Technik

Angry Birds trifft Kim Jong Un Nordkoreas Tablet braucht kein Internet

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Das nordkoreanische Tablet Samjiyon sorgte im vergangenen Herbst bei der Handelsmesse in Pjöngjang für Furore.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Da soll noch einer behaupten, Nordkorea sei rückständig: Auch in der Demokratischen Volksrepublik können die Untertanen des Diktators Kim Jong Un einen Tablet-Computer kaufen. Auf Internet müssen sie zwar verzichten, dafür sind Spiele und jede Menge Propaganda vorinstalliert.

Wenn Nordkorea auf einer Messe ein eigenes Tablet vorstellt, kann man sich nicht sicher sein, dass die Einwohner des Landes das Gerät auch tatsächlich kaufen können. Die Webseite "NK News" hat jetzt aber selbst einen Blick auf das "Samjiyon" werfen können, das die Volksrepublik stolz im vergangenen Herbst erstmals auf der Pyungyang International Trade Fair der "Weltöffentlichkeit" präsentierte.

Das Tablet ist offenbar nicht in der Lage, sich mit dem Internet zu verbinden, aber da es in der Demokratischen Volksrepublik für Normalsterbliche sowieso bestenfalls ein abgeschlossenes Intranet gibt, kann man das kaum einen Mangel nennen. Und schließlich darf man nicht vergessen, dass Geräte, die offline bleiben, viel sicherer sind: keine Viren, Trojaner, Spyware - und auch keine NSA.

Basketball und Panzerschlacht

Außerdem sorgt der "Oberste Führer" Kim Jong Un auch beim Samjiyon dafür, dass es seinen Untertanen an nichts fehlt. Er hat sein "Korea Computer Center" angewiesen, jede Software, die sie benötigen, vorzuinstallieren. Dazu gehören eine Angry-Birds-Kopie und Kriegsspiele, in denen die glücklichen Nordkoreaner, die ein Samjiyon kaufen können, in virtuellen Panzerschlachten ihre Wehrtüchtigkeit trainieren dürfen. Vermutlich weil Kim ein Fan ist, bietet das Tablet sogar ein Basketballspiel.

Am wichtigsten dürften aber Texte und Videos sein, die allumfassend über das Leben des "Obersten Führers" im Dienste seines Volkes informieren. "Geekosystem" berichtet, dass Kim in einem Film den Kindern seines Landes sogar zeigt, wie man die rote Fahne richtig hisst.

Achim war vorher da

Eigene Videos zu drehen oder Fotos zu machen, ist Kims Untertanen offenbar aber nicht erlaubt. Obwohl auf einem unscharfen Youtube-Video eine entsprechende App auf dem Bildschirm des Tablets zu sehen ist, hat es angeblich keine Kamera.

Das Samjiyon ist bereits Nordkoreas zweiter Tablet-Computer, der vermutlich in China produziert wird. Zuvor hatte das Regime in Pjöngjang schon ein kleineres Gerät mit dem Namen "Achim" ("Morgen") vorgestellt.

"North Korea Tech", das über Achim berichtete, zitierte einen Vertreter der Regierung, der sagte, das Tablet diene den Menschen dazu, revolutionäre Ideen zu studieren, Wissenschaft und Technologie zu nutzen, ihnen bei der Arbeit zu helfen und Filme zu genießen. Informationsfreiheit hat er nicht erwähnt.

Quelle: ntv.de

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