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DSL-Großverbraucher ausgebremst O2 drosselt ab Oktober

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O2 bremst aus "Gründen der fairness" DSL-Großverbraucher aus.

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DSL-Anbieter O2 drosselt bei Neukunden die Surfgeschwindigkeit, wenn sie eine Datengrenze überschreiten. Noch ist dies für die meisten Nutzer absolut kein Problem - das könnte sich in der Zukunft aber ändern.

Die Deutsche Telekom hat mit ihren DSL-Drossel-Plänen bereits im Frühjahr 2013 einen großen Wirbel verursacht. Doch weil das Kölner Landgericht das Vorhaben in der geplanten Form kassiert hat, wartet das Unternehmen bis zum nächsten Jahr, bis es entsprechende Verträge einführt. So ist jetzt O2 der erste große Telekommunikationsanbieter, der seine Drosselpläne umsetzt.

O2 vermeidet dabei aber negative Begriffe wie "Drosselung" oder "Datenbremse". Die Marketing-Strategen der Telefónica-Tochter nennen die Volumenbegrenzung für Großverbraucher einen "Fair-Use-Vorteil", der "Fairer surfen für alle" zum Ziel hat. Die Begrenzung sei nötig, "damit alle das Internet gleich gut nutzen können". Betroffen sind nicht nur Neukunden, sondern alle, die seit dem 17. Oktober 2013 einen All-in-DSL-Tarif gekauft haben. Seit diesem Datum steht der "Fair-Use Vorteil" in den Verträgen.

Bei Nutzern eines M- oder L-Pakets drosselt O2 die DSL-Geschwindigkeit von 8000 beziehungsweise 16.000 Kilobit pro Sekunde auf 2000 Kbit/s, wenn sie in drei aufeinanderfolgenden Abrechnungsmonaten mehr als 300 Gigabyte verbraucht haben. Aber auch im Folgemonat tritt der Anbieter erst ab 300 Gigabyte auf die Bremse. Wer mehr benötigt, muss Upgrades hinzukaufen, die 4,99 Euro (100 Gigabyte) oder 14,99 Euro (unbegrenzt) kosten.

Eine Frage der Auflösung

O2 weist darauf hin, dass laut Bundesnetzagentur der durchschnittliche Nutzer nur ein Datenvolumen von 21 Gigabyte im Monat verbraucht und die reduzierte Geschwindigkeit zum Surfen oder für Facebook und Youtube-Videos ausreichend sei. Tatsächlich sind 300 Gigabyte eine Menge Holz und bei der großen Mehrheit der Nutzer dürfte der DSL-Zug immer mit Volldampf fahren. Immerhin kann man mit 300 Gigabyte rund 340 Stunden Videos in HD-Qualität streamen.

Daran könnte sich aber schon relativ bald etwas ändern. Denn die Entwicklung geht bei Fotos, Filmen, Bildschirmen und Streaming-Diensten hin zu immer höheren Auflösungen. So wird Full-HD (1080p) HD (720p) schon bald als Standard abgelöst haben und 4K beziehungsweise QHD (vierfaches HD) ist die Auflösung der nahen Zukunft, die unter anderem bereits der Streaming-Dienst Netflix in den USA anbietet. Hier reichen dann die 21 Gigabyte des heutigen Durchschnittsnutzers nicht mal mehr eine ganze Spielfilmlänge.

Quelle: n-tv.de, kwe

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