Technik

Computer von Virus befallen Ministerium wirft neue PCs weg

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Ab auf den Müll: Das Ministerium entschied sich für eine kostspielige Variante der Virenbekämpfung.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Das Bildungsministerium Mecklenburg-Vorpommern bekämpft Virenbefall von Computern radikal: Wegwerfen statt reparieren ist offenbar die Devise. Eine kostspielige Entscheidung, die den Steuerzahler rund 200.000 Euro kostet. Nun schreitet der Landesrechnungshof ein.

Im September 2010 befällt der bekannte Wurm "Conficker" Rechner in Mecklenburg-Vorpommern. 170 Computer eines Lehrerfortbildungsinstituts in Schwerin, Rostock, Neubrandenburg und Greifswald sind betroffen. Das Bildungsministerium macht kurzen Prozess – und wirft die Maschinen einfach auf den Müll. Die PCs seien teilweise "nagelneu" gewesen, schreibt die "Ostsee-Zeitung".

Das Blatt beruft sich auf den Jahresbericht 2012 des Rechnungshofes des Bundeslandes. Darin wird die Aktion gerügt, weil das Ministerium Ersatz heranschaffte und für die benötigten Computer und deren Installation insgesamt 187.300 Euro ausgab.

Der "Conficker"-Wurm wurde im November 2008 bekannt, als er Computer mit Windows-Betriebssystem befiel. Der Schädling breitete sich rasant aus und infizierte Millionen Rechner in mehr als 200 Ländern. Einige Versionen werden über USB-Sticks und andere USB-Laufwerke übertragen.

Sorglose Entscheidung

"Eine ernsthafte Überprüfung der Alternative" zum Neukauf sei "nicht erkennbar", schäumt der Rechnungshof über den Gang zur Müllkippe. Es sei stattdessen möglich gewesen, die befallenen Rechner kostengünstig und schnell zu reinigen. Das Ministerium hatte die Kosten für die Reinigung der vorhandenen Systeme auf 130.000 Euro geschätzt. Allerdings bietet Microsoft bereits seit Ende März 2009 eine Gratissoftware an, um den Wurm zu entfernen.

Im Bericht wird auch ein fehlendes IT-Sicherheitskonzept moniert. Der Rechnungshof versuchte, Protokolle von Anti-Viren-Software über den Befall vom Bildungsministerium zu erhalten. Die Behörde bekam jedoch nur Aufzeichnungen für den Standort in Greifswald. Die Protokolle aus der Ostseestadt zeigten allerdings keinen massiven Befall der betroffenen Rechner.

Billiger als nachträgliche Virenbekämpfung sind Pläne, wie der Befall in Zukunft verhindert werden kann. Zu einem solchen Sicherheitskonzept hat der Landesrechnungshof das Bildungsressort in Mecklenburg-Vorpommern nun verpflichtet.

Quelle: ntv.de, rpe

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