Technik

Frontalangriff auf die iPads Galaxy Tab S ist dünn, stark und scharf

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Auf dieses Duo setzt Samsung im Kampf gegen die iPads.

(Foto: Klaus Wedekind)

Samsung stellt in New York zwei neue Tablets vor, mit denen es die Vorherrschaft der iPads endgültig brechen möchte. Sie sind extrem dünn, leicht und hervorragend ausgestattet. Eine echte Herausforderung für Apple.

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Glatter, als es aussieht: die Rückseite der neuen Galaxy Tabs.

(Foto: Klaus Wedekind)

Noch nie hat Samsung für Tablets einen so großen Wirbel veranstaltet, wie für das Galaxy Tab S 8.4 und das Galaxy Tab S 10.5. Es musste für die Premiere schon der Madison Square Garden in New York sein, und die Koreaner flogen hunderte Journalisten, Mitarbeiter und Kooperationspartner aus der ganzen Welt ein, die Zeugen des Frontalangriffs auf Apples iPads sein sollten. Samsung, das schon verwirrend viele Tablets auf den Markt geworfen hat, will mit seinen neuen Modellen zwei Premium-Geräte mit klarem Profil aus der Masse hervorheben, die in direkte Konkurrenz zum iPad mini und iPad Air treten.

Technisch ist das dem koreanischen Technik-Giganten zweifellos gelungen. Die Spezifikationen beider Tablets, die sich weitgehend nur durch ihre Maße unterscheiden, sind allererste Sahne. Vor allem die Displays der Geräte dürften wohl derzeit alle anderen Tablet-Bildschirme ausstechen, Samsung hat sein Super-AMOLED-Display für die Flaggschiffe weiter verbessert. Beide Tablets haben 2560 x 1600 Pixel, beim kleineren Tab S verteilen sie sich auf 8,4 Zoll, beim großen auf 10,4 Zoll. Dadurch hat das 8.4 zwar eine etwas höhere Pixeldichte als das Tab S 10.4, für das Auge spielt das bei dieser Auflösung aber keine Rolle.

Kein Problem mit Sonnenstrahlung

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Die Farbabstimmung erfolgt automatisch.

(Foto: Samsung)

Der Kontrast (100.000:1) soll rund 100 Mal höher als bei LCD-Bildschirmen sein, der Farbraum 90 Prozent von Adobe RGB abdecken. Tatsächlich glänzten die Tabs in einem kurzen Test in New York mit äußerst kontrastreichen, hellen und farbtreuen Displays. Selbst in extremen Blickwinkeln sind sie noch perfekt ablesbar und unter dem Sonnenlicht-Simulator ließen sie andere Samsung-Tablets vor Neid erblassen. Ein Farbstich ist bei den Displays nicht zu erkennen, auch die Schwarz- und Weißwerte überzeugen auf ganzer Linie.

Um die Fähigkeiten der Bildschirme optimal einzusetzen, bietet Samsung auf den Tabs zusätzlich zum Standard zwei Voreinstellungen an, denen Nutzer Apps zuordnen können. So strahlt das Display beispielsweise bei Fotos automatisch in ganzer Pracht, während es sich bei E-Books zurückhält, um die Augen des Lesers zu schonen. Außerdem passen die Geräte die Farbstimmung ihrer Bildschirme automatisch an die Umgebung an.

Zu Höchstleistungen soll die neuen Flaggschiff-Tablets der hauseigene Acht-Kern-Prozessor Exynos 5 Octa 5420 treiben, aber zumindest bei den LTE-Modellen wird er in Europa wahrscheinlich durch Qualcomms Snapdragon 800 ersetzt. Der Arbeitsspeicher ist drei Gigabyte groß, intern stehen für System, Apps und eigene Dateien 16 oder 32 Gigabyte Flash-Speicher zur Verfügung, der durch microSD-Karten erweitert werden kann. Auf der Rückseite haben die Tablets eine 8-Megapixel-Kamera mit LED-Blitz, die Frontkamera macht Bilder mit 2,1 Megapixeln. Als Betriebssystem kommt Android 4.4 (KitKat) zum Einsatz.

Elf Stunden Akku bei voller Leistung

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Mit 6,6 Millimetern sind beide Modelle sehr dünn.

(Foto: Klaus Wedekind)

Samsung hat bei seinen Galaxy-Tab-S-Flaggschiffen weitgehend das "Modern Flash" genannte Design des Smartphones Galaxy S5 übernommen. Die Seiten der Tablets ziert allerdings kein glatter, gerillter Rahmen im Chromlook, bei ihnen glänzt der Kunststoff wie gebürstetes Aluminium. Auch die Rückseite sieht nur auf dem ersten Blick gleich aus. Dem Polycarbonat fehlt eine lederähnliche Struktur und die Einprägungen sind nicht rund, sondern quadratisch und in größerem Abstand verteilt. So fühlt sich die Rückseite etwas glatter und härter an, was sehr angenehm ist. Insgesamt wirkt das Design bei den Tablets sehr gelungen, schmale schwarze Rahmen bringen vor allem das prachtvolle Display zur Geltung.

In der Hand liegen Galaxy Tab S 10.5 und Galaxy Tab 8.4 dabei wunderbar. Denn beide Geräte sind 6,6 Millimeter schlank und sehr leicht. Das größere Tablet wiegt mit oder ohne LTE-Modul 465 beziehungsweise 467 Gramm, das kleinere bringt nur 294 oder 297 Gramm auf die Waage. Obwohl die Gehäuse so dünn sind, hat Samsung Akkus untergebracht, die 7900 beziehungsweise 4900 Milliamperestunden leisten. Sie sollen ausreichen, um auf den Tablets bis zu elf Stunden Full-HD-Videos zu genießen.

Tastatur als Schutzhülle

Was die Funktionsvielfalt betrifft, hat sich Samsung bei seinen neuen Premium-Tablets angenehm zurückgehalten und sich auf einige sehr nützliche Extras beschränkt. Besitzer eines Galaxy-Smartphones können beispielsweise Anrufe auf ihrem Tablet entgegennehmen und Dateien einfach per Drag&Drop zwischen über Wifi Direct verbundenen Geräten verschieben. Vor allem Familien werden den speziell abgesicherten Kindermodus und die Möglichkeit, bis zu acht Nutzer auf dem Galaxy Tab S anzumelden, zu schätzen wissen. Außerdem hat Samsung auch in seine neuen Top-Tabs einen Fingerabdrucksensor in den Home-Button integriert, mit dem man das Tablet sichern oder sich in Apps authentifizieren kann.

Samsung will die Tablets im Juli auf den Markt bringen, die unverbindlichen Preisempfehlungen sollen für das Galaxy Tab 10.5 mit oder ohne LTE-Modul 500 oder 600 Euro betragen, das Galaxy Tab 8.4 könnte 400 beziehungsweise 500 Euro kosten. Als Accessoires gibt es unter anderem ein Cover, mit dem das Gerät auch in drei verschiedenen Positionen aufgestellt werden kann und eine Bluetooth-Tastatur, die gleichzeitig als Schutzhülle dient.

Quelle: n-tv.de

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