Technik

Stromfressern auf der Spur Gratis-Apps schlauchen Akku

Angry Birds.jpg

Das beliebte Angry Birds ist werbefinanziert angeblich ein schlimmer Stromverschwender.

(Foto: Rovio)

Werbung in kostenlosen Smartphone-Apps nervt nicht nur, sie ist offenbar auch schlecht für die Akku-Leistung. Eine neue Analyse-Software stellt fest, dass bei Gratis-Programmen bis zu 75 Prozent des Energieverbrauchs auf die PR-Arbeit des Programms zurückzuführen sind.

Wenn der Akku ihres Smartphones nicht lange durchhält, haben sie vielleicht zu viele werbefinanzierte Gratis-Apps installiert. Wie auf der Webseite des "NewScientist" zu lesen ist, benötigen kostenlose Programme nämlich vor allem Strom, um Werbung zu laden oder die Position des Nutzers festzustellen. Unter Umständen könne so eine App ganz alleine eine Batterie in 90 Minuten leer saugen, schreibt das Magazin.

Den stromfressenden Programmen sind Computerwissenschlaftlern der Purdue University im US-Bundesstaat Indiana auf die Schliche gekommen. Abhinav Pathak und sein Team haben eine Software namens "Eprof" entwickelt, mit der man den Energieverbrauch von Apps analysieren kann. Als sie mit dem Programm populäre Gratis-Apps für die Betriebssysteme Android und Windows Phone untersuchten, stellten sie erstaunt fest, dass Applikationen wie Angry Birds, Free Chess oder NYTimes nur 10 bis 30 Prozent ihres Energiebedarfs für ihre eigentliche Funktion benötigen.

Schlampig programmierter Code

Angry Birds beispielsweise würde fast 80 Prozent weniger Strom verbrauchen, wenn die Werbung nicht wäre. 45 Prozent des Energiebedarfs gehen für GPS-Ortung, Weiterleitung des Standorts und Download ortsbezogener Anzeigen über UMTS drauf. Weitere 28 Prozent verschwendet die App, indem sie die 3G-Verbindung noch zehn Sekunden offen hält, nachdem sie die Werbung heruntergeladen hat. Nur rund 20 Prozent des verbrauchten Stroms fließen in das Spiel und die Bildschirmdarstellung.

Pathak macht für die Energieverschwendung vor allem ineffizienten Code verantwortlich, den die Spieleentwickler für die Werbeeinblendungen von Drittanbietern kaufen. Wer seinen Akku schonen möchte, sollte also ein bisschen Geld für kostenpflichtige Apps ausgeben und die GPS-Ortung deaktivieren, wenn sie nicht benötigt wird.

Der US-Wissenschaftler will die kompletten Ergebnisse der Studie auf der Fachmesse Eurosys präsentieren, die vom 10. bis 13. April in Bern stattfindet. Wer möchte, kann aber bereits jetzt unter diesem Link nachlesen, wie Smartphone-Apps Energie verschwenden.

Pathak will mit "Eprof" nicht nur stromfressende Gratis-Programme entlarfen. Er geht davon aus, dass durch umfassende App-Vergleiche die Akku-Leistungen von Smartphones erheblich verbessert werden können. So könne sein Tool beispielsweise auch feststellen, welcher Browser der energieeffizienteste ist, schreibt er.

Quelle: ntv.de, kwe

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.