das ist auch mit dem zweiten Modell nicht in greifbare Nähe gerückt. Man möchte positiv auf möglichst viele Bereiche der Wertschöpfungskette einwirken, heißt es bei Fairphone. Das galt für das erste Smartphone, das gilt auch für seinen Nachfolger, bei dem der Hersteller laut eigenen Angaben das Design in die eigene Hand genommen hat, um mehr Einfluss auf die Wahl der Zulieferer zu haben. Eine transparente Lieferkette ist den Niederländern wichtig, doch mit Fairphone Nummer zwei legt das inzwischen auf 31 Mitarbeiter angewachsene Unternehmen den Fokus noch auf einen anderen Aspekt: Langlebigkeit.

Smartphone zum Selberschrauben

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Die Einzelteile des Fairphone 2 sollen einzeln auseinandergeschraubt werden können.

(Foto: Fairphone)

Bei der Herstellung eines fairen Smartphones sind nicht nur die Beschaffung von Rohstoffen und die Kontrolle der Arbeitsbedingungen in den Minen und Fabriken problematisch. Auch die relativ kurze Lebensdauer herkömmlicher Smartphones beschäftigte die Fairphone-Macher. Mit ihrem zweiten Smartphone wollen sie einen Weg gefunden haben, diese über die übliche Nutzungszeit von ein bis zwei Jahren hinaus zu verlängern.

Das Smartphone wird modular zusammengebaut, das Gehäuse ist gegen Stöße geschützt und kann leicht geöffnet werden, alle wichtigen Bauteile sollen einzeln und ohne großen Aufwand ausgetauscht werden können. Die Ersatzteile bietet Fairphone im eigenen Online-Shop an. Open-Source-Reparaturanleitungen stellt das Unternehmen ebenfalls zur Verfügung, bei Bedarf vermittelt es Reparaturen durch Profis.

Anders als bei Googles Project Ara soll es aber für das Fairphone 2 keine technisch unterschiedlichen Module geben, aus denen sich Nutzer ihr Wunschgerät zusammenstellen können. Das Smartphone besteht aus einem festen Satz von Komponenten, die bei Bedarf erneuert werden können.

Die modulare Bauweise ist ein Schritt zu mehr Nachhaltigkeit. Doch das Fairphone 2 soll auch hohen Ansprüchen an die Technik gerecht werden. Ließen die technischen Daten des ersten Modells noch wenig Begeisterung aufkommen, ist das Fairphone 2 nun auf der Höhe der Zeit, wenn es im Herbst ausgeliefert wird. Das 5-Zoll-Display mit Gorilla-Glass-Schutz bekommt eine Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln (Full HD), der Prozessor ist ein Snapdragon 801 von Qualcomm, flankiert von 2 Gigabyte Arbeitsspeicher. Der interne Speicher von 32 Gigabyte soll per microSD-Karte erweiterbar sein, der Akku fasst 2420 Milliamperestunden. Das Fairphone 2 kommt mit LTE, WLAN ac, Bluetooth 4.0 und Dual-SIM-Steckplatz. Als Betriebssystem kommt Android 5.1 Lollipop zum Einsatz.

Den Preis für das zweite Modell setzt der Hersteller bei 520 Euro an. Das ist zwar deutlich mehr als noch beim Vorgänger, der für 325 Euro verkauft wurde. Im Vergleich zu großen Herstellern, die ihre in deutlich größeren Margen produzierten Top-Smartphones mit ähnlichen technischen Daten für 650 Euro und mehr in den Verkauf schicken, aber gar nicht so hoch. Und wenn das modulare System mit austauschbaren Komponenten gut funktioniert, könnte der Kaufbetrag nicht nur einer guten Sache dienen, sondern auch als Langzeitinvestition mit geringen Folgekosten durchgehen.

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Quelle: n-tv.de, jwa

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