Technik

Ex-Nokia-Leute planen N9-Nachfolger Meego lebt als Jolla weiter

Nokia N9

Das N9 wurde nach Nokias Wechsel zu Microsofts Windows Phone durch das Lumia 800 abgelöst

Sie haben eigentlich keine Chance, wollen sie aber nutzen: Ehemalige Nokia-Mitarbeiter gründen eine eigene Firma, um dem von ihnen mitentwickelten mobilen Betriebssystem Meego eine neue Zukunft zu geben. Noch in diesem Jahr will das Unternehmen namens "Jolla" einen Nachfolger des kurzlebigen Nokia N9 präsentieren.

Als Nokia Ende 2010 das Touchscreen-Smartphone N9 vorstellte, waren viele Experten begeistert. Für sie war es dem finnischen Unternehmen endlich gelungen, ein Gerät vorzustellen, das mit Apples iPhone und den aufstrebenden Android-Handys mithalten konnte. Neben schickem Design und solider Hardware überzeugte auch das zusammen mit Intel entwickelte Betriebssystem Meego die Tester. Trotzdem hatte das N9 keine Zukunft. Schon bevor es auf den Markt kam, ging Nokia im Februar 2011 einen Pakt mit Microsoft ein und verkündete, in Zukunft voll auf Windows Phone zu setzen.

Tot ist Meego deswegen aber noch lange nicht. Intel und die Linux Foundation haben es zu Tizen weiterentwickelt. Noch in diesem Jahr will Kooperationspartner Samsung erste Geräte präsentieren. Möglicherweise kommen den Koreanern aber Nokias ehemalige Meego-Entwickler zuvor. In einer Pressemitteilung haben sie die Gründung der Firma Jolla in der finnischen Hauptstadt Helsinki bekannt gegeben. In der knappen Mitteilung kündigt das Team an, die "exzellente Arbeit", die Nokia mit Meego begonnen habe, zu vollenden. "Nokia hat etwas Wundervolles geschaffen - das beste Smartphone-Produkt der Welt", schreibt CEO Jussi Hurmola. "Es verdient, weitergeführt zu werden."

Schon seit Ende 2011 arbeite Jolla an einem Betriebssystem, das auf Meego basiere und eine eigene, "brandneue" Benutzeroberfläche habe. Zusammen mit "internationalen Privat-Investoren" will Jolla noch in diesem Jahr ein eigenes Smartphone präsentieren.

Weitere Details sind bisher nicht bekannt. Leicht wird es für Jolla jedenfalls nicht. Experten sehen für das Projekt selbst dann nur geringe Erfolgschancen, wenn Betriebssystem und Smartphone überzeugen können. Denn wie schon bei N9 und Meego dürfte der große Schwachpunkt von Jolla die zu geringe Anzahl von Apps werden. Dieses Problem wäre wohl nur zu lösen, wenn unter Jolla Android-Apps liefen. Möglich ist es: Unter Tizen sollen Android-Apps durch den "Application Compatibility Layer (ACL) der Firma Open Mobile problemlos funktionieren.

Quelle: ntv.de, kwe

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