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Das Lumia 800 hat einen gewölbten Bildschirm und ein gefrästes Polycarbonat-Gehäuse.
Das Lumia 800 hat einen gewölbten Bildschirm und ein gefrästes Polycarbonat-Gehäuse.(Foto: Nokia)
Freitag, 11. November 2011

Nokias erstes Windows-Phone-Modell: Lumia 800 soll angreifen

Große Hoffnungen setzt der finnische Handy-Marktführer auf sein neuestes Smartphone-Modell Lumia 800. Dabei steht auch für Microsoft viel auf dem Spiel. Beide Partner betonen, wie wichtig der deutsche Markt für sie sei.

Nokia und Microsoft blasen zur Aufholjagd auf dem Smartphone-Markt. Zum Deutschland-Start des ersten Nokia-Smartphones mit dem Microsoft-Betriebssystem Windows Phone sagte die Nokia-Managerin Hanna Sievinen in Berlin: "Es ist absolut klar, dass wir mit dem Nokia Lumia 800 auch heutige Nutzer von Android und auch iPhone im Visier haben. Daran gibt es keinen Zweifel."

Der finnische Handy-Weltmarktführer war jahrelang die Nummer eins auch im Smartphone-Markt, doch in den vergangenen Jahren haben Apples iPhone und vor allem Telefone mit dem Google-Betriebssystem Android die Initiative übernommen. Um den Spieß umzudrehen, entschied sich Nokia im vergangenen Februar, auf Windows Phone zu setzen. Auch Microsoft setzt große Hoffnungen in Nokia: Windows Phone hält ein Jahr nach dem Start bisher nur rund zwei Prozent am Smarpthone-Markt. "Wir sind bereit zum Angriff", sagte Microsoft-Deutschlandchef Ralph Haupter. Es sei nicht in Stein gemeißelt, dass jemand ein iPhone oder ein Android-Gerät nutze.

Zeitfenster noch offen

"Wir wissen, dass sich der Markt sehr schnell verändern kann", betonte die für Nordeuropa zuständige Sievinen, die auch das Geschäft auf dem deutschen Markt verantwortet. Jetzt gebe es noch ein Zeitfenster, in dem vieles möglich sei. "Uns ist sehr bewusst, dass dieses Fenster nicht für immer offen bleiben wird und wir diese Chance weise nutzen müssen. Wir setzt jetzt alles daran, einen erfolgreichen Produktstart zu haben."

Nokia gehe davon aus, dass die Lage auf dem Smartphone-Markt spätestens in 18 Monaten anders aussehen werde, sagte Sievinen. Sie habe eine klare Vorstellung davon, wo der Marktanteil in einem Jahr liegen soll - und diese sei "durchaus ambitioniert". Konkretere Prognosen wollte sie nicht machen.

Vodafone nicht an Bord

Nokias erstes Windows-Phone-Smartphone Lumia 800 kommt am kommenden auf den deutschen Markt. Der große Netzbetreiber Vodafone ist nicht unter den Start-Partnern. Es werde aber weiter verhandelt, sagte Sievinen. Anfang kommenden Jahres folgt dann das zweite, etwas einfachere Modell Lumia 710. In der ersten Phase konzentriere sich Nokia mit den beiden ersten Telefonen vor allem auf private Nutzer und nicht auf das Geschäft mit Unternehmen, sagte die Nordeuropa-Chefin. "Aber es werden mehr Angebote kommen."

Beide Manager hoben Nokias kostenlose Navigations-Software als eine Stärke des gemeinsamen Angebots hervor. Zwischen den Partnern habe es keine Diskrepanzen darüber gegeben, wessen Produkte zum Einsatz kommen, betonten sie. "Beiden Unternehmen war bewusst, dass wir dem Verbraucher etwas sehr attraktives bieten müssen, um Erfolg zu haben. Und das würden wir nicht mit Diskussion über strategische Interessen kaputtmachen." Es sei klar gewesen: In das Telefon kommt das bessere Angebot für die Kunden.

Das Design macht den Unterschied

Das Nokia Lumia 800 bietet die für Windows-Phone-Geräte typischen Spezifikationen. Es hat einen 3,7 Zoll großen gewölbten Bildschirm mit 480 x 800 Pixeln. Der Prozessor ist mit 1,4 Gigahertz getaktet, bietet Hardware-Beschleunigung und hat einen separaten Grafik-Chip. Der Arbeitsspeicher (RAM) ist 512 Megabyte groß. Intern bietet das Lumia 800 16 Gigabyte Speicher, online (Microsoft Skydrive) stehen Nutzern 25 Gigabyte zur Verfügung. Einen Steckplatz für SD-Karten gibt es nicht.

Der 1450 Milliamperestunden starke, fest eingebaute Akku soll laut Nokia für bis zu 9,5 Stunden Sprechzeit und 335 Stunden Standby gut sein. Videos soll das Lumia 800 bis zu 7 Stunden lang abspielen können.

Das Smartphone mit Polycarbonat-Gehäuse misst 116 x 61 x 12 Millimeter und wiegt 142 Gramm. Auf der Rückseite ist eine 8-Megapixel-Kamera von Carl Zeiss mit doppeltem LED-Blitz eingebaut. Auf eine Frontkamera hat Nokia verzichtet.

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Quelle: n-tv.de