Technik

Kommentar-Schlacht auf Facebook Nowitzki-Spot löst Wurstkrieg aus

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Dirk Nowitzki bei den Dreharbeiten zum jüngsten Werbespot der Ing-Diba.

(Foto: Ing-Diba)

Auf der Facebook-Seite der Ing-Diba tobt eine erbitterte Kommentar-Schlacht. Dabei geht es aber nicht um Zins und Zinseszins, sondern um die Wurst. Auslöser des Streits ist nämlich der neueste Werbespot der Bank mit Dirk Nowitzki, in dem der Basketball-Star ein nostalgisches Erlebnis in einer Metzgerei hat - für vegetarische Anleger offenbar eine Riesen-Sauerei.

Dirk Nowitzki ist für die Ing-Diba eigentlich eine sichere Werbe-Bank, denn er ist ein großer Sympathieträger. Der Basketball-Superstar hat nicht abgehoben und ist trotz Traumkarriere in den USA immer noch "einer von uns".

In ihrem neuesten Clip wollten die Werbe-Strategen der Ing-Diba Nowitzkis Bodenständigkeit besonders betonen, indem sie den Würzburger in die Metzgerei seiner Kindheit schickten. Dort erinnert sich nicht nur die dralle Helga an den großen Burschen, und die Metzgersfrau reicht ihm eine Scheibe Wurst mit den Worten: "Was hammer früher immer g'sagt?" Und der verlegene Dirk antwortet artig: "Damit du groß und stark wirst."

Die Metzgerei und die ganze Szenerie ist total überzeichnet und viele Erwachsene erinnern sich amüsiert an ihre "Handwurst"-Erlebnisse. Doch heutzutage finden so einen Werbespot nicht alle witzig. Zahlreiche Vegetarier und vor allem Veganer sind von der heilen Fleisch-Welt der Werbe-Metzgerei angewidert. Früher, als der Dirk noch für das Würzburger Röntgen-Gymnasium Körbe warf, wäre der Protest der Fleisch-Gegner vermutlich ungehört verhallt. Doch im Internet-Zeitalter findet jeder, der gegen irgendetwas protestieren möchte, eine Plattform.

Auch auf Youtube geht's heiß her

In diesem Fall machen sich militante Vegetarier auf der Facebook-Seite der Ing-Diba Luft und teilen ihre Empörung in deftigen Posts auf der Pinnwand mit. Aber auch mit einigen Fleischfressern ist nicht gut Kirschen essen und so gibt es in dem sozialen Netzwerk seit Erscheinen des Metzgerei-Spots kurz vor Weihnachten einen regen Schlagabtausch von Gegnern und Befürwortern der fleischlichen Ernährung. Inzwischen haben die Feindseligkeiten auch auf Youtube übergegriffen, wo die Ing-Diba den Werbespot veröffentlicht hat.

Die Argumente sind dieselben wie in allen Auseinandersetzungen dieser Art und die Wortwahl der Kontrahenten nicht selten geschmacklos. Auch die üblichen Hitler- und Goebbels-Vergleiche fehlen nicht. Die Ing-Diba verfolgt dabei "gespannt" die Diskussion auf ihrer Facebook-Seite. Sie wolle die freie Meinungsäußerung nicht unterbinden, teilt sie mit. Die Bank bittet jedoch darum, von "Beleidigungen und Vorwürfen gegen anders Denkende abzusehen."

Der "Shitstorm", den ihr Werbespot entfacht hat, schadet der Bank offensichtlich nicht. Der Aktienkurs der Ing-Diba bewegt sich auf einem Höchststand. Daran wird wohl auch die schockierende Entdeckung nichts ändern, dass der Nowitzki-Spot offenbar nicht in Würzburg, sondern in einer Berliner Fleischerei gedreht wurde.

Quelle: ntv.de, kwe

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