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Wer noch "lol" schreibt, ist out Lachen Frauen online anders als Männer?

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Emojis werden bei Facebook, Instagram oder Whatsapp immer häufiger benutzt.

(Foto: jwa)

Facebook untersucht, wie seine Nutzer online lachen. "lol" ist nicht mehr angesagt, junge Netznutzer lachen längst anders. Auch zwischen Männern und Frauen gibt es Unterschiede.

Lachen ist die schönste und vielleicht vielseitigste menschliche Ausdrucksform. Wir können schmunzeln, lächeln, grinsen, giggeln, kichern, prusten, kreischen und brüllen, wir schütteln uns, schlagen uns auf die Schenkel, halten uns den Bauch, vergießen Tränen, lachen uns schief, krumm, scheckig, kaputt und manchmal sogar tot. Lachen ist nonverbal, man kann es nicht in Worte fassen, man muss es hören und fühlen. Wie aber überträgt man das ins Internet-Zeitalter, in dem vor allem schriftlich kommuniziert wird?

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Lachen im Netz ist eine trockene Angelegenheit: Die meisten schreiben "haha".

(Foto: Facebook)

Dem Online-Lachverhalten seiner Nutzer geht eine Studie von Facebook auf den Grund. Eine Woche lang wurden die englischsprachigen Postings und Kommentare der US-amerikanischen Nutzer des weltgrößten Sozialen Netzwerks analysiert. Die Facebook-Forscher suchten nach schriftlichen Ausdrücken von Gelächter - verschiedene Varianten und Abwandlungen der vier Kategorien "haha", "hehe", "lol" und Emojis - und wurden in 15 Prozent der Pinnwandeinträge und Kommentare fündig. Das Ziel: herauszufinden, ob es je nach Alter, Geschlecht und Herkunft Unterschiede im Gebrauch dieser Ausdrücke gibt.

"Ha" ist die Grundeinheit

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Diese 13 Emojis assoziiert Facebook mit Lachen.

(Foto: jwa)

Den Anstoß gab ein lesenswerter Artikel der Journalistin Sarah Larson für "The New Yorker" über "e-laughter" ("E-Lachen"). Larson schreibt: "Ich bin ein großer Haha-er. Du sagst etwas Witziges, ich schreibe ein paar "Ha"s. Das ist mein E-Lachen." Die Grundeinheit des geschriebenen Lachens sei "ha", eine Silbe, die wie ein Legostein zusammengesetzt werden kann. Ein einfaches "ha" bedeute: Ein Witz ist angekommen, er wurde zur Kenntnis genommen. "Haha" sei der "Feel-Good-Standard" im Chat-Gelächter. Es bedeute, man sei amüsiert und habe vielleicht sogar wirklich gelacht. Aber erst bei "Hahaha" gehe die Post ab, und wer mehr als drei "Ha"s tippt, kann sich kaum beherrschen, er tippt mit beiden Händen aufs Display und lacht so laut, dass die anderen ihn hören können. "Wenn die Dinge völlig aus dem Ruder laufen, wirft man vielleicht ein paar "j"s ein, weil man vor Lachen nicht mehr richtig tippen kann."

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Frauen nutzen Emojis häufiger als Männer.

(Foto: Facebook)

Die anekdotische Erzählung von Larson über die Unterschiede beim "E-Lachen" ergänzt und bestätigt die Facebook-Studie mit Daten: Frauen lachen online demnach anders als Männer, junge Nutzer anders als ältere. Weibliche Facebook-Nutzer gebrauchen häufiger eines der 13 Emojis, das in der Studie mit einer Form von Lachen assoziiert wird. Männer tippen dagegen besonders häufig "haha", "hahaha" oder eine andere Variante dieses Ausdrucks. Auch junge Nutzer greifen häufiger auf die noch relativ neuen Emojis zurück, um sich auszudrücken. Abkürzungen wie das legendäre "lol" ("laughing out loud", zu Deutsch etwa "laut auflachend"), die in den frühen Tagen des Internets in Chats und Foren häufig verwendet wurden, sind auf dem Rückzug: Die "lol"-Nutzer sind in der Facebook-Studie im Schnitt am ältesten und deutlich in der Unterzahl.

Frauen mögen Emojis

Etwas mehr als die Hälfte der 13- bis 70-jährigen Facebook-Nutzer schreibt "haha", um Lachen zu signalisieren (51,4 Prozent), ein Drittel nutzt Emojis (33,7 Prozent). Rund 13 Prozent bevorzugen "hehe", "lol" liegt mit 1,9 Prozent abgeschlagen auf dem vierten Platz. Es gibt aber regionale Unterschiede: "haha" und "hehe" sind vor allem an der Westküste der USA von Seattle bis San Francisco beliebt, in New York und Chicago sind Emojis verbreiteter, "lol" hält sich vor allem in den Südstaaten.

Was die Facebook-Studie nicht erfasst, sind andere Ausdrucksformen, die Larson teilweise mit einbezieht: "hihi" als verschwörerisches oder lästerndes Kichern, "hoho" für schlechte Witze und platte Wortspiele unter Niveau. Oder "har har", das dreckige, fiese Lachen des Disney-Bösewichts Kater Karlo. Sie zeigt aber, wie beschränkt unsere Möglichkeiten sind, wenn wir unser Lachen im Netz ausdrücken wollen. Immerhin: Während Männern dafür anscheinend meist ein "haha" reicht, greifen Frauen häufiger auf die differenzierteren und emotionaleren Ausdrucksmöglichkeiten der Emojis zurück.

Damit folgen sie einem Trend, der sich auch bei anderen Plattformen wie Instagram zeigt. Emojis sind dort längst zur universellen Ausdrucksform geworden, sie ersetzen Internet-Slang wie "lol" oder "rofl". Rund die Hälfte aller Bildunterschriften enthält mindestens ein Emoji, in Deutschland sind es 47 Prozent, noch mehr als in den USA (38 Prozent). Durch den Einsatz von Emojis könnte eine neue Internetsprache entstehen, die der schriftlichen Kommunikation das gibt, was ihr bisher fehlte: den nonverbalen Ausdruck von Gefühlen. Doch ein echtes Lachen kann auch das beste Emoticon nicht ersetzen.

Quelle: n-tv.de

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