Technik

"Wir verfolgen niemanden" Steve Jobs äußert sich

Apple-Geräte protokollieren die Aufenthaltsorte ihrer Nutzer. Wozu eigentlich? Auf eine offizielle Stellungnahme aus dem Konzern wartete man bislang vergeblich. Jetzt hat sich Steve Jobs zur Wort gemeldet und setzt dabei mal wieder auf die Strategie "Angriff ist die beste Verteidigung".

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Die Standortdaten werden in einer versteckten Datei auf dem Gerät abgelegt.

(Foto: REUTERS)

Kurz vor Ostern enthüllten britische Informatiker, dass Apple-Geräte mit der iOS4die Positionsdaten ein Jahr lang speichern. Das sorgte nicht nur bei deutschen Datenschützern und Politikern für Empörung, auch das US-Repräsentantenhaus wird sich nun mit dem Thema befassen. Dabei soll nicht nur Apple Auskunft über Speicherung und Nutzung von Ortsdaten geben, auch Google, Microsoft, Nokia, RIM und Hewlett-Packard sollen vor einem Ausschuss am 10. Mai  Stellung beziehen.

Im Grunde interessiert dabei vor allem eins: Welche Daten werden erfasst und was passiert mit ihnen? Auf ein offizielles Statement aus dem Hause Apple wartete die Öffentlichkeit bislang vergeblich. Doch nun hat sich Steve Jobs höchstselbst aus der Dienstpause gemeldet, um die Vorwürfe abzubügeln. Das Magazin MacRumours dokumentiert den E-Mail-Wechsel eines Lesers mit dem Apple-Chef. Der iPhone-Besitzer fragt dabei nach dem Sinn der permanenten Standort-Speicherung. "Vielleicht könnten Sie Licht in die Sache bringen, bevor ich zu einem Androiden wechsle", so der Apple-Nutzer. Google würde ihn schließlich nicht verfolgen. Jobs Reaktion fällt gewohnt knapp aus: "Oh doch, das tun sie. Wir verfolgen niemanden. Die umlaufenden Informationen sind falsch."

Kunden reichen Klage ein

Was genau mit "verfolgen" gemeint ist, bleibt aber unklar. Tatsächlich protokolliert auch Google die Standort-Daten von Android-Nutzern. Allerdings in begrenzterem Ausmaß, weil die Daten anonymisiert gesammelt und auch wieder überschrieben werden. Zudem lässt sich die Standortbestimmung bei Android-Geräten auch ausstellen. In der Anhörung im Mai sollen Apple und Google auch Stellung dazu beziehen, ob und inwieweit die Aufzeichnungsfunktionen abgestellt werden können.

Unterdessen haben zwei Kunden vor einem US-Gericht in Tampa (US-Staat Florida) Sammelklage gegen Apple eingereicht. Laut der Klageschrift vom 22. April fordern die Kläger Vikram Ajjampur und William Devito, dass das Bezirksgericht Apple die Sammlung von Ortungsdaten untersagt. Zudem verlangen sie eine Erstattung des Kaufpreises, weil sie in Kenntnis der Datenspeicherung die Produkte nicht gekauft hätten

Wer das Bewegungsprofil für sein iPhone oder iPad ansehen möchte, kann das mit der Software "iPhoneTracker" tun, die die beiden britischen Experten online gestellt haben.

Quelle: ntv.de, ino/AFP