Technik

Neues Hoverboard hebt pünktlich ab Hendo 2.0 bringt die Zukunft etwas näher

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Noch ist es nur eine Konzeptzeichnung: So könnte das Hendo 3.0 aussehen.

(Foto: Arx Pax)

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Ein Hoverboard wie im Film: So weit wie im Werbeclip von Universal sind wir heute leider noch nicht.

(Foto: Universal Pictures Home Entertainment)

Pünktlich zur Ankunft des Filmhelden Marty McFly in der Zukunft wird ein neues Hoverboard vorgestellt. Es ist schon das zweite Schwebe-Brett des Herstellers Arx Pax, und es kommt dem "Original" zumindest etwas näher. Doch auch woanders wird an Hoverboards getüftelt.

Selbstschnürende Schuhe? Schön und gut, aber was den Alltag wirklich erleichtern würde, ist ein Hoverboard. Man stelle sich das vor: Ein Skateboard ohne Bodenkontakt, mit dem man durch die Stadt und über Stock und Stein gleiten könnte. Im Film "Zurück in die Zukunft II" liefern sich Marty McFly und seine Widersacher eine wilde Verfolgungsjagd auf den schwebenden bunten Hoverboards. Derart rasante Ausflüge sind in der Realität noch nicht möglich, doch Tüftlern lässt die Idee eines schwebenden Untersatzes keine Ruh. Im Film landet Marty McFly am 21. Oktober 2015 in der Zukunft - Passend zum besonderen Anlass stellt die Firma Arx Pax heute ihr neues Hoverboard vor. Das Hendo 2.0 ist ein interessantes Konzept, das zwar beweist, dass die Hoverboard-Idee umsetzbar ist. Gleichzeitig zeigt es aber auch deutlich auf, wo die Grenzen liegen.

Denn wer die Nachricht liest und sich sogleich ins kalifornische Städtchen Hill Valley träumt, in dem schwebende Boards ganz normaler Teil des Straßenverkehrs sind, wird enttäuscht. Schon die erste Version des Hendo war mehr ein "Proof of Concept", also ein Machbarkeitsbeweis, als ein ernstzunehmendes, geschweige denn massentaugliches Fortbewegungsmittel. Immerhin, die Idee fand großen Zuspruch: Das Kickstarter-Projekt wurde von 3169 Unterstützern mit insgesamt 510.590 US-Dollar unterstützt. Doch der Prototyp waren nicht sehr anwenderfreundlich - in einem Video von "The Verge" ist ein Hendo-Hoverboard auf einem Testparcours im Einsatz zu sehen, der Tester bilanziert: "Die Zukunft ist zwar hier, doch sie ist lauter, schwerer zu kontrollieren und deutlich abhängiger von Metalloberflächen, als wir dachten."

Hendo 2.0 - fast wie ein Skateboard

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Das Hendo-Hoverboard wird immer schnittiger.

(Foto: Arx Pax)

Auch das neue Hendo 2.0 ist noch an leitende Metalloberflächen gebunden. Das Prinzip hat sich im Vergleich zum Vorgänger nicht geändert, das Brett schwebt über einem starken Magnetfeld auf einer leitenden Oberfläche. Doch das neue Board sieht auf ersten Bildern, die n-tv.de vorliegen, besser aus. Beim Design hat sich Arx Pax an herkömmlichen Skateboards orientiert, Profi-Skater Tony Hawk stand beratend zur Seite. Zur Steuerung stehen außerdem klassische Achsen wie beim Skateboard zur Verfügung, die Motoren sollen nicht mehr so laut sein wie beim Vorgänger und die Batterien länger durchhalten. Optisch ähnelt das neue Hendo einem Skateboard tatsächlich frappierend, doch anstelle der Räder schwebt es auf vier runden, flachen Magnetmotoren, die zu den Seiten herausragen.  

Einen ähnlichen Weg wie Arx Pax ging auch der Autohersteller Lexus. Für sein dampfendes, mit flüssigem Stickstoff gefülltes und gekühltes Hoverboard wurde gleich ein ganzer Skatepark angelegt. Was im Werbevideo aussieht wie Beton, ist eigentlich ein Parcours aus Holz, in den Leitbahnen eingebaut sind. Die verwendete Technologie ist etwas anders als bei Arx Pax, doch beide setzen auf Magnetfelder, die das Gerät vom Boden abstoßen und schweben lassen. Doch Lexus verfolgt mit seinem Prototypen, der deutlich mehr an ein Skateboard erinnert, kein höheres Ziel - das Hoverboard war nur als Gimmick für einen Werbespot gedacht.

Andere Ansätze wie die Hoverbikes für das US-Militär sind zwar gut gedacht und funktionieren sogar über Wasseroberflächen, wie das Weltrekord-Hoverboard des Rumänen Catalin Alexandru Duru, doch mit den schwebenden Skateboards aus dem Film haben sie nichts gemein. Die Idee des Tüftlers Ryan Craven geht da schon eher in die gleiche Richtung: Sein Crowdfunding-Projekt "Mr. Hoverboard" ist ein Bausatz aus Sperrholzplatten und PVC-Folien, der Auftrieb wird durch vier Laubbläser erzeugt, die separat gekauft werden müssen. Das nicht ganz ernstgemeinte Projekt hat bislang aber nur 20 Prozent des anvisierten Betrags von 4200 Dollar eingebracht, 13 Tage vor dem Ende der Crowdfunding-Kampagne - Cravens Erfolg ist damit ungewiss. 

Sein Hoverboard ist zwar näher dran an der Filmvorlage, weil es überall funktioniert und keine Magneten benötigt. Es zeigt aber auch, genau wie alle anderen aktuellen Projekte: Bis wir uns annähernd so elegant und frei wie im Film auf schwebenden Brettern bewegen können, dauert es noch. Immerhin: Das österreichische Verkehrsministerium hat das Hoverboard vorsorglich als "Kleinfahrzeug zur Verwendung außerhalb der Fahrbahn" zugelassen - es gilt aber zugleich auch als Luftfahrzeug.

Quelle: ntv.de