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Patent für gebogenes Display Plant Apple ein iPhone Edge?

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Das Displayglas des iPhone 6 ist leicht gewölbt - Apples Patent geht aber viel weiter.

jwa

Apple könnte ein Smartphone mit gewölbtem seitlichem Display planen. Das geht aus einem Patentantrag hervor. Eifert der Hersteller mit einem iPhone Edge Samsung nach?

Der Patentstreit zwischen Apple und Samsung ist ein nicht enden wollendes Thema. Seit Jahren werfen sich beide Konzerne gegenseitig vor, voneinander abzuschauen und die Ideen des anderen zu kopieren. Gerade hat das US-Patentamt ein wichtiges iPhone-Patent zwar für ungültig erklärt, das das Design des ersten iPhones beschreibt. Wie jetzt aber bekannt wurde, hat Apple einen Patentantrag eingereicht, der neues Öl ins Feuer kippen könnte. Der Antrag beschreibt ein Smartphone mit einem an den Seiten gewölbten Touch-Display - auf den ersten Blick ganz so, wie es Samsung mit seinen Edge-Smartphones vorgemacht hat.

Die Veröffentlichung des Patentantrags durch das Patent- und Markenamt der USA fällt zeitlich zusammen mit der Vorstellung des Samsung-Phablets Galaxy S6 Edge Plus. Eingereicht wurde der Antrag aber schon früher, im April 2015 - Anfang März hatte Samsung das S6 Edge vorgestellt. Hat Apple hier einen Trend erkannt und will nun auf den Zug aufspringen?

Denkbar wäre es, denn mit seinen Edge-Modellen hat Samsung einen Nerv getroffen, scheinbar ohne selbst damit gerechnet zu haben. Das Galaxy Note Edge wurde 2014 eigentlich als Begleitprodukt zum Note 4 vorgestellt. Es kam bei Publikum und Kritikern sehr gut an und wurde schließlich nach einer Fan-Aktion auch in Deutschland verkauft. Das Galaxy S6 Edge stahl dem S6 dann in diesem Frühjahr die Show und brachte Samsungs Pläne durcheinander: Während die Nachfrage nach dem S6 geringer ausfiel als erwartet, kam Samsung beim Edge gar in Lieferschwierigkeiten. Rund ein Jahr nach dem ersten Edge-Modell hat das S6 Edge Plus jetzt die Hauptrolle bekommen und das Stifte-Phablet Note 5 zumindest in Deutschland ganz verdrängt.

Apples Edge-Display ist nützlicher

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Schematische Zeichnung: So stellt sich Apple ein seitliches Display vor.

(Foto: Apple)

Doch Apple geht die Idee des gewölbten Displays anders an als Samsung und gestattet ihm, zumindest im Patentantrag, mehr Möglichkeiten. Beschrieben werden Geräte mit eigenständigen seitlichen Displays, die getrennt vom Frontbildschirm aktiviert und deaktiviert werden können - ähnlich wie es beim Note Edge der Fall war. Bei Apple könnte das seitliche Display aber auch durch einen schmalen Trennstreifen von der Front abgesetzt werden, so wie es auf der Patentzeichnung zu sehen ist.

Eine Gemeinsamkeit hätte ein iPhone Edge mit Samsungs Modellen: Beide Geräte wären mit einem OLED-Display ausgestattet - aus einem einfachen Grund: LCD-Bildschirme lassen sich nicht verbiegen. Doch während Samsung die Möglichkeiten des gebogenen Displays beim S6 Edge und beim Edge Plus nicht voll ausschöpft, soll das Apple-Modell virtuelle Tasten und Schalter oder ergänzend zum Frontdisplay zusätzliche Informationen und Benachrichtigungen anzeigen.

Die virtuellen Tasten könnten verschiedene Funktionen haben und je nach Bedienmodus wechseln. Die Lautstärketasten im Musikplayer könnten sich in der Kamera-App zum Beispiel in einen Auslöser verwandeln. Durch vorgegebene Eingabe-Gesten oder Wischbewegungen am Rand könnten Nutzer zwischen den Modi wechseln. Denkbar ist laut dem Patentantrag auch, dass physische Tasten ganz wegfallen und durch virtuelle Schaltflächen ersetzt werden, die nur bei Bedarf eingeblendet werden.

Ob das das Aus für den ikonischen Home-Button beim iPhone ist, bleibt indes offen. Auch, wie und wann die Ideen umgesetzt werden und ob sie überhaupt ihren Weg in eins der nächsten iPhone-Modelle finden werden, ist offen. Längst nicht jeder Patentantrag wird auch umgesetzt, denkbar ist es aber allemal, dass auch Apple in Zukunft mit flexiblen Displays experimentiert.

Quelle: n-tv.de

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