Technik

iPhone für Angreifer eher uninteressant Fast alle Attacken zielen auf Android

Sicherheitslücke in Android-Apps: Ein von mehreren Anwendungen verwendeter Software-Code sei öffentlich einsehbar, warnen die Forscher. Foto: Andrea Warnecke

Android wird besonders häufig von Schadprogrammen attackiert.

dpa

Eine Studie zeigt, dass Android-Nutzer besonders vorsichtig sein sollten, wenn sie Nachrichten von Unbekannten erhalten. Das Betriebssystem ihres Handys ist bei Programmierern von Schadprogrammen besonders beliebt.

Software-Attacken auf Smartphones nehmen einer Studie zufolge deutlich zu. Von März 2012 bis März 2013 sei die Zahl der Schadprogramme für Multifunktionshandys um 614 Prozent gestiegen, heißt es in einer Studie des US-Netzwerkausrüsters Juniper. Hauptsächlich betroffen seien Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android. Gegen diese Geräte richteten sich 92 Prozent der Attacken.

Dass Android-Smartphones am häufigsten attackiert wird, hat vor allem zwei Gründe: Zum einen habe es "kein so rigoroses System mit Sicherheitsprüfungen" für seine Software wie seine Konkurrenten, sagt Juniper-Vizechef Karim Toubba. Tatsache sei aber, dass alle Betriebssysteme Schwachstellen hätten. Außerdem ist Android schlicht durch seine große Verbreitung das interessanteste Ziel für Angreifer: Drei Viertel aller mittlerweile verkauften Smartphones laufen mit dem Google-Betriebssystem.

Kriminelle schicken gerne SMS

Die am weitesten verbreitete Masche von Betrügern, Geld mit Schadsoftware zu machen, seien SMS-Textnachrichten, die Smartphones infizieren, sagt Toubba. Empfänger bekämen nach Erhalt einer ersten Nachricht über einen "Premium"-Dienst immer neue Nachrichten gegen Gebühr geschickt. Zwar fielen für jede SMS nur Cent-Beträge an. Die Kriminellen könnten jedoch durch eine große Masse verschickter SMS viel Geld machen. Außerdem könnten die Nummern, über welche die SMS verschickt werden, schnell deaktiviert und geändert werden, um einer Entdeckung durch Behörden zu entgehen.

Daneben gebe es auch SMS-Trojaner, mit denen Betrüger schnell höhere Beträge wie zehn US-Dollar (rund 7,60 Euro) von jedem Geschädigten abgreifen könnten, sagt Toubba. Nutzer erhielten betrügerische SMS oder E-Mails und würden aufgefordert, Software-Updates auf ihre Smartphones zu laden. Mit der vermeintlichen Aktualisierung aber infizierten die Nutzer ihre Handys.

Nicht nur für Privatnutzer, sondern auch für die Wirtschaft würden Smartphone-Schadprogramme ein immer größeres Problem, sagt Toubba. Die mobilen Geräte würden dazu genutzt, um Zugang zu Firmennetzwerken zu bekommen. Dies sei insbesondere für solche Firmen eine Bedrohung, die Mitarbeitern erlauben, private Geräte im Firmennetzwerk zu verwenden.

Quelle: n-tv.de, kwe/AFP

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