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Ein Superheld kämpft gegen die Katze Netzaktivisten verbünden sich

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Wenn die Katze im Himmel auftaucht, soll es in Zukunft losgehen.

Erst war es die weltweit größte Online-Protestaktion aller Zeiten, jetzt wird es zur "Internet Defense League". Mit weltweiten Guerilla-Aktionen wollen Netzaktivisten auf die Gründung des Bündnisses aufmerksam machen. Unliebsame Gesetzesinitiativen wie ACTA sollen so bekämpft werden. Doch zum Einstand balgt sich zunächst ein Superheld mit einer Katze.

In den USA haben Netzaktivisten ein neues Netzwerk gegründet, "um das offene Internet zu verteidigen", wie es heißt. In der "Internet Defense League" IDL verbünden sie sich auch mit bekannten Unternehmen. Der Sinn: Gesetzesinitiativen wie der "Stop Online Piracy Act" (SOPA), der "Protect IP Act" (PIPA) oder auch das in Deutschland und Europa wohlbekannte ACTA sollen so frühzeitig und gebündelt bekämpft werden. So wollen die Macher "den Planeten mobilisieren, um das Internet gegen schlechte Gesetze und Monopole zu verteidigen".

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Naheliegend, hier eine Parallele zu ziehen. Oder?

Ursprung der IDL ist der massive Protest Anfang des Jahres, als etwa Wikipedia offline ging oder das US-Magazin "Wired" die Inhalte seines Web-Auftritt fast komplett geschwärzt hatte, um auf die problematischen Gesetze SOPA und PIPA aufmerksam zu machen. Damit sollten Internetseiten gesperrt werden, die Links zu Raubkopien enthalten.

Google platzierte zugleich einen Link auf seiner Suchmaske, die zu einer Petition gegen die Gesetze führte. Über 10 Millionen Stimmen kamen zusammen. In Deutschland schwärzten die Grünen und die Piratenpartei ihre Websites. Es war die größte Protestaktion in der Geschichte des Webs.

"Potenzieller Real-Life-Superheld"

Und dann ist da die Sache mit der Katze, die Batman sein will - denn an Humor mangelt es den Gründern der "Defense League" offenbar nicht. Weil in der Nacht zum 19. Juli auch der neue Film der Fantasiefigur in die US-Kinos kommt, soll statt des bekannten Fledermaus-Zeichens ein fauchender Katzenkopf auf Gebäude oder in den Himmel projiziert werden. Personen, die 30 US-Dollar spenden, sollen sogar einen "Katzensignallicht" in der Größe eines Laserpointers erhalten.

"Wir sind sehr glücklich, das Datum mit Batman zu teilen. Jeder, der an den Protesten zu SOPA, PIPA und ACTA teilgenommen hat, ist ein potenzieller Real-Life-Superheld", heißt es auf der Seite. Pikanterweise gehört der Konzern Time Warner, der die Produktionsfirma des Films besitzt, zur Gegenseite. Die will striktere Regeln gegen Raubkopien durchsetzen.

Als Mitglieder der "Internet Defense League" werden Firmen wie Mozilla, Wordpress oder Reddit geführt, weitere sollen noch verkündet werden, heißt es auf der Seite. Auch die Electronic Frontier Foundation (EFF), eine der größten Bürgerrechtsbewegungen in diesem Bereich, gehört zu den Unterstützern. Die Lobbyorganisation war im Jahr 1990 von John Perry Barlow mit gegründet worden. Barlow ist Verfasser der legendären "Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace" von Davos.

Quelle: n-tv.de, rpe

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