Technik

Verschlüsselungsprogramme Nur Gratis-Software versagt nicht

Sechs Verschlüsselungsprogramme für PCs hat "Computerbild" getestet. Sechs von ihnen lassen sich mit mehr oder weniger großem Aufwand knacken. Zudem machen sie den Rechner deutlich langsamer. Nur ein kostenloses Programm überzeugt.

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Wer die komplette Festplatte verschlüsselt, bremst den Rechner aus.

(Foto: Antje Delater, pixelio.de)

Ob Steuererklärung oder private Fotos - auf PC-Festplatten lagern reichlich vertrauliche Daten, häufig aber nur schlecht gesichert. Spezielle Software soll wichtige Daten verschlüsseln und vor unbefugtem Zugriff schützen. In der Praxis haben die meisten Programme jedoch schwere Sicherheitsmängel, wie ein Test von "Computerbild" ergab.

Verschlüsselungsprogramme verändern Daten mit aufwendigen Rechenverfahren. Der ursprüngliche Inhalt ist dann nicht mehr zu erkennen und wird nur mit einem Passwort zugänglich. Die meisten Programme können alle Dateien eines Laufwerks verschlüsseln, manche verschlüsseln auf Wunsch zusätzlich die Partition des Betriebssystems und damit die ganze Festplatte - so sind alle Daten geschützt. Nachteil: Der Rechner arbeitet deutlich langsamer. Das Laden von 150 Fotos mit 361 Megabyte etwa dauerte von einer verschlüsselten Festplatte im Test knapp dreieinhalb Minuten - unverschlüsselt ging es eine Minute schneller. Wer seinen Rechner nicht ausbremsen möchte, kann einzelne Dateien alternativ in einer Tresordatei sichern.

Sechs Verschlüsselungsprogramme hat "Computerbild" getestet, fünfmal bewertete sie mit "mangelhaft". Bei Steganos Safe 12.0.1 für 29,95 Euro, Remus ArchiCrypt Live 6.7.9.10014 für 39,95 Euro und Abelsoft CryptBox 2011 2.1.0 für 29,95 Euro ließ sich mit einer Spezial-Software das Passwort für die Verschlüsselung aus dem Arbeitsspeicher auslesen. Bei Infotecs ViPNet SafeDisk 3.2. für 28,55 Euro konnten die Tester das Hauptpasswort ändern, ohne das alte anzugeben. Und beim mit 60 Euro teuersten Kandidaten Securstar DriveCrypt 5.4.0 konnten Angreifer wegen eines Programmfehlers beliebige Dateien lesen - der dazu nötige Programmcode kursiert seit Monaten im Internet.

Wirklich sicher war nur das einzig kostenlose Programm im Test: TrueCrypt 7.0a kam auf eine Gesamtwertung von 2,93. Er überzeugte mit hohem Tempo und den meisten Verschlüsselungsfunktionen überzeugt. Bei Bedarf sichert die Software die gesamte Windows-Partition ab. Selbst wenn die Festplatte in einen anderen PC eingebaut wird, lassen sich so keine Schad- oder Spionageprogramme installieren oder Daten ausspähen.

Quelle: ntv.de, ino

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