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An diesen Gesprächen können mehr Menschen beteiligt sein als man vermutet.
An diesen Gesprächen können mehr Menschen beteiligt sein als man vermutet.(Foto: picture alliance / dpa)
Sonntag, 21. Juli 2013

Verschlüsselung erfüllt nicht ihren Zweck: Millionen Sim-Karten unsicher

900 Millionen Handys auf der ganzen Welt könnten davon betroffen sein: Hacker knacken die Sim, führen über die Karte Gespräche, leiten Anrufe um oder belauschen Unterhaltungen. Und der Handybesitzer muss von all dem nichtmal etwas merken.

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Weltweit können Millionen Sim-Karten von Mobiltelefonen geknackt werden, sagt IT- Experte Karsten Nohl. Der Grund: eine veraltete Verschlüsselung. Hacker könnten dann mit fremden Karten telefonieren, Anrufe umleiten oder sogar Gespräche belauschen, warnt der Sicherheitsexperte laut einem Bericht von "Zeit Online".

Der internationale Mobilfunkverband GSMA, in dem mehr als 800 Netzbetreiber organisiert sind, bestätigte "Zeit Online", dass ältere Sim-Karten betroffen sein können. Man sei von Nohl über die Probleme informiert worden. Konkret geht es um einen aus den 1970er Jahren stammenden Verschlüsselungsstandard namens DES.

Handy-Besitzer merken nichts

Die Methode zur Manipulation will Nohl am 1. August auf der Hackerkonferenz "Black Hat" in Las Vegas vorstellen. Handy-Besitzer würden die Übernahme ihres Geräts nicht bemerken. Notwendig seien dazu lediglich einige "stille" SMS-Kurznachrichten mit einem Schadcode, die an das Mobiltelefon geschickt werden.

Der Experte schätzt, dass ungefähr ein Achtel aller Sim-Karten weltweit angegriffen werden können. Das entspräche 900 Millionen Handys. Ein Sprecher der Deutschen Telekom sagte "Zeit Online", ihre Kunden seien nicht betroffen, da das Unternehmen auch bei älteren SIM-Karten eine bessere Verschlüsselung namens 3DES verwende.

Nohl ist Geschäftsführer der Berliner Firma Security Research Labs, zu deren Kunden nach eigenen Angaben große Unternehmen zählen. Er hatte bereits mehrfach Schwachstellen in Handy-Netzen aufgedeckt. Im vergangenen Jahr warnte er vor der Möglichkeit, dass Kriminelle im Handel EC-Kartendaten samt Geheimnummern an Kassen-Terminals auslesen können.

Quelle: n-tv.de