Technik

Kein iPhone, aber stark Honor 8 ist schön, gut und günstig

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Das Honor 8 hat wie das Huawei P9 eine Doppel-Kamera.

(Foto: kwe)

Die Huawei-Tochter Honor stellt regelmäßig Smartphones vor, die durch ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugen. Auch der jüngste Spross der Familie macht da keine Ausnahme, geht beim Design aber einen ganz eigenen Weg.

Honor ist die Marke, mit der Huawei eine junge Zielgruppe anvisiert, die nicht allzu viel Geld ausgeben kann oder will, aber trotzdem ein hochwertiges und schickes Smartphone haben möchte. Bisher ist die Strategie aufgegangen, die Chinesen haben mit Geräten wie dem Honor 7 oder dem Honor 5X voll ins Schwarze getroffen und seit dem Start der Marke im Jahr 2014 bereits mehr als 100 Millionen Smartphones abgesetzt. Das Honor 8 ist auf dem besten Weg, die Erfolgsgeschichte fortzuschreiben, 1,5 Millionen Mal wurde das im Juli vorgestellte Gerät schon verkauft. Seit Ende August ist es in Europa auf dem Markt, n-tv.de hat es getestet.

Glas statt Aluminium

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Das Display des Honor 8 ist auch bei hellem Tageslicht noch gut ablesbar.

(Foto: kwe)

Um Kosten zu drücken, verwendet der Hersteller bei seinen Honor-Geräten Komponenten, die bereits in Huawei-Smartphones zum Einsatz kommen. Im Prinzip ist das Honor 8 ein neu verpacktes P9, lediglich der Prozessor stammt aus dem Mate 8. Während bei den Vorgängern auch das Aluminiumgehäuse von Huawei-Vorbildern übernommen wurde, haben sich die Chinesen beim Honor 8 für ein ganz anderes Design entschieden: Das Gerät hat eine gläserne Rückseite aus Gorilla Glass 3, nur der Rahmen besteht aus Aluminium. Ein wenig hat hier sicher das Samsung Galaxy S7 Modell gestanden.

Das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen, besonders das blaue Modell ist eine wahre Schönheit. Durch 15 Schichten Glas und geschliffene Kanten ist das Gerät nicht einfach nur blau, sondern schimmert wie ein Edelstein. Und weil der abgerundete Rahmen in gewölbte Glas-Abdeckungen übergeht, liegt das Gerät sehr angenehm in der Hand. Mit 7,45 Millimetern ist es zwar ein bisschen dicker als ein iPhone, dafür ist es Honor aber gelungen, Kameras und Blitz komplett unter der Glasabdeckung unterzubringen. Nichts steht hervor, die glatte Fläche wird lediglich durch den vertieft sitzenden Fingerabdrucksensor unterbrochen.

Rutschige Schönheit

Die wichtigsten Spezifikationen

  • System: Android 6.0, EMUI 4.1
  • Display: 5,2 Zoll, 1920 x 1080 Pixel, 424 ppi
  • Prozessor: Kirin 950, Octa-Core, 4 x 2,3 GHz, 4 x 1,8 GHz
  • Arbeitsspeicher: 4 GB
  • Interner Speicher: 32 GB + microSD bis zu 128 GB
  • Kamera: 12 MP Dual-Kamera, f/2.2
  • Frontkamera: 8 MP, f/2.4
  • Fingerabdruck-Sensor
  • Konnektivität: LTE, WLAN ac, NFC
  • Bluetooth 4.2, USB-C
  • Akku: 3000 mAh
  • Abmessungen: 71 x 145,5 x 7,45 mm
  • Gewicht: ca. 153 g

Das sieht toll aus und fühlt sich super an, hat aber auch einen Nachteil: Das Smartphone rutscht schnell von Tischen und Ablagen. Im Test vibrierte sich das Gerät von der Badezimmer-Kommode und knallte auf die Fliesen. Um Glasbruch zu vermeiden, empfiehlt es sich daher, 10 Euro für die passende transparente Hülle auszugeben. Sie ist schnell an- und abgelegt und sieht durch eine leichte Einfärbung nicht schlecht aus.

Die Ausstattung des Honor 8 ist gehobene Mittelklasse, teilweise sogar besser. Das 5,2 Zoll große Display mit Full-HD-Auflösung ist wie beim P9 hell und kontrastreich und liefert kräftige Farben. Mit einer Pixeldichte von 424 ppi ist es auch sehr scharf. Der 8-Kern-Prozessor aus dem Mate 8 ist mehr als stark genug für den Alltag und im Team mit satten 4 Gigabyte Arbeitsspeicher lässt er einige viel teurere Smartphones alt aussehen, wenn's um Multitasking geht. 32 Gigabyte interner Speicher sind für die meisten Nutzer ausreichend, wer mehr benötigt, kann microSD-Karten einstecken. Wahlweise passt in den Einschub auch eine zweite SIM-Karte. Sehr gut.

Akku schnell geladen

Der Akku hat eine Kapazität von 3000 Milliamperestunden, was das Gerät im Testzeitraum immer locker über den Tag brachte, meistens blieben noch einige Reserven für den nächsten Morgen. Weil das günstige Smartphone über eine Schnelllade-Funktion verfügt, genügen auch mal ein paar Minuten an der Steckdose, um den Betrieb für weitere Stunden zu sichern. Rund 15 Prozent Ladung in zehn Minuten sind drin.

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Die Doppel-Kamera liefert auch bei schlechten Lichtverhältnissen noch gute Ergebnisse.

(Foto: kwe)

Wie bei allen so ausgestatteten Huawei-Smartphones arbeitet der Fingerabdrucksensor des Honor 8 blitzschnell und zuverlässig. Und er bietet mehr Extras als beim P9, weil man ihn drücken kann. Was geschieht, wenn man die Taste einmal oder zweimal betätigt oder gedrückt hält, kann der Nutzer frei festlegen. So lassen sich beispielsweise die Kamera oder eine App schnell starten.

Zwei Kameras, aber keine Leica

Wie das P9 besitzt auch das Honor 8 eine Doppel-Kamera, wobei eine der beiden 12-Megapixel-Knipsen einen monochromen Sensor hat. Tatsächlich macht die Doppel-Kamera auch einen ähnlich starken Eindruck wie beim P9: Sie ist schnell, schlägt sich bei schwachem Licht gut und macht bei Tageslicht detailreiche und knackige Fotos. Es gibt einen Profi-Modus mit vielen Einstellungen und auch die Möglichkeit, nachträglich die Tiefenschärfe über Fokus-Wahl und Blenden-Regler zu beinflusssen.

Wahrscheinlich weil Huawei-Partner Leica etwas dagegen hat, kann man aber mit der Monochrom-Kamera des Honor 8 nicht wie beim P9 reine Schwarz-Weiß-Bilder aufnehmen. Ebenso stark wie beim P9 arbeitet aber die 8-Megapixel-Kamera an der Front, mit der auch nachts im Club ansprechende Selfies gelingen.

Wer ein nicht ganz alltägliches Smartphone mit starker Technik für 400 Euro haben möchte, kommt derzeit am Honor 8 kaum vorbei. Es sieht klasse aus und bietet kaum weniger als wesentlich teurere Top-Geräte. Eine starke Konkurrenz ist ausgerechnet das Vorbild Huawei P9, dessen Preis seit April bereits stark gesunken ist. Online kostet es in der günstigsten Version gerade mal 55 Euro mehr als das Honor 8.

Quelle: n-tv.de