Technik

"Smarte" Stoffe vernetzen Kleidung Mit der Jeans das Handy steuern

Wer wünscht sich nicht, einen Anruf einfach per Wischbewegung annehmen zu können, ohne das Handy aus der Tasche fummeln zu müssen. Levi's und Google machen es möglich. Die "intelligente" Jeans kann aber noch mehr als telefonieren.

Der Jeanshersteller Levi Strauss will künftig "smarte" Stoffe verarbeiten, mit denen Bekleidungsstücke in Eingabeinstrumente für Smartphones und andere Mobilgeräte verwandelt werden können. So soll etwa eine Hose mit Touchscreen-Funktionen ausgestattet werden. Levi's ist der erste Kooperationspartner von Google im "Project Jacquard", mit dem "intelligente Textilien" massentauglich gemacht werden sollen.

"Es gibt eine Chance, dass die von uns geliebte Kleidung uns dabei helfen kann, das beste und notwendige dieser digitalen Welt anzusprechen", sagte Paul Dillinger, Designer bei Levi Strauss, auf der Entwicklerkonferenz Google I/O in San Francisco. "Und wenn wir dabei den Augenkontakt mit der Person beibehalten können, mit der wir gerade zu Abend essen, dann hat das einen besonderen Wert."

Google-Projektleiter Emre Karagozler erklärte, wie die interaktive Hose funktionieren soll: "Das erreichen wir, indem wir leitfähige Fäden in den Stoff einarbeiten." Diese sind mit kleinen Chips verbunden, die in etwa die Größe eines Knopfes haben. Das Material könne wie andere Textilien behandelt werden, es sei "dehnbar und waschbar", sagte Karagozler.

Auch interaktive Möbel möglich

Bei der Entwicklung von Trackpads in Kleidung standen die Forscher vor der Herausforderung, dass die Fäden sowie die winzigen Kommunikationschips die Herstellung der Stoffe schadlos überstehen. Außerdem sollten die Stoffe in beliebigen Farben herstellt werden können. Dillinger erinnerte daran, dass der deutschstämmige Unternehmensgründer Levi Strauss und sein Partner Jacob Davis bei der Erfindung der Jeans im 19. Jahrhundert erstmals Kupfernieten eingesetzt hatten. "Damit schließt sich ein Kreis aus Tradition und Innovation."

Bei der Präsentation des neuen Stoffs konnten Testpersonen durch Drück- und Wischbewegungen auf dem Stoff einen Lichtschalter bedienen oder einen Computer steuern. Die Befehle können auf Smartphones oder andere Geräte übertragen werden, so dass auch Anrufe oder das Senden von Kurznachrichten durch Berührungen des Stoffs möglich sein sollen. Mit einem berührungssensitiven Jackenärmel könnte so ein Smartphone-Anwender beispielsweise einen Anruf auf seinem Kopfhörer annehmen, ohne das Telefon auf der Tasche zu holen. Die Technologie kann nach Angaben Googles nicht nur in Kleidungsstücken, sondern auch in Teppichen oder Möbeln mit Stoffbezug zum Einsatz kommen.

Quelle: ntv.de, lsc/dpa/AFP

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