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Sicher, schnell und einfach Lima Ultra ist die private Cloud

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Zusammen mit einer externen USB-Festplatte wird Lima Ultra zum privaten Cloud-Speicher.

(Foto: jwa)

Cloud-Speicherdienste sind praktisch, doch nicht jeder möchte seine Daten auf den Servern von fremden Unternehmen lagern. Die Alternative ist eine private Lösung. Lima Ultra bringt die Cloud in die eigenen vier Wände.

Cloud-Speicher sind aus mehreren Gründen praktisch: Sie dienen nicht nur als sichere Backup-Lösung für die eigenen Daten, sondern gewährleisten auch, dass Nutzer ihre Daten von überall aus abrufen können, so lange eine Internetverbindung vorhanden ist. Und wenn mehrere Geräte auf einen gemeinsamen Cloud-Speicher zugreifen, können ihre Daten miteinander synchronisiert werden.

Sorge bereitet es manchen Nutzern aber, dass sie im Falle von Diensten wie Dropbox, Google Drive und Co. ihre Daten in die Hände eines fremden Unternehmens geben, dessen Server womöglich auch noch im Ausland stehen, wo andere, weniger strenge Datenschutzregeln gelten. Die Lösung: eine eigene private Cloud.

Lima Ultra als Schnittstelle

Angebote und Wege, sich seine eigene Cloud einzurichten, gibt es viele - wie das zum Beispiel mithilfe einer Fritzbox geht, hat n-tv.de hier beschrieben. Der französische Anbieter Lima bietet seinen Kunden ebenfalls eine persönliche Cloud-Lösung an. Hier funktioniert eine kleine Box als Schnittstelle, gespeichert werden die Daten wie bei der Fritzbox-Lösung auf einer externen USB-Festplatte.

Die Einrichtung von Lima Ultra, dem neuesten Angebot des Pariser Unternehmens, ist im Grund ganz einfach. Nach der Installation der Desktop-Anwendung wird der kleine, 4 x 2 x 9 Zentimeter große Kasten mit einem LAN-Kabel an den Router angeschlossen und die leere, formatierte Festplatte (NTFS, HFS+, Ext4) per USB mit dem Lima Ultra verbunden. Die Verbindung erfolgt über USB 2.0, Festplatten dürfen maximal 7 Terabyte groß sein. Strom bekommt Lima Ultra über ein eigenes Netzkabel.

Apps für Windows, Mac, Android, iOS

Anschließend erstellt man über die Benutzeroberfläche der Software mit E-Mail-Adresse und frei wählbarem Passwort ein Lima-Konto. Die Einrichtung erfolgt dann automatisch. Im Test klappte das zwar erst nach einigen Neuanläufen und E-Mails mit dem Kunden-Service, andere Tester hatten aber keine Probleme und konnten Lima Ultra in weniger als fünf Minuten fertig einrichten.

Über die Desktop-App haben Nutzer dann Zugriff auf den Cloud-Speicher. Eine Android- und iOS-App gibt es auch, beide haben ein weitgehend ähnliches Layout, so dass sich Nutzer einfach zurechtfinden. Die Apps dienen nicht nur zum Organisieren der eigenen Dateien, sondern zeigen auch Fotos und Videos und spielen Musik ab. Per Schieberegler kann man Dateien offline verfügbar machen, sie also vom Lima Ultra aufs Handy herunterladen. Sonst werden die Daten gestreamt, ohne Speicherplatz zu verbrauchen. Fotos und Videos können automatisch hochgeladen werden.

Eine Mac-OS-Anwendung gibt es auch, im Test von n-tv.de kam aber nur die Windows-Variante zum Einsatz. Die Desktop-App bindet die Festplatte ins lokale System ein und zeigt sie im Explorer auch als Laufwerk an, so als wäre sie direkt am Rechner angeschlossen. Von unterwegs kann man nur über die Smartphone-Apps mit verschlüsselter Verbindung (AES256) auf Lima Ultra zugreifen, ein Web-Interface für den Zugriff über einen beliebigen Browser gibt es nicht.

Zwei Limas als Backup-Lösung

Die App synchronisiert nicht automatisch alle Dateien in den geteilten Ordnern, sondern lädt diese erst, wenn sie angefragt werden. Das spart Speicher. Lima legt aber auch einen Cache an, der maximal 10 Prozent des lokalen freien Speicherplatzes einnimmt - seine Größe können Nutzer anpassen, außerdem können sie Dateien auswählen, die offline verfügbar gehalten werden sollen. Wenn zwei Limas miteinander verbunden sind, legt der Dienst auf der zweiten Festplatte automatisch ein Abbild der ersten und damit ein sicheres Backup an.

Die Verbindung zwischen Lima und Endgerät ist flott, im besten Fall kommunizieren beide direkt per Peer-to-Peer mit 400 Mbit pro Sekunde miteinander. Ist das nicht möglich, nimmt die Verbindung einen Umweg über die Lima-Server. Diese Relais-Verbindung dauert nicht nur länger, sondern nimmt Lima auch seinen größten Vorteil: die direkte Verbindung zwischen Gerät und Cloud, ohne fremde Server dazwischen. Für eine P2P-Verbindung müssen Nutzer ihren Router entsprechend konfigurieren - wie das geht, erklärt Lima hier.

Update soll mehr Features bringen

Die Geschwindigkeit der Peer-to-Peer-Verbindung zwischen zwei Geräten hängt von der maximal verfügbaren Bandbreite im Netzwerk ab. Hintergrund-Backups laufen mit 240 Mbit pro Sekunde. Schade ist, dass man vom Desktop aus keine Dateien per Direktlink teilen kann - die App hat diese Funktion aber, für Windows und Mac soll sie nachgerüstet werden. Auch die Anbindung von mehreren Festplatten an ein Lima ist nicht möglich, will man eine Festplatte austauschen, führt der Weg über den Kundensupport. Die Daten auf dem Lima-Speicher können nur über die Lima-Software ausgelesen werden. Es ist also nicht möglich, die Festplatte abzukoppeln und sie als gewöhnliche externe Festplatte woanders anzuschließen.

Trotzdem: Lima ist eine gelungene persönliche Cloud- und eine nützliche Backup-Lösung mit weitgehend einfacher und intuitiver Einrichtung und Nutzung. Wer die genannten Funktionen ausreichend findet und noch keinen anderen privaten Cloud-Dienst nutzt, kann deshalb die 129 Euro Anschaffungspreis investieren.

Quelle: n-tv.de

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