Technik

Samsung erleidet Niederlage Noch ein Prototyp von Apple

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Erstaunlich: "Purple" hat fast exakt die gleiche Form wie das iPhone 4S.

(Foto: Gerichtsakten)

Apple will den eben in Kalifornien gestarteten Prozess gegen Samsung mit allen Mitteln gewinnen und wirft dafür auch ein Stück weit seine Geheimhaltung über Bord. Apples Anwälte bombardieren das Gericht regelrecht mit Prototypen und Entwürfen des iPhone. Der neueste heißt "Purple" und bringt Samsung eine empfindliche Niederlage bei.

Vor dem Bezirksgericht im kalifornischen San Jose hat die "Mutter aller Schlachten" im Patent- und Geschmacksmusterstreit zwischen Apple und Samsung begonnen. Während sich Normaltelefonierer verwundert den Kopf kratzen, dass man sich ernsthaft darüber streiten kann, wer zuerst auf die Idee kam, ein Smartphone rechteckig mit abgerundeten Ecken und Bildschirm zu machen, geht es für die Unternehmen um Milliarden-Beträge. Die Klage-Summen haben inzwischen irrwitzige Höhen (Apple fordert 2,5 Milliarden Dollar) erreicht und die juristische Auseinandersetzung selbst kostet beide Parteien Unsummen, die andere Konzerne schon längst in den Ruin getrieben hätte.

Vor allem weil Samsung einen Riesenerfolg mit seinen Smartphone-Flaggschiffen der Galaxy-Klasse feiert, will Apple unbedingt beweisen, dass die Koreaner das Design der Geräte bei Apple abgekupfert haben. Zwar sind auch die Tablets Gegenstand des Patentkriegs. Aber im Vergleich zum Smartphone-Markt ist Apples Position hier noch recht unangefochten.

So hat Apple in Gerichtsunterlagen überraschend eine ganze Reihe von iPhone-Prototypen veröffentlicht, um zu beweisen, dass Samsung "sklavisch kopiert" hat. Samsung seinerseits hat Fotos eingereicht, die belegen, dass ein Apple-Designer 2006 einen Entwurf machte, der sich auf Anordnung von Chef-Designer Jonathan Ive an Sony-Geräten orientierte.

Apple-Anwälte überzeugen Richterin

Doch zumindest diese Schlacht hat Apple bereits gewonnen. Das Unternehmen konterte mit einem neunseitigen Dokument, in dessen Mittelpunkt ein weiterer Entwurf steht. "Purple" ähnelt zwar frappierend dem aktuellen iPhone, stammt aber aus dem August 2005 und ist damit älter als das von Samsung ins Feld geführte "Sony-Design". Das von Sin Nishibori entworfene Gerät sein nur ein Nebenprodukt gewesen, so die Anwälte.

Wie die Webseite "The Verve" berichtet, hat Apple mit diesem Konter Erfolg gehabt. Die vorsitzende Richterin Lucy Koh hat Samsung untersagt, während des Prozesses die Sony-Karte zu ziehen.

Quelle: n-tv.de, kwe

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