Technik

Smartes Licht-System von Philips Hue bringt Farbe in den Geek-Alltag

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Die Hue-Lampen von Philips können per Smartphone-App ihre Farben an die Stimmung von Fotos anpassen.

(Foto: kwe)

Die Beleuchtung per Smartphone-App ein- und auszuschalten ist für echte Technik-Geeks langweilig. Das Philips-Lichtsystem Hue dürfte da weit mehr nach ihrem Geschmack sein, denn mit den anpassungsfähigen WLAN-Lampen ist erstaunlich viel möglich.

Die meisten Menschen ändern an der Beleuchtung in ihrer Wohnung nur selten etwas. Vielleicht zünden sie ab und zu Kerzen für gemütliches Schummerlicht an oder der Weihnachtsbaum sorgt für ein paar Tage für Feststimmung in der guten Stube. Langweilig. Wozu gibt es moderne Technik? Mit dem Philips-Beleuchtungssystem Hue kann man so viel Abwechslung in den tristen Beleuchtungs-Alltag bringen, dass Mitbewohner vielleicht sogar irgendwann genervt ausrufen: "Finger weg vom Smartphone!"

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Die Rezepte heilen vielleicht keine Krankheiten, ihre Lichtstimmungen passen aber sehr gut zu den Einsatzgebieten.

(Foto: kwe)

Das Hue-System besteht aus WLAN-fähigen LED-Leuchten, die nahezu in jedem beliebigen Farbton leuchten können - laut Philips sind es 16 Millionen Farben. Über ein Steuerungseinheit (Bridge) verbin den sie sich mit einem iPhone oder Android-Smartphone, das dann via Hue-App die Kontrolle über das System übernimmt.

Drei Leuchten für den Anfang

Das Startpaket enthält drei Leuchten, eine Bridge mit Netzteil und LAN-Kabel. Eine Bedienungsanleitung sucht man vergeblich, die Installation und Handhabung ist aber sehr einfach: Zunächst sucht man sich drei Lampen mit E27-Fassung, in die man die Hue-Leuchten schraubt. Dann verbindet man die Bridge über das Netzteil mit einer Steckdose und per LAN-Kabel mit dem WLAN-Router.

Jetzt muss man sich nur noch die Hue-App aus dem App Store oder aus Google Play herunterladen und auf dem Smartphone installieren. Um Kontakt zum System aufzunehmen, startet man die Anwendung und drückt den Knopf in der Mitte der Bridge, wenn man dazu aufgefordert wird.

Schaltet man die Lampen ein, leuchten sie zunächst im schlichten Weiß. Das tun die 8,5-Watt-Leuchten übrigens sehr hell, ihre Leuchtkraft entspricht etwa der von 50-Watt-Glühlampen (600 Lumen).

Gesundes Licht

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Vorgefertigte Szenen sorgen nach einem Tipper für besondere Licht-Stimmungen.

(Foto: kwe)

Um Farbe ins Spiel zu bringen, kann man zunächst eine der voreingestellten Szenen in der App auswählen. Sie bieten unter anderem Farbkombinationen, die Str andstimmung verbreiten, der Konzentration oder Entspannung dienen. Szenen, die die Stimmung positiv beeinflussen sollen, hat Philips unter "Rezepten" gesammelt. Natürlich fehlt auch ein Sonnenuntergang nicht in den Szenen. Und wer noch mehr voreingestellte Apps haben möchte, findet viele weitere in der Hue-Community.

Danach kann man mit dem Experimentieren beginnen, indem man die Szenen anpasst und für jede Leuchte einzeln die Farbe und die Helligkeit stufenlos regelt. Es ist aber auch möglich, selbst Szenen zu erstellen und abzuspeichern oder auf einem Foto Farbbereiche auswählen, die man den einzelnen Leuchten zuordnet. Meldet man sich auf einer Philips-Webseite an und registriert sein System, kann man es auch über das Internet steuern, wenn man nicht zu Hause ist.

Alarm bei fallenden Aktienkursen

Als riesige Benachrichtigungsleuchte dienen Hue-Lampen, wenn man sich bei der Wenn-dann-Webseite IFTTT (If this than that) registriert. Dort kann man beispielsweise bestimmen, welche Farben wie erstrahlen, wenn eine E-Mail oder SMS eintrifft, etwas bei Facebook gepostet wird, eine Aktie steigt oder fällt und vieles mehr. Insgesamt stehen IFTTT-Nutzern 62 verschiedene Dienste zur Auswahl.

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Magic Hue für iOS macht das Hue-System Disco-tauglich, Hue Pro bringt eine Alarm-Funktion auf Android-Geräte.

(Foto: kwe)

Mit der iOS-App können Nutzer zusätzlich die Lichter zeitgesteuert an- und ausgehen lassen und d as Hue-System erkennt, wenn man das Haus betritt oder verlässt und schaltet die Beleuchtung entsprechend ein- oder aus.

Android-Nutzer können sich diese Funktionen ebenfalls aufs Smartphone holen, sie müssen dazu allerdings ein wenig Geld in eine Extra-App investieren. Empfehlenswert ist Hue Pro, das außerdem weit mehr Einstellungsmöglichkeiten für die Farben bietet als die Standard-Anwendung.

Auch für iOS gibt es weitere Hue-Apps, die einen Blick wert sind. Mit Magic Hue (89 Cent) wird das iPhone beispielsweise zur Lichtorgel. Im Test lieferte das Licht-System sowohl mit Musik auf dem iPhone als auch aus anderen Quellen eine ansehnliche Lightshow ab.

Schönes, aber teures Vergnügen

Insgesamt hat das Philips-Lichtsystem im Test einen guten Eindruck hinterlassen. Die Farbvielfalt, die die Hue-Leuchten erzeugen können, ist beeindruckend. Auch wenn die Standard-App wenig Funktionen bietet, dürfte sie für die meisten Nutzer ausreichend sein. Denn nach einer verspielten Anfangsphase definiert man recht schnell einige Szenen, die man für bestimmte Alltagssituationen braucht, lässt aber ansonsten die Finger von den Hue-Apps.

Vor allem wenn die Wohnung schlicht eingerichtet ist, kann man mit dem Hue-System Räume sehr schön ausleuchten. Drei Lampen für jedes Zimmer sollten es aber schon sein, was ziemlich ins Geld geht: 60 Euro kostet eine Leuchte, das Startpaket 200 Euro. Erhältlich ist das System im Apple Store und diversen Internet-Anbietern.

Quelle: ntv.de

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